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Hannover 96 Auf der Jagd nach dem leichten Grinsen
Sportbuzzer Hannover 96 Auf der Jagd nach dem leichten Grinsen
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00:24 19.10.2014
Von Björn Franz
Der Trainer gibt Vollgas: Trainer Tayfun Korkut (rechts) mischte gestern beim Training selbst mit – sehr zur Freude von Mittelfeldspieler Edgar Prib (links).
Der Trainer gibt Vollgas: Trainer Tayfun Korkut (rechts) mischte gestern beim Training selbst mit – sehr zur Freude von Mittelfeldspieler Edgar Prib (links). Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Tayfun Korkut machte es am Donnerstag schon einmal vor. Der Trainer von Hannover 96 tauschte die Beobachterrolle bei der lockeren Trainingseinheit am Vormittag mit der, die er über viele Jahre als Profi erlebt hat. Korkut mischte beim sogenannten Gammeleck, dem Spiel mit Fünf gegen Zwei auf engstem Raum, selber mit - und gab dabei zwischenzeitlich sogar Vollgas. Ganz so, wie er es morgen Nachmittag beim Heimspiel in der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr)auch von seiner Mannschaft erwartet.

Denn Korkut hat ein klares Ziel vor Augen. Und um das zu verdeutlichen, brach er knapp zwei Stunden später bei der Pressekonferenz sogar mit einem kleinen Tabu. Er plauderte Interna aus. Und räumte zugleich auch noch mit der - von ihm selbst schon benutzten - Fußballfloskel auf, dass die Tabelle zu diesem Zeitpunkt der Saison noch überhaupt keinen Stellenwert habe. „Die Spieler schauen auf die Tabelle. Wer etwas anderes sagt, erzählt Blabla“, erklärte der 40-Jährige. „Die Tabelle interessiert uns - auch mich. Und mit einem Sieg könnten wir uns wieder da einreihen, wo man immer ein leichtes Grinsen im Gesicht hat.“

Wie dieser Gesichtsausdruck genau aussieht, das dürften die knapp 50.000 Zuschauer in der ausverkauften HDI-Arena morgen Nachmittag beim Einlaufen der Gäste sehen. Denn nach sieben Saisonspielen stehen die Gladbacher noch immer ohne Niederlage da, belegen in der offenbar auch in Spielerkreisen viel beachteten Tabelle den 3. Platz - und dürften mit dem festen Vorsatz nach Hannover kommen, dieses wohlige Gefühl durch ein weiteres Erfolgserlebnis noch ein wenig zu verstärken. Doch mit diesem Gedanken kann sich Korkut beim besten Willen nicht anfreunden. „Die Gladbacher haben noch kein Spiel verloren - okay, das respektieren wir“, sagte der 96-Trainer. „Aber sie liegen auch nur drei Punkte vor uns, und mit einem Sieg könnten wir mit ihnen gleichziehen.“

Dass dieser ambitionierte Vorsatz nicht ganz zu den zuletzt beim holprigen 1:0-Heimsieg über den 1. FC Köln sowie bei den Niederlagen in Stuttgart (0:1) und München (0:4) gezeigten Leistungen passt, diesen Einwand will die Sportliche Leitung der „Roten“ so nicht stehen lassen. „Wir stehen genau da, wo wir im Moment hingehören. Wir sind in Schlagdistanz und haben jetzt die Möglichkeit, wieder ein bisschen näher vorne ranzurücken“, sagte Korkut. Und Sportdirektor Dirk Dufner verriet sogar ganz offen, dass ihn die Kritik an den jüngsten Auftritten der Mannschaft stört. „Wir liegen auf dem 8. Platz, aber ich habe manchmal das Gefühl, dass wir schlechter dastehen“, grantelte Dufner. „Dabei haben wir die Möglichkeit, in Tabellenregionen zu kommen, mit denen wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht gerechnet haben. Und daher weigere mich auch, darüber nachzudenken, was besser sein könnte.“

Der Blick geht also nach vorne bei 96. Und zwar unabhängig davon, welche der zuletzt angeschlagenen Spieler morgen wieder ins Team zurückkehren werden. Korkut überraschte gestern auch in dieser Hinsicht mit einer nicht unbedingt alltäglichen Aussage. „Ich bin sicher, dass wir am Sonnabend Spieler auf dem Platz haben werden, die nicht topfit sind, weil sie zuletzt Probleme hatten und nicht richtig trainieren konnten“, sagte der Trainer. „Aber es gibt solche Phasen in einer Karriere, in denen man trotzdem seinen Mann stehen muss.“

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