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Hannover 96 Gute Gründe für einen Sieg
Sportbuzzer Hannover 96 Gute Gründe für einen Sieg
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00:23 27.04.2015
Von Christian Purbs
Kämpfen und siegen: Es ist höchste Zeit für ein 96-Gefühl, das viele in der Region schon fast vergessen haben.
Kämpfen und siegen: Es ist höchste Zeit für ein 96-Gefühl, das viele in der Region schon fast vergessen haben. Quelle: Montage
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Hannover

Was für eine Woche! Erst die Klatsche in Leverkusen, dann der Rauswurf von Trainer Tayfun Korkut am Montagvormittag, das große Zittern, als Peter Neururer ein paar Stunden später in der Stadt auftaucht, am Abend die Verpflichtung von Michael Frontzeck als 96-Chefcoach, der Neustart mit dem ersten Training unter Frontzeck am Dienstag, zwei Tage Geheimtraining und am  Sonnabend der große Showdown gegen Hoffenheim. Langweilig, nein langweilig war es bei Hannover 96 in den vergangenen Tagen nun wirklich nicht. Wem die „Roten“ am Herzen liegen, oder wen sie einfach nur interessieren, der hatte reichlich Gesprächsstoff.

Was auch immer im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (Anpfiff in der HDI-Arena ist um 15.30 Uhr; das Spiel begleiten wir hier im HAZ-Liveticker), der vielleicht wichtigsten Partie in dieser Saison, passieren wird, eines hat sich in der vergangenen Woche geändert: 96 ist wieder spannend und interessant, das Publikum ist wieder neugierig auf die „Roten“. Da spielt sicherlich eine Portion Fußball-Voyeurismus eine Rolle, doch mit dem Druck auf den Resetknopf hat es der Club geschafft, auch diejenigen wieder ins rote Fußballboot zurückzuholen, denen die Mannschaft während der vergangenen 29 Spieltage schnurzpiepegal war. Damit sind nicht die Ultras gemeint, sondern die vielen 96-Fans, die sich mit einer für ihren Geschmack gesichts- und oftmals auch leidenschaftslosen Mannschaft nicht identifizieren konnten und keine Lust auf unansehnlichen und dazu noch erfolglosen Fußball hatten.

Mit dem Neustart auf der Trainerposition ist auch die Hoffnung auf weitere Veränderungen verbunden. Darauf, dass 96 aus der verkorksten Saison die Lehren zieht und bei der Auswahl des nächsten Trainers (Paderborns Andre Breitenreiter gilt als Wunschkandidat), des Managers (eine Trennung von Dirk Dufner gilt als wahrscheinlich) und der Spieler (Clubchef Martin Kind: „Wir werden bei den Transfers künftig mehr auf den Charakter der Spieler achten“) in Zukunft um- und weitsichtiger agiert.

Doch das ist Zukunftsmusik, jetzt geht es nur darum, dass die „Roten“ diese unglaubliche Negativserie von 13 Spielen ohne Sieg endlich beenden und sich mit einem Erfolg die dringend benötigte Luft im Abstiegskampf verschaffen. Das ist gegen den Tabellenachten alles andere als ein Selbstläufer, doch wenn nicht jetzt, wann dann? Es gibt gute Gründe, warum 96 heute der so lang ersehnte Befreiungsschlag gelingen kann.

Das neue Trainerteam: Mit Frontzeck ist zwar noch nicht der Erfolg, wohl aber neuer Schwung und Lockerheit ins Team zurückgekehrt. In vielen Einzelgesprächen hat der 51-Jährige versucht, die Blockade in den Köpfen der Profis zu lösen und ihnen wieder Selbstvertrauen zu geben. Mut macht zudem, dass Frontzeck mit Steven Cherundolo und Jan-Moritz Lichte zwei Ko-Trainer zur Seite stehen, die in der aktuellen Situation entscheidende Qualitäten besitzen. Der 96-Rekordspieler Cherundolo ist als Bindeglied zwischen Team und Cheftrainer enorm wichtig, Lichte genießt in der Bundesliga einen hervorragenden Ruf und gilt als ausgezeichneter Taktiker. Diese Zusammensetzung passt.

Die Mannschaft: Es wird spannend zu beobachten sein, ob sich die Mannschaft vom taktischen Korkut-Korsett, das sie in den vergangenen Monaten immer mehr lähmte, lösen kann und sich endlich wieder als Einheit präsentiert. Das war in der Hinrunde der Schlüssel zum Erfolg – und wird es auch heute sein. Ausreden gibt es keine mehr, spätestens nach dem Trainerwechsel muss jeder Spieler begriffen haben, wie prekär die Lage ist. Ganz wichtig wäre es zudem, endlich eine alte 96-Tugend wiederzubeleben. Es ist gar nicht so lange her, da gehörten die „Roten“ zu den effektivsten Teams der Bundesliga.

Die Stimmung im Stadion: Schon am Freitag ein fast ausverkauftes Haus, die Rückkehr der sogenannten Ultras in die Nordkurve: In der Arena ist heute alles angerichtet für ein großes Fußballfest. Es ist gut möglich, dass neben dem Trainerwechsel auch die Unterstützung durch die Fans, die wesentlich lautstarker ausfallen wird als bisher, noch ein paar Prozent an Leistung aus den Spielern herauskitzeln wird. Der entscheidende Funke, das hat auch Frontzeck betont, muss allerdings von der Mannschaft kommen.

Startelf mit Fragezeichen

Es ist keine Frage, dass sich bei der Mannschaftsaufstellung von Hannover 96 im heutigen Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim im Vergleich zur 0:4-Niederlage in Leverkusen etwas ändern wird. Einige Positionen wird der neue Trainer Michael Frontzeck garantiert neu besetzen, auch wenn der 51-Jährige keine „wilden Wechsel“ vornehmen will. Da die „Roten“ ihre letzten beiden Trainingseinheiten vor der Begegnung gegen den Achten der Fußball-Bundesliga hinter verschlossenen Vorhängen absolvierten, lässt sich jedoch über die 96-Startelf zumindest auf einigen Positionen nur spekulieren.

Nach dem Ausfall von Christian Pander spricht in der Abwehr vieles dafür, dass der neue 96-Trainer auf der linken Seite Edgar Prib und für den gesperrten Hiroki Sakai als Rechtsverteidiger Miiko Albornoz aufstellen wird. Sehr wahrscheinlich rückt Christian Schulz für Felipe in die Innenverteidigung. Komplizierter wird es im Mittelfeld, da Frontzeck hier, je nachdem, welche Taktik er wählt, mehrere Optionen hat. Im defensiven Mittelfeld ist der zuletzt starke Salif Sané gesetzt, an seiner Seite könnte Leon Andreasen oder Manuel Schmiedebach spielen. Für Andreasen spricht seine Erfahrung, für Schmiedebach seine Qualität als Balleroberer.

Setzt Frontzeck auf eine offensive Variante mit zwei Stürmern, wonach es aussieht, dann werden Joselu und Didier Ya Konan für die „Roten“ angreifen. Unterstützt wird das Duo im offensiven Mittelfeld von Lars Stindl und wahrscheinlich Hiroshi Kiyotake. pur

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