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Hannover 96 Sagt da schon einer Tschüss?
Sportbuzzer Hannover 96 Sagt da schon einer Tschüss?
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00:16 02.10.2014
Von Norbert Fettback
Nicht mal eine Nebenrolle: Jan Schlaudraff hat in dieser Bundesligasaison noch keine einzige Minute für Hannover 96 gespielt. Foto: zur Nieden
Nicht mal eine Nebenrolle: Jan Schlaudraff hat in dieser Bundesligasaison noch keine einzige Minute für Hannover 96 gespielt. Foto: zur Nieden Quelle: Ulrich zur Nieden
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Beim Zuschauen kennt er sich inzwischen aus. Für den Spieler mit der Rückennummer 13 hat es in dieser Bundesligasaison noch nicht für eine einzige Minute auf dem Platz gereicht. Verflixt, könnte man meinen: Einer, der schon bei Bayern München und in der Fußball-Nationalelf spielte, ist nicht gut genug, um bei Hannover 96 auch nur eine Nebenrolle zu übernehmen. Das Spiel in Stuttgart erlebte Jan Schlaudraff nicht mal mehr auf der Ersatzbank.

Dabei ist er nicht verletzt, sondern „topfit“, wie er selbst sagt. „Sportlich gesehen ist es nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe“, sagt der 31-Jährige. „Aber das kommt nicht aus heiterem Himmel.“ Trainer und Sportdirektor hätten ihm beizeiten angedeutet, dass es für ihn diese Saison nicht einfach werde.

Hat für Schlaudraff die Abschiedsrunde in Hannover begonnen? Klar ist, dass sein Vertrag im Juni 2015 endet. „Solange versuche ich, mich so gut wie möglich einzubringen“, sagt er. Es erscheint müßig, nach dann acht Jahren bei 96 über eine Verlängerung zu spekulieren. In Stuttgart ist ihm Maurice Hirsch vorgezogen worden. Ein 21-Jähriger ohne jede Erfahrung in der Bundesliga. Taktische Gründe, so lautete die Erklärung von Tayfun Korkut. Er habe nun mal die Absicht gehabt, die Aufgabe auf dem Platz mit drei defensiven Mittelfeldspielern anzugehen, sagt der 96-Trainer. Deshalb habe er, für den Fall des Falles, einen weiteren „Sechser“ in den Kader berufen. „18 Spieler kann ich nur mitnehmen. Wenn ich von etwas überzeugt bin, dann nehme ich diese 18.“

Die Entscheidung des Trainers, die etwas Grundsätzliches hat, respektieren oder aufmucken? Schlaudraff scheint sich zu fügen. „Ich versuche mich bestmöglich so einzubringen, dass wir als Mannschaft Erfolg haben“, sagt er. Und fügt diplomatisch an, er werde alles geben, wenn der Trainer ihn braucht.

Eigentlich bräuchte Korkut einen Typen wie Schlaudraff, wenn man auf die vergangenen 96-Spiele blickt. Ohne den verletzten Lars Stindl leiden die „Roten“ an einem Mangel an spielerischen Ideen und an limitierter Torgefahr.

Schlaudraff hat immerhin bewiesen, dass er in solchen Fällen für Abhilfe sorgen könnte. Auch wenn das einige Zeit her ist, etwa in der Europa League. Bereits die Bundesligasaison 2013/2014 war für Schlaudraff eine zum Vergessen. Ganze viermal stand er da in der Startelf, ihm gelang ein einziges Tor. Die Reservebank war auch schon damals sein Revier.

Es ist Schlaudraffs Dilemma, dass er nicht ins taktische Schema passen will. Korkut fordert von seinen Spielern, dass auf sie auch in der Defensive Verlass sein muss. Schlaudraff - eher fußballerischer Feingeist, der sich ungern auf Zweikämpfe einlässt - ist auf dem Feld keiner dieser aggressiven Mustermänner, wie der Trainer sie sich wünscht. Da ist es ein schmaler Grat bis zur Ausmusterung.

Immerhin zählt sein Wort als Mitglied des 96-Mannschaftsrats. Für Zählbares auf dem Platz reicht es derzeit nicht. Und irgendwann ist auch Stindl zurück.

Training: Dienstag, 30. September, 10 Uhr, Mehrkampfanlage.

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