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Hannover 96 Ein tollpatschiger Rekord
Sportbuzzer Hannover 96 Ein tollpatschiger Rekord
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21:51 13.09.2015
Von Jörg Grußendorf
Felipe verursacht Elfmeter Nummer zwei, Ron-Robert Zieler (r.) mag es nicht glauben.
Felipe verursacht Elfmeter Nummer zwei, Ron-Robert Zieler (r.) mag es nicht glauben. Quelle: Peter Steffen
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Hannover

Diesen Tag wird Felipe in seinem Leben nicht mehr vergessen. Dieses Datum. Der 12. September 2015 wird sich in seinen Kopf einbrennen, auch wenn er ihn am liebsten komplett aus seiner Erinnerung streichen würde. Der 12. September war nämlich der Tag, an dem der brasilianische Innenverteidiger von Hannover 96 Geschichte schrieb. Genauer gesagt: So tollpatschig hat sich nämlich noch kein Profi seit Einführung der Liga 1963 angestellt. Felipe verursachte nämlich gegen Borussia Dortmund nicht nur zwei - das ist nicht übertrieben - saudumme Strafstöße, zu allem Überfluss unterlief ihm auch noch ein höchst kurioses Eigentor. An drei der vier Treffer des BVB war der 28-Jährige also maßgeblich beteiligt.

Positive Ansätze, die bei Felipe durchaus zu sehen waren, fallen da natürlich durch den Rost. Er gefiel in der Spieleröffnung, schlug gleich mehrere sehenswerte Diagonalpässe. Und er gewann auch viele Zweikämpfe, in den entscheidenden Situationen aber sah er mehr als alt aus.

Erst kurz vor der Partie hatte der Brasilianer erfahren, dass er erstmals in der Ära von Trainer Michael Frontzeck in der Anfangself der 96er steht. Kapitän Christian Schulz hatte sich aufgrund von Rückenproblemen abgemeldet. Frontzeck hatte sich für Felipe als Ersatz entschieden. Andre Hoffmann, der in der Regionalliga mit 96 II gegen Weiche Flensburg spielen sollte, wurde vom Beeke-Stadion in die HDI-Arena beordert, um bei den Profis auf der Bank zu sitzen.

Nun, anfangs ging Frontzecks Umstellung auf, 96 ging gar mit 1:0 in Führung. Dann aber kam die 34. Minute, und Felipes unheilvoller Lauf begann. Statt BVB-Profi Jonas Hofmann einfach im 96-Strafraum zu stellen, wie es im Fußball heißt - zumal der mit dem Rücken zum Tor stand -, trat Felipe seinen Gegenspieler von hinten - Schiedsrichter Daniel Siebert blieb gar keine andere Wahl, als auf Strafstoß zu entscheiden. Das war der Ausgleich, und in die Aktionen der Dortmunder kehrte die nötige Ruhe zurück.

Das Eigentor (67.) das 28-Jährigen, das zum 2:3 führte, war dagegen einfach Pech. Dortmunds Matthias Ginter flankte flach, Felipe grätschte, stoppte den Ball mit dem einen Fuß und lupfte das Leder mit der Hacke des anderen Fußes im Liegen über den verdutzten 96-Torhüter Ron-Robert Zieler. Gewollt hätte er so etwas nie hinbekommen.

Warum er sich dann wenig später zu einem Handspiel im Strafraum hinreißen ließ, wird Felipes ewiges Geheimnis bleiben; Pierre-Emerick Aubameyang nutzte auch das zweite Elfmetergeschenk zum 4:2 (85.) - diesmal auf die freche Art.

Seinen Mitspielern tat Felipe einfach nur leid. „Bei uns gibt es niemanden, der ihm für irgendetwas den Kopf abreißt. Felipe ist dennoch ein extrem guter Innenverteidiger“, sagte Torwart Zieler.

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