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Hannover 96 Nur auf sechs Positionen passt es bei 96
Sportbuzzer Hannover 96 Nur auf sechs Positionen passt es bei 96
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00:15 14.08.2015
Von Jörg Grußendorf
Foto: „Kassel war ein guter Anfang“: 96-Trainer Michael Frontzeck fordert Zeit für seine Mannschaft.
„Kassel war ein guter Anfang“: 96-Trainer Michael Frontzeck fordert Zeit für seine Mannschaft. Quelle: Petrow
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Hannover

In vier Tagen ist man schlauer. Dann beginnt die Bundesliga-Saison für Hannover 96 in Darmstadt – und es wird sich zeigen, was wirklich in den „Roten“ steckt. Dann kann alles bisher Gewesene zur Nebensache werden. Testspielholpereien und Pokalgewurschtel können dann auf einen Schlag vergessen gemacht werden. Das hört sich einfach an – tritt aber nur ein, wenn das Team von Michael Frontzeck bei den Hessen gewinnt. Wenn nicht? Nun, dann wird das eine oder andere aufgerechnet – und wenn man mit einem Misserfolgserlebnis startet, kann sich das auf die ganze Saison negativ auswirken. Viele Wenns und Abers, viele Eventualitäten – so ist das immer vor dem Beginn eines Spieljahres.

Das ist schon erstligareif

Die Verteidigung: Wohl dem, der solch einen Torwart hat. Ron-Robert Zieler bewies in Kassel eindrücklich, dass er ein super Keeper ist und auch schon die Form hat. Vor ihm steht die Innenverteidigung schon sicher. Christian Schulz und Felipe machten einen ordentlichen Job. Und Abwehrchef Marcelo ist ja auch noch da.

Das Mittelfeld: Auch das defensive Mittelfeld kann sich sehen lassen. Manuel Schmiedebach und Salif Sané haben zwar bei den Hessen noch Luft nach oben offenbart, aber auf sie wird auch in dieser Saison Verlass sein. Wenn einer von den beiden schwächelt, hat Trainer Frontzeck Leon Andreasen noch in der Hinterhand, der in die Stammelf drängt. Auf dem Flügel hat Felix Klaus mit seinen Tempoläufen für ordentlich Eindruck gesorgt.
Das sind erst sechs von elf Positionen, die den Ansprüchen genügen. gru

In vier Tagen geht es endlich wieder los. Legt man die bisherige Vorbereitung der „Roten“ zugrunde, müsste man – Stand heute – eigentlich sagen: Hilfe, schon in vier Tagen. Wer sich im Pokalspiel in Kassel (2:0) eine Leistungssteigerung gegenüber den Tests erwartet hatte, der wurde ziemlich enttäuscht. Ein wackerer Regionalligist reichte aus, um 96 vor riesige Probleme zu stellen. „Mir hat auch nicht alles gefallen, was ich gesehen habe“, sagte Kapitän Christian Schulz, „wir haben noch viel zu üben und zu trainieren.“ So oder ähnlich äußerten sich auch andere 96-Spieler wie Ron-Robert Zieler oder Felix Klaus und auch Trainer Frontzeck. Alle zeigten sich aber auch zuversichtlich.

Schulz fasste es in plakative Worte: „Das kriegen wir hin“, sagte er entschlossen. Der Kapitän glaubt an das neu zusammengestellte und arg verjüngte Team. Er warnt aber wie Trainer Frontzeck vor voreiligen Kritiken. „Wir brauchen Zeit, um uns zu finden“, sagte er, „Kassel war ein guter Anfang.“

Die Zeit aber ist knapp; in vier Tagen geht die Bundesliga für 96 los. Einiges läuft schon gut, anderes überhaupt noch nicht.

Hier rumpelt es noch

Die Verteidigung: Beide Außenverteidiger blieben in Kassel einiges schuldig. Rechts hatte sich Hiroki Sakai im Test gegen den FC Sunderland stark präsentiert; am Sonntag sah man wieder den typischen Sakai, der in der Hektik leicht die Übersicht verliert. Links spielte Miiko Albornoz seinen Stiefel runter. Nur gut, dass Neuzugang Oliver Sorg auf dem besten Weg zu hundertprozentiger Fitness ist. Er kann auf beiden Seiten verteidigen – leider kann man den 25-Jährigen nicht klonen.

Das Mittelfeld: Für den linken Flügel im Mittelfeld ist Uffe Bech eingeplant, der Neuzugang braucht nach einem Muskelfaserriss aber wohl noch ein bisschen, bis er einsatzfähig ist. Edgar Prib bewies in Kassel, dass er derzeit nicht mehr als eine Alternative ist. In der Zentrale durfte sich zum x-ten Mal Kenan Karaman versuchen. Der 21-Jährige hat viele offensive Qualitäten, ein Spiel gestalten kann er (noch) nicht. Da der eigentliche Regisseur Hiroshi Kiyotake (Mittelfußbruch) noch einige Wochen fehlt, ist es gut, dass Allan Saint-Maximin klasse Ansätze zeigte. Ob sich der erst 18-Jährige aber gegen gestandene Bundesligaprofis durchsetzen kann, muss man abwarten.

Der Sturm: Im Sturm passiert zurzeit fast gar nichts. Mevlüt Erdinc strahlt noch überhaupt keine Torgefahr aus. Charlison Benschop ist noch nicht einzuschätzen, und Artur Sobiech fehlt die Form. 96 will auf dem Transfermarkt noch einmal aktiv werden, hat 10 Millionen Euro zur Verfügung: Ein guter Stürmer stände den „Roten“ bestens zu Gesicht.  gru

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