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Hannover 96 Eine Freundschaft mit Grenzen
Sportbuzzer Hannover 96 Eine Freundschaft mit Grenzen
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00:23 23.11.2014
Von Björn Franz
96-Trainer Tayfun Korkut
96-Trainer Tayfun Korkut Quelle: dpa
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Hannover

Eigentlich ist Tayfun Korkut nicht unbedingt dafür bekannt, dass er vor Spielen in der Fußball-Bundesliga Interna ausplaudert. Doch am Donnerstag machte der Trainer von Hannover 96 eine Ausnahme. Er habe, verriet der 40-Jährige, am Mittwoch kurz mit Roger Schmidt telefoniert. Das wäre eigentlich nicht weiter ungewöhnlich, schließlich sind Korkut und Schmidt befreundet, seit sie 2011 gemeinsam beim Fußballlehrer-Lehrgang die Schulbank drückten, und blieben auch danach in Kontakt. Aber eine besondere Note bekommt das Gespräch durch die Tatsache, dass Schmidt seit Saisonbeginn Trainer von Bayer Leverkusen ist – dem Gegner, den die „Roten“ am Sonnabend (Anpfiff: 15.30 Uhr) in der HDI-Arena empfangen.

Doch über was unterhalten sich zwei Freunde, die wenige Tage später als Gegner am Spielfeldrand stehen werden? So weit, die genauen Inhalte des Gesprächs zu verraten, wollte Korkut dann doch nicht gehen. Nur so viel ließ er durchblicken: „Wir mussten lachen, weil wir überlegt haben, ob wir uns die Aufstellungen vorher bei den Pressekonferenzen gegenseitig verraten, damit es zwischen uns fair bleibt“, erklärte der 96-Coach mit einem schelmischen Lächeln. Aber so weit wollten sie dann doch nicht gehen. Und so blieb es auch am Mittwoch beim vor Bundesligaspielen üblichen Versteckspiel.

„Ich habe natürlich Ideen, wie wir spielen könnten“, sagte Korkut. „Aber genau weiß ich es noch nicht.“ Ganz so wird es natürlich nicht sein. Mit ziemlicher Sicherheit wird der Trainer der „Roten“ schon ganz genau wissen, wie und mit welcher Mannschaft er seinem ehemaligen Mitschüler den Besuch in Hannover sportlich so unangenehm wie möglich machen möchte. Nur verraten will er es eben wie immer erst eine Stunde vor dem Anpfiff.

Eine Schlüsselrolle dabei dürfte erstmals wieder Lars Stindl spielen. Zwar ließ Korkut auch am Mittwoch noch offen, ob er seinen Kapitän, der wegen einer Knieverletzung erst vor zwei Wochen in Berlin sein 15-minütiges Saisondebüt geben konnte, morgen von Beginn an aufs Feld schicken wird. Doch es erscheint kaum vorstellbar, dass der 96-Coach seinen erklärten und lange Zeit schmerzlich vermissten Schlüsselspieler auf der Bank lässt, nur weil er davor zurückschreckt, die Offensivabteilung der in der Bundesliga zuletzt dreimal erfolgreichen Mannschaft zu verändern. Und so wird der Japaner Hiroshi Kiyotake den Platz im offensiven Mittelfeld wohl für Stindl räumen müssen und auf den linken Flügel ausweichen.

Überhaupt findet sich Korkut vor dem Spiel gegen die in der Tabelle überraschend zwei Plätze und zwei Punkte hinter den Hannoveranern liegenden Rheinländer in einer Situation wieder, die er in den ersten elf Saisonspielen eigentlich noch nie hatte. „Ich habe nicht nur für die erste Elf einige Möglichkeiten, sondern auch dafür, um während des Spiels im Offensivbereich etwas zu verändern“, sagte er mit Blick auf die Rückkehr von Stindl, Edgar Prib und auch Miiko Albornoz.

Der chilenische Nationalspieler, der seit Anfang Oktober wegen Achillessehnenproblemen pausieren musste, könnte gegen Leverkusen wie der ebenfalls wieder einsatzfähige Christian Pander als Linksverteidiger auflaufen. Doch auch als offensive Variante auf dem linken Flügel ist der 23-Jährige eine Option, wie er an den ersten beiden Spieltagen der Saison gezeigt hat. Auch darüber wird Korkut – bei aller Freundschaft – wohl nicht mit Schmidt geplaudert haben. Ein bisschen Überraschung muss für die Gäste schließlich bleiben.

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