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Hannover 96 Favre und Schaaf sind die Wunschkandidaten
Sportbuzzer Hannover 96 Favre und Schaaf sind die Wunschkandidaten
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20:50 22.12.2015
Von Heiko Rehberg
Im Gespräch bei 96: Lucien Favre (links) und Thomas Schaaf.
Im Gespräch bei 96: Lucien Favre (links) und Thomas Schaaf. Quelle: dpa/HAZ/Montage
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Hannover

Martin Bader und Martin Kind saßen am Dienstag in Großburgwedel zusammen, um den Fahrplan für die kommenden Tage zu besprechen. Oberste Priorität für den Geschäftsführer und den Clubchef des Fußball-Bundesligisten Hannover 96: die Trainersuche. Was beide nicht haben: Zeit. Denn 96 hat das nicht zu unterschätzende Problem, nach dem Rücktritt von Michael Frontzeck nicht nur einen neuen Trainer, sondern gleich auch mehrere neue Spieler finden zu müssen, die die Mannschaft zur Rückrunde erheblich verstärken.

„Wir haben Druck“, sagte Kind. „Und unsere Entscheidungen müssen Treffer sein.“ Selbstverständlich würde sich 96 weiter intensiv auf dem Transfermarkt umschauen, die Fühler ausstrecken und Gespräche anbahnen. Die Trainerfrage überlagert jedoch das Thema, denn im Idealfall soll der neue Mann auf der Bank seine Ideen miteinbringen und mitentscheiden, schließlich muss er mit dem neu formierten Team am 23. Januar im Heimspiel gegen Darmstadt 98 die Mission Klassenerhalt beginnen. Auch ein anderer Grund spielt eine Rolle, warum es sinnvoll ist, erst die Trainerfrage zu beantworten: „Spieler, mit denen wir sprechen, wollen wissen, mit welchem Trainer sie es bei uns zu tun haben werden“, sagte Kind.

Bader und Kind haben sich daran gemacht, die erstellte Liste mit verfügbaren Trainern abzuarbeiten. Viele Namen auf dieser berühmten Liste sind schnell durchgestrichen worden, weil sie nicht dem gewünschten Profil der „Roten“ entsprechen. Bei einigen Trainern wird sich 96 in den nächsten Tagen möglicherweise einen Korb holen, so viel Realismus ist bei den Verantwortlichen des Vorletzten der Bundesliga vorhanden. „Nicht jeder Trainer, der frei ist, wird automatisch zu uns kommen wollen.“

Dass Thomas Schaaf und Lucien Favre nicht nur auf der Liste stehen, sondern auch von 96 kontaktiert werden, hat Kind bestätigt, ohne damit ein großes Geheimnis zu verraten. Sie wären ja schön blöd bei 96, bei diesen beiden anerkannten Fachleuten nicht auszuloten, ob sie sich einen Job in Hannover vorstellen könnten. Bei Favre hätte das eine besondere Pointe: Im Februar vor vier Jahren hatte der Schweizer bei Borussia Mönchengladbach eine Elf übernommen, die nach 22 von 34 Spieltagen mit 16 Punkten Tabellenletzter war und einen Rückstand von sieben Punkten auf den Relegationsplatz hatte. Der Trainer, den Favre damals ablöste, hieß Michael Frontzeck.

Favre wäre genau wie Schaaf ein Wunschtrainer der „Roten“. „Ich formuliere es mal so“, sagte Kind: „Wir suchen einen Trainertyp, der Eigenschaften wie Schaaf hat, der Ruhe ausstrahlt, die Bundesliga und unsere Mannschaft kennt und Autorität besitzt.“ Auch Jos Luhukay werden im 96-Umfeld Chancen eingeräumt. Mirko Slomka, der als arbeitsloser Trainer auf der Liste steht, soll dagegen keine ernsthafte Rolle in den Überlegungen spielen.

Festgelegt hat sich 96 in zwei anderen Punkten: Der Trainer müsse deutschsprachig sein, und soll - wie bei 1899 Hoffenheim mit Huub Stevens - keine Übergangslösung sein. Auch einen Trainerneuling wie im Dezember 2013 mit Tayfun Korkut schließt Kind aus. Hannover 96 sucht einen Trainer, der den Abstieg vermeidet und den Verein danach zurück in eine erfolgreichere Zukunft führt. Jedes zweite Jahr Weihnachten auf Trainersuche zu gehen, das soll demnächst mal ein Ende haben.

Kind hofft, dass nach den Gesprächen zwei, höchstens drei Trainer übrig bleiben, die sich der Verein gut vorstellen könnte und die selbst nicht abgeneigt wären. Danach, so Kind, müsse Bader eine Entscheidung treffen.

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