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Fußball Ex-96-Profi Rosenthal sieht Wechsel nach Freiburg als Reifeprozess
Sportbuzzer Fußball Ex-96-Profi Rosenthal sieht Wechsel nach Freiburg als Reifeprozess
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11:36 03.08.2010
Jan Rosenthal im Dress seines neuen Arbeitgebers.
Jan Rosenthal im Dress seines neuen Arbeitgebers. Quelle: dpa
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Es ist dem Fußballprofi Jan Rosenthal egal, dass jemand seinen Wechsel zum SC Freiburg als Rückschritt sehen könnte. Denn für den begabten, aber in der jüngeren Vergangenheit mehrfach verletzten Mittelfeldspieler war es wohl überlegt, Hannover 96 in Richtung des Bundesliga-Konkurrenten zu verlassen. Zwar wird “96“ gemeinhin ein größeres (finanzielles) Potenzial attestiert und die niedersächsische Landeshauptstadt ist deutlich großstädtischer als das beschaulichere Freiburg im Breisgau. Doch einen Karriereknick will Rosenthal nicht erkennen. „Es war ein Reifeprozess“, sagt der ehemalige U-21-Nationalspieler über seine Entscheidung.

„Nach der vergangenen Saison war klar, dass es in Hannover für mich nicht mehr weiter geht. Es war ein Punkt erreicht, wo alle, auch ich, auf den nächsten Schritt gewartet haben“, erklärt der 24- Jährige. Denn an der Leine sei es „festgefahren“ gewesen. „Die Presse hatte einen in einer bestimmten Ecke. Und die sehr emotionale Saison hat richtig geschlaucht.“ Kein Wunder: die Trainerwechsel, der Tod von Robert Enke, die Verletzungen. „Ich brauchte einen Neuanfang, ein neues Umfeld. Der Schritt war überfällig“, betont Rosenthal, der seit Anfang Februar keine Erstliga-Begegnung mehr bestritten hat.

In menschlicher Hinsicht sieht er sich in Freiburg bestätigt. „Ich kam hier an und musste mich null anstellen, nicht ich selbst zu sein. Und ich war richtig überrascht, dass hier einige immer etwas zusammen unternehmen. Das kannte ich aus Hannover nur aus der Jugend.“ Anders als dort gebe es in der Mannschaft von Trainer Robin Dutt „keine Lager. Alle sind gleich. Alle wissen, dass es nur gemeinsam geht“.

Große Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zur Nationalmannschaft waren dem Mittelfeld-Allrounder mit Stärken in der Defensive wie im Abschluss einst bescheinigt worden. 2005 rückte er mit 19 in Hannovers Profikader und erzielte seither in 80 Bundesligaspielen elf Tore. Doch die Erwartungen, die sich aus dem Stempel „Supertalent“ ableiteten, haben es ihm danach nicht leichter gemacht. Auch deshalb empfindet er den Wechsel zu den Freiburgern, die in der vergangenen Saison wie sein Ex-Club knapp dem Abstieg entgingen, als wohltuend.

Er sei kein Ausweis gesunkener Ambitionen, betont Rosenthal. Der Betriebswirtschaftsstudent hat „gelernt, den Moment zu genießen und nicht allen scheinbar erstrebenswerten Zielen hinterher zu hecheln. Vorschusslorbeeren hatte ich genug. Jetzt will ich wieder ins Spielen kommen und warte einfach ab, was kommt.“

Klar hätten erst einige gesagt: „Freiburg? Spielen die überhaupt erste Liga?“ Doch Rosenthal hatte genau recherchiert, bevor er seiner Laufbahn einen neuen Impuls gab. Und alle seine Quellen, darunter die früheren SC-Profis Richard Golz und Jörg Schmadtke, der heute Sportdirektor in Hannover ist, hätten ihm zugeraten. „Sie haben gesagt: Dort spielt der Fußball die Hauptrolle.“ Und wirklich: Er habe ein seriöses Umfeld vorgefunden. „Es ist bemerkenswert, wie man hier mit Krisen umgeht.“ Und der Freiburger Fußball, der liege ihm.

dpa