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Fußball Rette sich, wer kann!
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10:57 25.04.2015
Foto: Der mittlerweile verstorbene Jörg Berger rettete geich vier Vereine vor dem Abstieg.
Der mittlerweile verstorbene Jörg Berger rettete geich vier Vereine vor dem Abstieg. Quelle: dpa
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Abstieg ist die neue Meisterschaft!“ Diese Titelzeile entstand vor gut einem Jahr angesichts der Bayern-Dominanz in der Liga. Ein Jahr später stehen die Bayern am Wochenende vor ihrem 25. Titel. Und während an der Tabellenspitze seit dem zwölften Spieltag (da bauten die Bayern ihren Vorsprung in der Tabelle erstmals auf sieben Punkte aus) gähnende Langeweile herrscht, ist der Abstiegskampf von Spannung und immer neuen dramatischen Wendungen geprägt.

Die Namen derer, die sich im vergangenen Jahr auf den letzten Metern gerettet haben, sind dabei die gleichen wie die, die jetzt zittern: Hannover 96 (damals 13.), der SC Freiburg (14.), der VfB Stuttgart (15.) und der Hamburger SV (16.). Die Schlusspointe damals: Weil an den letzten fünf Spieltagen das Schlusstrio alle Spiele verlor, änderte sich am Ranking nichts mehr. Der 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig, dessen Rolle des tapferen Aufsteigers im aktuellen Fünfkampf Paderborn übernommen hat, stiegen ab, der HSV rettete sich mit viel Glück in den Relegationsspielen gegen Greuther Fürth.

Beim Vertreiben des Abstiegsgespenstes schwanken die Verantwortlichen dabei zwischen Aktionismus und Besonnenheit. Dabei erliegen immer wieder Klubs dem Reflex, mit einem neuen Trainer für einen neuen Impuls zu sorgen. So auch in diesem Jahr in Hamburg (Bruno Labbadia ist bereist der vierte Coach), Stuttgart (Huub Stevens kam für Armin Veh) und jüngst in Hannover, wo Michael Frontzeck Tayfun Korkut diese Woche ablöste und nun in fünf Spielen für die Rettung sorgen soll.

Ein Überblick über die größten Rettungstaten und die Missionen, die scheiterten:

Jörg Berger – der Mann, der auch die „Titanic“ gerettet hätte:

Einen legendären Ruf erwarb sich der 2010 verstorbene Jörg Berger, der gleich vier Vereine vor dem Abstieg rettete. Sein Durchbruch gelang ihm im Frühjahr 1999, als er Eintracht Frankfurt sieben Spiele vor Schluss mit vier Punkten Rückstand aufs rettende Ufer übernahm. Er holte noch 14 Zähler. Im dramatischsten Saisonfinale aller Zeiten, als zeitgleich sechs Klubs gegen den Abstieg kämpften, schaffte Berger mit der Eintracht durch ein 5:1 gegen Kaiserslautern dank der mehr erzielten Tore gegenüber Nürnberg den Klassenerhalt in letzter Sekunde. Stürmer Jan-Aage Fjörtoft sagte damals: „Dieser Mann hätte sogar die ‚Titanic‘ vor dem Untergang gerettet.“

Felix Magath und Huub Stevens – mit Disziplin:

Männer wie Felix Magath und Hans Meyer prägten die alte Schule: Medizinbälle, Strafenkataloge und sehr direkte Ansprache. Magath war Bergers Nachfolger in Frankfurt – auch als Retter. Mit neun Punkten war Eintracht nach der Vorrunde 1999/2000 Letzter, mit 39 Punkten rettete er den Klub schließlich, erreichte noch Platz 13. Von 18 auf Rettung – das schaffte übrigens nur Bielefelds Horst Franz (1980/81). Auch Huub Stevens gelang eine grandiose Aufholjagd, als er 2007 den HSV vom 17. Platz noch in den UI-Cup führte.

Udo Lattek – Retter aus dem Rentenstand:

Legendär war der Fall Udo Lattek, der im Frühjahr 2000 mit 65 Jahren aus dem Rentenstand zurückkam, um Borussia Dortmund zu retten. Für fünf Spiele erhielt er eine Million D Mark, gewann zwei und hielt die Klasse. Er überließ  dabei Matthias Sammer die Leitung des Trainings. Latteks Job: „In kurzer Zeit erst mal die Stimmung auflockern.“ Er erzählte den Spielern, kein Wolf könne ein Reh allein erlegen, das Rudel müsse zusammenhalten.

Otto Rehhagel – mit 73 in die 2. Liga:

Der Mann mit der größten Erfahrung in der Bundesliga – Otto Rehhagel, damals 73 – und einem ausgeprägten Herrschaftsanspruch („Jeder kann sagen, was ich will“), übernahm im Februar 2012 Hertha BSC auf Platz 15 und stieg mit den Berlinern ab. Er holte aus zwölf Spielen nur elf Punkte und zog in der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf den Kürzeren.

Christoph Daum – 25-Stundentage reichen nicht:

Besonders fatal war das Engagement von Christoph Daum im Frühjahr 2011 bei Eintracht Frankfurt. Nach einem Tipp von Michael Meier, früher Daums Manager in Köln („Nimm doch den verrückten Daum“), engagierte Eintracht-Vorstand Heribert Bruchhagen den einstigen Stuttgarter Meistertrainer. Daum versprach „25 Stunden am Tag zu arbeiten“ und lebte quasi auf dem Trainingsgelände, aber die Eintracht gewann keines der sieben Spiele unter ihm und rutschte vom 14. auf den vorletzten Platz ab.

von Udo Muras

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