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Stadtmeisterschaft ist abgesagt, Pokalturniere noch nicht in Planung

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16:43 18.05.2021
Szene aus dem Finale der Stadtmeisterschaft vor zwei Jahren, das Arminia Vöhrum (blau) mit 2:0 gegen Rot-Weiß Schwicheldt gewann. Abstandhalten war auch unter den Zuschauern damals nicht nötig.
Szene aus dem Finale der Stadtmeisterschaft vor zwei Jahren, das Arminia Vöhrum (blau) mit 2:0 gegen Rot-Weiß Schwicheldt gewann. Abstandhalten war auch unter den Zuschauern damals nicht nötig. Quelle: Ralf Büchler
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Peine

Vor kurzem hatte Wolfgang Burgdorf, der Platzwart des VfL Woltorf, einen Extra-Einsatz. Die Abstände im Biergarten der Dorf-Gaststätte hat er für den coronakonformen Betrieb markiert. Der Großeinsatz Anfang Juli bleibt ihm aber erspart. Da wollte der VfL Woltorf eigentlich die Fußball-Stadtmeisterschaft ausrichten, und Burgdorf hätte die Sportanlage auf Vordermann gebracht. Doch die Corona-Pandemie macht den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Der Verein hat das Turnier abgesagt.

„Ein wenig trainieren sollten die Mannschaften ja schon vorher. Bisher ist aber noch nicht abzusehen, wann das möglich ist“, sagt VfL-Fußball-Obmann Johann Peisker. „Und es sind ja nur noch sechs Wochen bis zum geplanten Turnier-Start.“

Schon vergangenes Jahr musste die Peiner Fußball-Stadtmeisterschaft wegen Corona abgesagt werden. Zu diesem Zeitpunkt war die Hoffnung noch groß, dass die Pandemie im Jahre 2021 im Griff ist. „Wir hatten gehofft, die Turnierserie fortsetzen zu können“, sagt Peisker. „Doch das ist leider nicht der Fall und ein Ende der Schutzmaßnahmen ist derzeit nicht in Sicht. Dabei hätten wir das Turnier anlässlich des 100-jährigen Bestehens unserer Fußballabteilung gerne durchgeführt.“

Jetzt in die konkreten Planungen einzusteigen, hätte nicht viel Sinn gemacht, meint der VfL-Obmann. Deshalb habe sich der Verein zur frühzeitigen Turnierabsage entschieden. „Wir bedauern diese Entscheidung sehr, können aber die Durchführung des Turniers zum aktuellen Zeitpunkt nicht verantworten.“ Der VfL würde sich aber freuen, wenn er die Peiner Fußball-Stadtmeisterschaften im Jahre 2022 ausrichten dürfte.

Der Fußball-Kreisverband Peine und der Bezirk Braunschweig planen den Punktspielstart für Ende August/Anfang September. Ob vorher Turniere stattfinden können, ist offen. „Bisher gibt es keine Anträge“, sagt der Spielausschuss-Vorsitzende Günter Brand. „Aber auch, wenn die Inzidenzzahl gerade etwas gesunken ist, sind wir ja immer noch bei Zahlen, bei denen Fußballspielen nicht erlaubt ist.“ Allzu weit vorausschauen mag Brand momentan ohnehin nicht. „Bisher ist erst ein Drittel der normalen Zahl an Mannschaftsmeldungen im Seniorenbereich für die kommende Saison bei mir eingegangen. Die Frist läuft allerdings noch bis zum 21. Juni.“

Während im Kreis Peine (Sieben-Tage-Inzidenzwert am Dienstag: 55,6) kaum jemand einen Fußball-Spielbetrieb in den nächsten Wochen für möglich hält, plant zum Beispiel der Fußballkreis Schaumburg (Sieben-Tage-Inzidenzwert am Dienstag: 74,8) kurzfristig einen Pokalwettbewerb auf freiwilliger Basis für den Fall, dass im Juni und Juli wieder gespielt werden kann. Der staffelübergreifende Wettbewerb soll im Herrenbereich in zwei Leistungsstufen ausgetragen werden. 36 Vereine möchten mitkicken, und auch Frauenteams sind an einem solchen Wettbewerb interessiert. Die Begegnungen sollen nur auf Plätzen von Vereinen ausgetragen werden, die sich in der Lage sehen, Spiele unter Corona-Bedingungen zu organisieren.

Gemeindepokale: Hoffnung, Skepsis und weiter warten

Noch herrscht Unklarheit, wann wieder Fußball gespielt werden kann. Entsprechend schwer tun sich die Ausrichter mit den Planungen der Gemeindepokal-Turniere.

„Ich bin guter Hoffnung, dass wir noch spielen können“, sagt Olaf Heuer vom TSV Edemissen. Sein Verein würde den Gemeindepokal ausrichten und plant, Ende des Monats die Vereine aus dem Gebiet einzuladen und über das Thema zu sprechen.

„Wir hatten bisher die Wochenenden aufgrund von Schützenfesten spielfrei gelassen. Wenn die Feste abgesagt werden, könnten wir auch samstags und sonntags spielen.“

„Das Gute in der Gemeinde Hohenhameln ist, dass man das Turnier bei fünf teilnehmenden Teams schnell und kurzfristig organisieren kann“, sagt Kevin Hilbig, Vorsitzender des SV Herta Equord. Sein Verein wird den Gemeindepokal-Wettbewerb ausrichten – sofern Zuschauer erlaubt sind und natürlich das Fußballspielen. „Das wissen wir aber jetzt noch nicht, das müssen wir abwarten“, sagt Hilbig.

Mit einer Absage des Ilsede-Pokals rechnet Karsten Liesecke, stellvertretender Vorsitzender der SpVgg Groß Bülten, die mit der Ausrichtung an der Reihe wäre. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Gemeindepokal gespielt wird. Wir können das gar nicht gewährleisten, bei den Zuschauern zu überprüfen, ob sie geimpft sind oder nicht“, erklärt Liesecke.

Ohne Zuschauer würde der Vechelder Gemeindepokal für Maximilian Paulmann keinen Sinn ergeben. „Davon lebt das Turnier doch“, sagt der Organisator vom SV Arminia Vechelde, der den Cup anlässlich des 100. Vereins-Geburtstags ausrichten wollte. Sollte es aber möglich sein, viele Zuschauer – ähnlich der Situation zwischen den beiden Lockdowns – mit Sitzgelegenheiten zuzulassen, könnte sich Paulmann vorstellen, dass der Vechelder Pokal stattfinden wird.

In der Gemeinde Wendeburg herrscht ebenfalls noch keine Klarheit. „Ich kann mir aber auch kaum vorstellen, dass der Wettbewerb im Sommer noch stattfinden kann“, sagt Nader Amer, Fußball-Obmann des TSV Wendezelle. „Erstmal muss Training erlaubt werden. Ohne Trainingsphase vorweg sollte man auch den Gemeindepokal nicht starten. Insofern müssen wir erst noch abwarten, ob es Erleichterungen gibt, die Training und Fußballspielen wieder möglich machen.“

Von Matthias Press