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Fußball „Irgendetwas Unerwartetes passiert“
Sportbuzzer Fußball „Irgendetwas Unerwartetes passiert“
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21:46 07.05.2014
Günther Koch kennen Freunde der Bundesligakonferenz im Radio als Stimme aus dem Nürnberger Frankenstadion.
Günther Koch kennen Freunde der Bundesligakonferenz im Radio als Stimme aus dem Nürnberger Frankenstadion. Quelle: Archiv
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Hannover

Am Sonnabend kämpfen der Hamburger SV, der 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig um den letzten Strohhalm in der Fußball-Bundesliga: den 16. Platz, der die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga bedeutet und damit die Hintertür zum Verbleib in der Erstklassigkeit. Es wird das spannendste Abstiegsfinale seit 1999, als Nürnberg, Eintracht Frankfurt und Hansa Rostock den dritten Absteiger ausspielten; damals gab es keine Relegation. Radiokommentator Günther Koch berichtete seinerzeit live aus dem Frankenstadion über das Spiel des FCN gegen den SC Freiburg und kommentierte ein Abstiegsdrama, wie es die Bundesliga noch nicht erlebt hatte. Innerhalb der Schlussviertelstunde ging es hin und her: Zeitweise schien Frankfurt abgestiegen, zeitweise Rostock, am Ende taumelte der „Club“ in die 2. Liga. Die Schlusskonferenz von Koch und seinen Kollegen Manfred Breuckmann und Dirk Schmitt wurde mehrfach preisgekrönt. Ein schmerzhafter Blick zurück und ein hoffnungsvoller voraus.

Herr Koch, wie oft werden Sie noch auf Ihre Worte aus dem Mai 1999 angesprochen? Die Sätze sind so legendär wie präsent: „Hallo, hier ist Nürnberg, wir melden uns vom Abgrund.“

Laufend. Als ich einmal den heutigen DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig traf, hat der mir genau vorgebetet, was ich gesagt habe: „Ich pack das nicht. Ich halt das nicht mehr aus. Ich will das nicht mehr sehen.“ Das hat sich ins Gedächtnis der Leute eingebrannt, die Schlusskonferenz hatte damals einen sehr hohen Stellenwert, und die meisten Hörer erzählen mir auch immer, wo sie gerade gewesen sind. Der eine am Gardasee, der andere in der Garage. Und beides wird miteinander ewig verbunden sein.

Sie haben oft gesagt, Sie seien parteiisch in der Stimme und objektiv in der Sprache gewesen.

Beides habe ich in meinem Reporterdasein immer getrennt. Deshalb bin ich nach dem Abstieg auch ruhig geblieben, habe sogar den Kollegen vom WDR noch nach dem Spiel ein Interview gegeben. Im Auto habe ich angefangen zu heulen, aber erst dann. Ich wohne nicht weit weg, direkt in Langwasser. Meine Frau konnte mich zu Hause nicht trösten, die war damals in Urlaub gefahren.

Sie haben an diesem Spieltag früh geahnt, dass es für den 1. FC Nürnberg noch schiefgehen könnte.

Ja, ich hatte so ein Bauchgefühl. Am Mittwoch vorher hatte ich die Tragik des FC Bayern im Champions-League-Finale gegen Manchester übertragen, und daran musste ich oft denken. Zur Halbzeit – da stand es in Frankfurt noch 1:1, und die Eintracht musste ja vier Tore aufholen – habe ich von dunklen Wolken gesprochen, die nun in Nürnberg aufziehen. Da haben die Kollegen endgültig gedacht: „Der Koch, der spinnt.“ Aber dann nahm das Unheil seinen Lauf, immer wieder hat der Kollege Dirk Schmitt ein Tor aus Frankfurt vermeldet. Otto Rehhagel war Trainer in Kaiserslautern, das war alles merkwürdig mit dem FCK, der sich auf einmal abschießen lässt …

Was ist damals im Frankenstadion falsch gelaufen?

Der Verein hat das viel zu locker genommen. Und dann haben sie auch noch die Durchsagen der anderen Ergebnisse verbieten lassen, sodass in der Schlussphase niemand Bescheid wusste. Ich mache mir bis heute Vorwürfe deswegen, dass ich die armen Kerle da unten auf dem Platz nicht gewarnt hatte. Ich wusste über mein Headset doch Bescheid – ich hätte einfach alles abkabeln und runterrennen müssen, mich kannte ja jeder, und dann wäre ich in den Innenraum gekommen …

Ein Tag im Mai

Sonnabend, 29. Mai 1999. In der Fußball-Bundesliga sind viele Entscheidungen gefallen; Bayern München steht als Meister fest, der VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach steigen als 17. und 18. der Tabelle ab. Gesucht wird am letzten Spieltag die dritte Mannschaft, die die beiden in die 2. Liga begleitet, denn eine Relegation gibt es zu diesem Zeitpunkt nicht. Der 1. FC Nürnberg (37 Punkte) gilt als Zwölfter praktisch als gerettet, doch die Abstände sind knapp. Hansa Rostock (15. Platz, 35 Punkte) und Eintracht Frankfurt (16. Platz, 34 Punkte) liegen zwei beziehungsweise drei Punkte zurück, zudem hat Frankfurt ein um fünf Treffer schlechteres Torverhältnis als Nürnberg. Die Franken haben ein Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten SC Freiburg (14. Platz, 36 Punkte), Rostock muss nach Bochum, Frankfurt hat mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern die vermeintlich schwerste Aufgabe. Der VfB Stuttgart, als 13. mit 36 Punkten ebenfalls noch in der Verlosung, empfängt Werder Bremen. Auszüge aus dem Abstiegsprotokoll. (stk)

  • 15.30 Uhr. Anpfiff in den Stadien.
  • 15.36 Uhr. Fredi Bobic erzielt das 1:0 für den VfB Stuttgart; es wird bis zum Ende dabei bleiben.
  • 15.58 Uhr. Nürnberg kassiert das 0:1 gegen Freiburg. Noch ändert sich in der Tabelle nichts Gravierendes.
  • 16.05 Uhr. Nürnberg liegt 0:2 zurück.
  • 16.07 Uhr. 1:0 für Rostock.
  • 16.15 Uhr. Pause. Zu diesem Zeitpunkt wäre Frankfurt abgestiegen.
  • 16.30 Uhr. Anpfiff zur 2. Halbzeit.
  • 16.32 Uhr. 1:0 für Frankfurt. Jetzt trennen die Eintracht und Nürnberg nur noch zwei Treffer im Torverhältnis.
  • 16.53 Uhr. Frankfurt kassiert das 1:1 gegen Kaiserslautern. Die Hessen scheinen wieder ein gutes Stück vom Klassenerhalt entfernt.
  • 16.55 Uhr. Frankfurt geht mit 2:1 in Führung, zeitgleich kassiert Rostock den Ausgleich in Bochum. Jetzt wäre Hansa abgestiegen.
  • 16.58 Uhr. Rostock liegt in Bochum 1:2 zurück.
  • 17.02 Uhr. Hansa gleicht aus – 2:2 in Bochum.
  • 17.05 Uhr. Frankfurt erhöht auf 3:1 und rückt damit auch Nürnberg auf die Pelle.
  • 17.07 Uhr. 4:1 für Frankfurt, zeitgleich gelingt Rostock das 3:2 in Bochum. Nun wäre Nürnberg abgestiegen, weil Eintracht den FCN in der Tordifferenz eingeholt, aber mehr Tore geschossen hat.
  • 17.10 Uhr. Nürnberg gelingt das 1:2 gegen Freiburg. Jetzt wäre Frankfurt abgestiegen.
  • 17.14 Uhr. Frankfurt schießt das 5:1 gegen Kaiserslautern und zieht wieder an Nürnberg vorbei.
  • 17.17 Uhr. Aus. Rostock und Frankfurt retten sich, Nürnberg steigt ab – bei gleichem Torverhältnis wie die Hessen, aber vier erzielten Treffern weniger.

Wann wussten Sie um den legendären Status Ihrer Worte?

Am Tag danach hatte mich der Journalist Claus Strunz, der damals noch bei der „Welt“ gearbeitet hat, angerufen. Der Bayerische Rundfunk wollte ihm die Aufzeichnung nicht sofort geben, da habe ich sie ihm am Telefon vorgespielt. Am Montag war alles in der Zeitung.

Wie wäre es denn, wenn sich 15 Jahre danach alles umdreht? 1999 schien der „Club“ auch für Außenstehende gerettet, jetzt haben ihn alle abgeschrieben.

Davon träume ich ja; und bis zum vergangenen Sonnabend habe ich auch fest daran geglaubt. Es wäre die Quintessenz aus meinen ganzen Erfahrungen im Abstiegskampf – und ich habe sogar 1955 den FC Bayern schon einmal absteigen sehen –, dass noch etwas Verrücktes passiert. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jetzt wieder alle drei Vereine da unten verlieren. Irgendetwas Unerwartetes passiert. Ich bin übrigens sicher, dass Braunschweig in Hoffenheim gewinnt, vor der Eintracht ziehe ich sämtliche Hüte. Den Hamburgern traue ich in Mainz nicht so viel zu.

Zur Person

Günther Koch kennen Freunde der Bundesligakonferenz im Radio als Stimme aus dem Nürnberger Frankenstadion. Im April 1977 kommentierte er für den Bayerischen Rundfunk sein erstes Fußballspiel: das Zweitligaderby zwischen Bayern Hof und dem FC Augsburg. Doch das Herz des in Posen geborenen Koch gehört dem „Club“ aus Nürnberg. Mit dem FCN leidet der 72-Jährige immer noch mit. Er sitzt zwar längst nicht mehr am Mikrofon, dafür aber im Aufsichtsrat des Klubs. Koch ist verheiratet und hat zwei Töchter. Als Radioreporter wurde er mehrfach mit dem Herbert-Zimmermann-Preis für Sportjournalisten ausgezeichnet.

In Nürnberg scheint die Stimmung im Keller. Sie sind stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat: Ist die Kritik an Sportvorstand Martin Bader berechtigt?

Ich führe auch das Protokoll in diesem Gremium. Und glauben Sie mir: Ich bin ein kritischer Geist. Aber was mit Martin Bader passiert, ist mir zu billig. Er ist ein akribisch arbeitender, kompetenter Mann, der alles für den „Club“ tut – es ist nicht gerecht, ihn zum Sündenbock zu stempeln. Über alles andere muss man sich später unterhalten.

Was erwarten Sie von Ihrem Verein?

Dass der Roger Prinzen vielleicht einige von den jungen Spielern aufstellt. So wie Heinz Höher das 1984 nach der Spielerrevolte gemacht hat. Wenn der „Club“ untergeht, dann wenigstens mit fliegenden Fahnen. Vor dem Spiel „auf Schalke“ sind wir, so würde ich es passenderweise ausdrücken, „04 Zentimeter“ vor dem Abgrund.

Wo verfolgen Sie das Abstiegsfinale 2014?

Eigentlich wollte ich erst ein Hörspiel machen. Dann habe ich überlegt, ob ich nach Schalke fahren soll. Aber will ich das meinen Nerven antun?

Sie könnten ja noch mal kommentieren!

Das würde mich wirklich reizen. Ganz aus der Übung bin ich ja noch nicht. Für das Fußballradio „90elf.de“, das es leider nicht mehr gibt, habe ich fünf Jahre gearbeitet und im März 2013 noch das Champions-League-Spiel Bayern gegen Arsenal kommentiert. Meine Stimme hat nicht gelitten, ich würde mir das jederzeit wieder zutrauen. Aber nur wenn mir einer garantiert, dass es diesmal für den „Club“ – anders als 1999 – gut ausgeht (lacht).

Die Reportage im Wortlaut (leicht gekürzt)

Manni Breuckmann: Tooor in Bochum! Tooor in Bochum! 2:1-Führung für den VfL Bochum. Ein Freistoß. Ich glaube, es ist Peter Peschel gewesen. Wir sind in der 73. Minute. Und es kann sein, daß sich jetzt allmählich das Schicksal von Hansa Rostock zum Schlechten wendet. Denn nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge ist Hansa Rostock draußen. Wir geben weiter nach Frankfurt ...

Dirk Schmitt: ... und hier liegt sich wirklich alles in den Armen. Rechts von mir die gesamte Polit-Prominenz. Petra Roth liegt Roland Koch in den Armen. Aus Gründen des Parteiproporzes sei auch Hans Eichel, der Bundesfinanzminister, genannt, der sitzt direkt davor. Der hat zwar Petra Roth nicht umarmt, sich aber nicht minder gefreut.... Freistoß für die Eintracht, die es jetzt natürlich ganz ruhig angehen läßt, die natürlich weiß, wie es auf den anderen Plätzen und vor allem beim VfL Bochum steht. Und es ist immer wieder faszinierend, wenn man die Reaktionen in einem Stadion sieht, obgleich überhaupt nichts passiert. Aber es wird halt Radio gehört...

Koch: ... Radio, Radio, Radio, das schnellste Medium der Welt. Aber sie tun mir leid, die Rostocker, wenn es dabei bleiben sollte, haben wir keinen Verein mehr in der Bundesliga aus dem Osten. Hansa Rostock, im Moment um 17.05 Uhr, in der zweiten Liga. Darüber kann man sich, darüber darf man sich nicht freuen. Im Moment in Nürnberg der Spielstand 0:2, gebanntes Hören an den Radios, aber nichts zu sehen von den Clubberern. Wo bleibt eure Ehre, was habt ihr eurem Publikum zu bieten. Kämpfen, kämpfen heißt es. Sie wackeln mit den Knien und sie haben keine Chance und Freiburg hält das 2:0 ...

Breuckmann: Tor in Bochum. Tor. Tooor in Bochum. Ausgleich für Rostock. Agali hat es gemacht. Und es ist die 77. Spielminute. Hansa Rostock bäumt sich noch einmal auf. Obwohl auch dieses Unentschieden nach den Spielständen, die wir kennen, nichts nützt... Aber die Hoffnung für die Ostseestädter ist noch nicht vorbei. Und dieses Spiel ist noch nicht gelaufen...

Schmitt: Tor in Frankfurt. Tor in Frankfurt. 3:1 für die Eintracht. Von der linken Seite dringt Marko Gebhardt in den Strafraum ein und so als habe es die ersten 30 Spiele dieser Saison nicht gegeben, schießt dann Marko Gebhardt aus einem ganz spitzen Winkel mit dem linken Fuß den Ball unter die Latte. Es heißt 3:1 und jetzt müßte wenigstens die Eintracht hier im Waldstadion den Sieg nach Hause schaukeln. Bitte Bochum...

Breuckmann: Jetzt kommt es darauf an. Sollte Hansa jetzt noch ein Tor machen, wäre Rostock nicht im Keller, wäre Rostock nicht unten. Alles werden sie jetzt daran setzen in den letzten elf Minuten noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren ...Weiter jetzt mal mit Günther Koch in Nürnberg...

Günther Koch: Freiburg hat es in der Hand, die Bundesliga zu entscheiden, wenn Freiburg noch einen Treffer macht, denn die Clubberer werden keinen machen, so wie es aussieht, dann ist Frankfurt drin und der Club draußen. Nur noch zehn Zentimeter bestenfalls steht der Club vor dem Abgrund...

Schmitt: Tor in Frankfurt, Günther Koch, Tor in Frankfurt...

Koch: ... der Club liegt hinten mit 0:2 gegen Freiburg, das ist Alibi-Fußball - wer hat geschrien ...

Schmitt: Tor in Frankfurt. 4:1 für die Eintracht. Bernd Schneider macht den Treffer, Günther, und was heißt das? Das heißt, daß Frankfurt jetzt eine Tordifferenz von minus elf hat wie Nürnberg, aber die Eintracht hat mehr Tore erzielt, und nach meiner Rechnung - und ich bin kein großer Mathematiker - ist damit der FC Nürnberg wieder in noch größere Abstiegsgefahr geraten. Also das ist kein Zweikampf mehr, das ist jetzt ein glasharter Dreikampf ...

Koch: Du hast alles gesagt. Im Moment, es ist 17.11 Uhr, ist der Club fast abgestiegen. Alles hängt jetzt von Bochum gegen Hansa Rostock ab. Frankfurt ist besser, der Club taumelt, der Club hängt am Abgrund ...

... und Toooooor! Tor für Rostock.

Breuckmann: Majak, der eingewechselte Majak, macht ein Kopfballtor. Und 7000 Fans aus Rostock, sie sind aus dem Häuschen. Hansa Rostock führt um 17.12 Uhr mit 3:2 und alles kann gut werden ...

Koch: Tooor. Tooor. Tooor. Tor in Nürnberg. Ich pack das nicht. Ich halt das nicht mehr aus. Ich will das nicht mehr sehen. Aber sie haben ein Tor gemacht. Ich glaube es nicht. Aber der Ball ist drin. Ich weiß nicht wie. Kopfball von Nikl. Die Leute haben es gehört, daß Frankfurt vorne liegt, daß Rostock vorne liegt, jetzt liegt der Ball im Netz. Nur noch 1:2. Ich halt das nicht mehr aus. Nein, es tut mir leid. 1:2, Nikl per Kopf, Flanke von Kuka. Treffer für die Clubberer. Es ist nicht zu fassen, wir waren in Bochum, wir waren in Frankfurt, wir sind in Nürnberg. Was gibts neues in Bochum ...

Breuckmann: ... welch ein Abstiegsdrama! Und die Sache ist ja vielleicht noch gar nicht gelaufen. 3:2 führt Hansa Rostock. Dabei waren sie schon einmal weg in der 73. Minute. Aber der VfL Bochum, der will es jetzt noch einmal wissen. Der spielt schlicht und einfach mit. Der denkt nicht daran, daß morgen Urlaub ist. Die Bochumer sind zwar abgestiegen, aber sie verabschieden sich würdig aus der Fußball-Bundesliga. Jetzt Hansa Rostock noch einmal mit einer Art Konter. Und Oliver Neuville, er spielt auch in der zweiten Halbzeit noch mit, er läßt Schmerzen Schmerzen sein. Wahrscheinlich ist die blutende Wunde an seinem linken Ohr gestillt worden. Er ist jedenfalls ein vollwertiger Profi an diesem Nachmittag und hat mitgeholfen, daß seine Mannschaft hier dem fußballerischen Tod in der ersten Liga möglicherweise noch einmal von der Schippe springt... Frankfurt, bitte, Frankfurt

Schmitt: ...wo die Eintracht hier natürlich nach wie vor Druck macht. Sie weiß: Ein Tor könnte wieder den 1. FC Nürnberg in den Abgrund stoßen, überhaupt keine Frage. Und sie kommen jetzt wieder mit Christoph Westertaler in der zentralen Position. Nur Sforza hat er noch vor sich. Dann ist es Fjorthof, der ist im Strafraum. Und er trifft. Tooorr, Tooooooor, für die Frankfurter Eintracht, 5:1. Herrjeh! Welche Leistung! Und damit ist wieder der 1. FC Nürnberg in der zweiten Liga....

Koch: Hallo, hier ist Nürnberg, wir melden uns vom Abgrund. Nürnberg 1:2. So wie Bayern wegen des linken Torpfostens in Barcelona verloren hat, steigt der Club ab, wenn er absteigt, wegen des linken Torpfostens vor der Nordkurve. Nikl drosch den Ball an den Pfosten. Er war nicht zu erreichen. Torhüter Golz flog durch die Luft. Der Ball klatscht vom Pfosten zurück und ging nicht ins Tor, sondern vor die Füße von Frank Baumann. Frank Baumann bringt dann aus sechs Metern den Ball nicht im Tor unter und so steht es nach wie vor nur 1:2. Der Club ist im Moment abgestiegen. Denn das Spiel hier ist aus. Ade, liebe Freunde. es ist nicht zu fassen, was der Club seinen Fans, was er seinen Anhängern und was er seinem treuen Publikum zumutet. Der Club verliert mit 1:2 und er hat wenig Haltung bewiesen. Erst in der Schlußminute, in den Schlußminuten, hat er gekämpft. Liebe Clubberer, es tut mir leid. Das mußte nicht sein. Das mußte nicht sein ...

Breuckmann: ... und Günther, du tust mir auch leid. Erlaube mir dieses persönliche Wort an dieser Stelle. Die Clubberer, möglichwerweise im Abgrund. Hier ist noch eine Minute zu spielen un der VfL Bochum setzt alles daran, noch ein Tor zu machen

Manni ganz kurz...

Breuckmann: ... noch ein Tor zu machen. Noch ein ...

Manni, ganz kurz ...

Breuckmann: Noch ein Tor irgendwo?

Schmitt: Frankfurt ist aus. Das Spiel in Frankfurt ist aus. Grenzenloser Jubel. Die Frankfurter Eintracht hat den Klassenerhalt in der ersten Fußball-Bundesliga gepackt .... Bundesliga, Manni Breuckmann...

Breuckmann: ... hier sind wir in der 90. Minute. Und der VfL Bochum ist in Ballbesitz. Und dort unten stehen die Rostocker an der Außenlinie, signalisieren Markus Merk: "Nu pfeif doch endlich ab!" Das muß der aber noch nicht. Gerade ist die 91. Minute erreicht und Ballbesitz für Hansa Rostock. Nur ein Tor der VfL Bochum kann jetzt den Club aus Nürnberg noch retten vor dem Abstieg. "Macht Schluß", sagen die Rostocker. Aber Markus Merk weiß ganz genau, das er noch ein bißchen spielen lassen muß. Vielleicht der letzte Angriff des VfL Bochum. Ein Steilpaß, aber es ist der Steilpaß ins Nirgendwo, ins Nirwana, und da ist nur Torhüter Piekenhagen. Und der geht jetzt gaaanz langsam, mit dem Ball am Fuß durch den Strafraum und wartet, daß diese quälenden Sekunden zu Ende gehen. Da ist es vorbei. Hansa Rostock hat mit 3:2 gewonnen. Grenzenloser Jubel bei den 7000 Fans, bei den Spielern, bei den Offiziellen... Hansa Rostock bleibt in der Bundesliga. Und ein schlimmes Schicksal für den 1. FC Nürnberg!

Ende der Konferenz.

Von Von Frank Hellmann

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