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Nach 25 Jahren Einsatz für den Fußball: Günter Brand hört auf

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18:17 08.10.2021
Günter Brand mit einigen der Spielplanhefte aus seiner 25-jährigen Amtszeit im Spielausschuss des Fußball-Kreisverbandes Peine. 18 Jahre davon war er Vorsitzender. Günter Brand mit den Spielplanheften, in denen jahrzehntelang die Ansetzungen abgedruckt waren.
Günter Brand mit einigen der Spielplanhefte aus seiner 25-jährigen Amtszeit im Spielausschuss des Fußball-Kreisverbandes Peine. 18 Jahre davon war er Vorsitzender. Günter Brand mit den Spielplanheften, in denen jahrzehntelang die Ansetzungen abgedruckt waren. Quelle: Foto: Matthias Press
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Kreis Peine

Es gab keine Ergebnismeldung übers Internet, Smartphones gab es schon gar nicht – aber der Spielbetrieb hat funktioniert, als Günter Brand vor 25 Jahren im Spielausschuss des Fußball-Kreisverbandes anfing. Es gab dafür einen „Meldekopf“ und einen Schlechtwetterdienst. Und jede Menge Papierkram.

Paul Meier war damals Spielausschuss-Vorsitzender, Günter Brand war erstmal als Staffelleiter für die 3. Kreisklasse zuständig. Als Meier 1998 erkrankte vertrat ihn Brand. 2003 wurde er dann Ausschuss-Vorsitzender – bis zu diesem Samstag. Denn Günter Brand kandidiert nicht mehr für das Amt. „Ich bin 74, jetzt können auch mal Jüngere ran“, sagt er.

Beim offiziellen Meldekopf in der PAZ-Redaktion mussten die gastgebenden Mannschaften damals das Ergebnis telefonisch kundgeben. Danach wurden die Tabellen errechnet. Der Spielberichtsbogen wurde per Post an den Spielausschuss geschickt, der kontrollierte nochmal die Ergebnisse und korrigierte die Tabellen gegebenenfalls.

Der Schlechtwetterdienst war von Anfang November bis Ende März Sonntags ab 9.30 Uhr tätig. Brand saß am Telefon, notierte, welche Punktspiele aufgrund von Platzsperren morgens abgesagt wurden, und Schiedsrichter und Gästeteams konnten dann bis 12.30 Uhr nachfragen, ob gespielt wird.

Den zeitaufwändigen Schlechtwetterdienst gibt es nicht mehr. Dennoch kommt Brand noch auf rund 600 Stunden, die er im Jahr für den Fußball investiert hat – „ohne Sitzungen“, sagt er. „Die kommen noch dazu.“ Er musste Spielpläne erstellen, Bestrafungen bei Fehlverhalten festlegen, Wünsche der Vereine entgegennehmen, über Anträge entscheiden. „Das Schwierigste war, es allen Recht zu machen“, sagt er. Zum Beispiel konnte es bei den Spielplänen in verschiedenen Staffeln zu zeitlichen Kollisionen auf einem Platz kommen. „Manchmal gab es Vorwürfe von einigen – aber nicht von allen. Wir sind ja alle ehrenamtlich tätig.“

„Nach Möglichkeit habe ich jedem Verein geholfen. Ich habe in 25 Jahren nicht eine Leiche im Keller“, sagt Brand, unter dessen Ägide die Ü50-Staffel und Spielgemeinschaften im Herrenbereich entstanden. Zum Ende seiner Amtszeit erlebte er nochmal völlig Ungewohntes: „Corona war eine ganz große Herausforderung. Da hatte ich manchesmal schlaflose Nächte“, gesteht er. „Als das Gesundheitsamt sagte, ab Montag gibt es keinen Fußball mehr, haben wir die Spiele am Wochenende davor abgesetzt. Dafür haben wir einen Rüffel vom Landesverband bekommen“, sagt Brand. Auch über die zögerlichen Entscheidungen des NFV während der Corona-Pandemie hat er sich geärgert: „Diese Eierei war nicht gut.“

Dennoch denkt er gern an die 25 Jahre im Spielausschuss zurück, besonders die Zusammenarbeit mit dem Jugendausschuss sei „immer gut“ gewesen. „Es hat mir immer Spaß gemacht, mich für den Fußball einzusetzen. Ich habe viele Menschen kennengelernt und die Zusammenarbeit mit allen war okay – vielleicht bis auf ein, zwei Prozent. Und ich bin sicherlich auch nicht immer einfach gewesen, denn ich habe einen großen Gerechtigkeitssinn.“

Dem Fußball-Kreisverband bleibt Brand erhalten: Als Fotograf. „Das ist mein Hobby. Deshalb werde ich sicherlich bei Veranstaltungen und auf Sportplätzen noch zu sehen sein.“

Der Kreisfußballtag beginnt am heutigen Samstag um 15.30 Uhr in der Schützengilde Peine. Es gilt die 3G-Regel.

Von Matthias Press