Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Hannover 96 Hannover 96 gewinnt gegen Heidenheim
Sportbuzzer Hannover 96 Hannover 96 gewinnt gegen Heidenheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:23 02.12.2016
Von Heiko Rehberg
Jubel bei den "Roten" nach dem Sieg gegen Heidenheim
Jubel bei den "Roten" nach dem Sieg gegen Heidenheim Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Nach dem glücklichen Ende atmeten alle einmal kräftig durch, unten auf dem Rasen und oben auf den Tribünen. Zweimal war Hannover 96 im Fußball-Zweitligaspiel gegen den 1. FC Heidenheim in Rückstand geraten, doch nach 90 Minuten stand zu Buche, was im Aufstiegsrennen dringend erforderlich ist: ein 3:2 Sieg. Mit großem Anlauf, ein wenig Wackeln, aber alles in allem verdient.

Lange Zeit mussten sich die 28 500 Zuschauer – Minuskulisse in dieser Saison – gedulden. 96 war überlegen, aber der Mannschaft fehlte die letzte Zielstrebigkeit , um im Heidenheimer Strafraum gefährlich werden zu können. Erst nach der Verletzung und Auswechselung des bis dahin sehr sicheren Gästetorhüters Kevin Müller (Risswunde am Hals, Noah-Joel Sarenren-Bazee war unglücklich in ihn hineingerutscht) tat sich plötzlich etwas.

Im Heidenheimer Tor stand mit Oliver Schnitzler nun jemand, der vorher noch keinen Ball in der Hand hatte: Das versprach einen kleinen Vorteil für die Hannoveraner. Prompt fiel auch der erste Treffer, doch den Ball aus dem Tor holen musste 96-Keeper Philipp Tschauner. Heidenheims John Verhoek nutzte eine Unaufmerksamkeit in der 96-Abwehr aus und sorgte für das zu diesem Zeitpunkt überraschende 1:0 (42. Minute).

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kam dann auch 96 auf den Torgeschmack – und profitierte dabei von einem Fehler des eingewechselten Schnitzlers. So viel war klar, unklar war jedoch, wer eigentlich das Tor zum 1:1 erzielt hatte. Rutschte der Kopfball von Sarenren-Bazee direkt über die Linie, oder berührte ihn vorher noch Martin Harnik im Fünfmeterraum? Der Stadionsprecher verkündete Harnik als Torschützen, selbst die TV-Bilder gaben in der Frage keinen eindeutigen Aufschluss. „Ich hab den Ball noch berührt“, sagte Harnik hinterher, „vielleicht sogar mit der Hand.“

Dass diese Heidenheimer besser sind als Fürth, Karlsruhe oder Aue, das war am Freitagabend zu sehen. Vor allem besser organisiert. Solche Gegner behagen den „Roten“ traditionell nicht. Die Mannschaft hatte diesmal durchaus die Passsicherheit, um das Spiel zu kontrollieren. Ihr fehlte allerdings das Tempo. Zu oft spielte 96 in die Breite, statt schnell nach vorn, wo Trainer Daniel Stendel überraschend auf Niclas Füllkrug (er kam erst zur 65. Minute – und wie) als zweiten Stürmer neben Harnik verzichtet hatte.

Stendel bestätigte damit seinen Ruf, nicht das zu machen, womit alle bei der Aufstellung rechnen. Ein wenig von dieser Unberechenbarkeit hätte auch seiner Elf gutgetan, die schlafmützig aus der Pause kam und in der 60. Minute erneut in den Rückstand geriet. Beim Versuch, nach einer Unsicherheit von Torwart Tschauner noch etwas zu retten, unterlief Innenverteidiger Waldemar Anton ein Eigentor. Zuvor hatte sich dessen Kollege Oliver Sorg auf der rechten Seite überlaufen lassen. 96 schüttelte sich einmal, und war dann endlich hellwach: Ausgerechnet der von Stendel verschmähte Füllkrug sorgte acht Minuten nach dem 1:2 für den Ausgleich. Und Sarenren-Bazee, bis dahin mit guten und schlechten Aktionen im schnellen Wechsel, gelang 120 Sekunden später nach dem schönsten 96-Angriff über Harnik und Kenan Karaman das viel umjubelte 3:2. In der Nordkurve stimmten die Fans Europapokal-Gesänge an.

Heidenheim versuchte danach noch einmal, wenigstens einen Punkt zu ergattern, 96 zog sich zurück und hoffte auf einen Konter. Noch einmal zittern bei einem Freistoß von Marc Schnatterer (88.), noch einmal ein Pfostenschuss von Harnik (90.) – dann war der sechste Heimsieg perfekt.

Hannover 96 Freitagsspiel gegen Heidenheim - Hannover 96 hofft auf sechsten Heimsieg
Christian Purbs 04.12.2016
Jörg Grußendorf 03.12.2016