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Hannover 96 Dieser Tritt tut 96 richtig weh
Sportbuzzer Hannover 96 Dieser Tritt tut 96 richtig weh
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00:16 04.03.2016
Zieler streckt sich vergebens, Schürrle trifft.
Zieler streckt sich vergebens, Schürrle trifft. Quelle: Maike Lobback/Team zur Nieden
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Die Fans von Hannover 96 sangen in den Schlussminuten trotzig „96 wird niemals untergehen“. Doch zumindest in den 90 Minuten gestern Abend tat die Mannschaft genau das: Die „Roten“ gingen im Niedersachsenderby der Fußball-Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg, für den Andre Schürrle dreimal traf, mit 0:4 unter. Ein schmerzhafter Tritt vors Schienbein nach dem Hoffnungsschimmer von Stuttgart.

Die Partie war noch gar nicht im Gange, da hatte sie einen Skandal. Sogenannte Fans des VfL Wolfsburg feuerten aus ihrer Kurve mehrere Leuchtraketen Richtung hannoversche Bank, auf der das 96-Trainerteam und die Ersatzspieler bereits Platz genommen hatten. Eine davon landete einen Meter vor den Sitzen – man möchte sich gar nicht ausmalen, was da hätte passieren können. Das wird teuer für die Wolfsburger, und bei 96 Fragen nach der Gründlichkeit der Sicherheitskontrollen nach sich ziehen.

Die „Roten zeigten in der ersten Halbzeit zwar einige gute Kombinationen, fast immer daran beteiligt war Hiroshi Kiyotake, der später dann – verständlicherweise nach der langen Verletzungspause – mit dem Team unterging. Aber mit zunehmender Spielzeit fand die Mannschaft keine passende Antwort gegen den Ballbesitzfußball der Gäste.

In der 29. Minute parierte 96-Torwart Ron-Robert Zieler noch glänzend einen Kopfball von Luiz Gustavo aus kurzer Distanz, in der 34. Minute traf der Wolfsburger Joshua Guilavogui in aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig. Man kann sagen, die Gäste nahmen ein bisschen Anlauf für ihr Tor, das in der 36. Minute dann ausgerechnet durch den Mann viel, der in Wolfsburg bislang selten überzeugt hat: Weltmeister Andre Schürrle traf zum 1:0.

96 wirkte strukturierter und geschlossener als beim desolaten Heimauftritt gegen Mainz (0:1) – allerdings nur eine Halbzeit lang. An einem altbekannten Problem änderte sich die gesamte Spielzeit nichts: Das Herausspielen von Möglichkeiten fiel den „Roten“ erneut schwer, die beste Chance vergab Kenan Karaman in der 25. Minute, VfL-Torwart Koen Casteels parierte seinen Schuss.

Trainer Thomas Schaaf reagierte, brachte mit Adam Szalai einen Stürmer, nahm aber nicht den schwachen Wolf, sondern Mittelfeldmann Andre Hoffmann heraus. Die Hoffnung der Fans: Auch in Stuttgart hatte 96 mit 0:1 hinten gelegen. Doch nach 62 Minuten war davon nichts mehr zu spüren, denn zu diesem Zeitpunkt war die Partie bereits entschieden. In der 58. Minute hatten Zieler und Christian Schulz noch gemeinsam den zweiten Treffer von Schürrle verhindert. Doch eine Minute später machte Schürrle das 2:0 und legte das 3:0 drei Minuten später nach. Dreimal Schürrle – mit vielen Geschichten hätte man vorher rechnen können, mit dieser Comeback-Story des Weltmeisters nicht, der sogar noch öfter hätte treffen können.

Ratlosigkeit auf den Tribünen bei den hannoverschen Fans, nach dem 0:3 verließen die ersten von ihnen das Stadion, um 21.20 Uhr ging auch Clubchef Martin Kind mit seiner Frau. Sie verpassten so das 4:0 von Julian Draxler, die 96-Defensive hatte sich in dieser Phase der Begegnung bereits komplett abgemeldet.

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