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Amateurfußball Peine Ziel Meisterschaft: Ölsburg setzt auf junge Spieler und Teamgeist
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Ziel Meisterschaft: Ölsburg setzt auf junge Spieler und Teamgeist

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17:07 24.08.2021
Die Ölsburger Fußballer (gelbes Trikot) wollen in dieser Saison den Sprung in die 1. Kreisklasse schaffen.
Die Ölsburger Fußballer (gelbes Trikot) wollen in dieser Saison den Sprung in die 1. Kreisklasse schaffen. Quelle: Foto: Ralf Büchler
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Ölsburg

Viel vorgenommen für die neue Serie in der 2. Fußball-Kreisklasse Süd hat sich der TSV Viktoria Ölsburg: Am Ende der Saison möchte der einstige Landesligist die Meisterschaft feiern. Einfach werde dies zwar nicht, „aber wir können das auf jeden Fall schaffen, da die Mannschaft über viel Potenzial verfügt und auch Charakter hat“, sagt Coach Klaus Reinecke. Dass er Titel holen kann, hat der 53-Jährige schon bewiesen – und das sogar mit mehreren Peiner Mannschaften. „Ich hoffe, dass mir das auch mit Ölsburg gelingt“, erklärt Reinecke.

Ihm dabei helfen soll Karsten Wolff. Denn der ehemalige Vorsitzende und Trainer der SpVgg Groß Bülten hat bei der Viktoria den Posten des Co-Trainers übernommen. „Das ist super, dass Carsten das gemacht hat. Er ist für mich eine Riesen-Unterstützung und wird uns allen weiterhelfen“, betont Reinecke, dessen Team zum Auftakt (Freitag, 27. August) in Groß Gleidingen antreten muss.

Herr Reinecke, viele Teams geben sich bei ihrer Zielsetzung vorsichtig und stapeln lieber tief. Sie dagegen sprechen ganz offen vom Aufstieg.

Ja, das ist richtig. Grund dafür ist das Leistungsvermögen meiner Mannschaft. Ich habe etliche Jungs, die richtig gut kicken können. Ihnen zuzuschauen, macht viel Spaß. Hinzu kommt, dass alle lernwillig sind – das ist in jeder Trainingseinheit zu sehen. Auch das Engagement ist super, es sind fast immer alle beim Training. Für mich als Trainer sind das super Voraussetzungen. Und der Kader ist im Sommer qualitativ noch besser geworden, da wir vier Spieler dazu bekommen haben. Die sind zwar alle gerade einmal 18 oder 19, aber jeder ist eine Verstärkung.

Setzen Sie ganz bewusst auf junge Spieler?

Es ist schwierig geworden, Spieler zu bekommen, aber generell arbeite ich sehr gerne mit jungen Leuten. Das Schöne ist, dass die vier, die zu uns gewechselt sind, die anderen schon kennen und zudem einen Bezug zu Ölsburg haben und hier teilweise sogar wohnen. Ohnehin legen wir viel Wert darauf, dass die Spieler hier aus der Umgebung kommen. Denn wenn sich die Jungs kennen und auch in ihrer Freizeit häufiger zusammen unterwegs sind, ist das von Vorteil für den Teamgeist. Einziges Problem aktuell ist, dass der Kader recht klein ist und nur 18 Mann umfasst.

Dennoch haben Sie sich den Titelgewinn zum Ziel gesetzt.

Weil die Mannschaft Qualität hat und als Einheit auftritt. Sollte es jedoch mal nicht über das Team klappen, haben wir noch viel individuelle Klasse, um ein Spiel entscheiden zu können. Wir haben ein starkes Mittelfeld und auch Leute, die sich gut durchsetzen können. Außerdem sind einige Spieler extrem schnell – all das stimmt mich zuversichtlich.

Was muss besser werden, um den Sprung in die 1. Kreisklasse zu schaffen?

Gerade die jungen Spieler müssen noch lernen, im richtigen Moment egoistisch zu sein und nicht im falschen. Marlon Brandes zum Beispiel ist in der Lage, vier, fünf Leute auszuspielen, bleibt dann aber hängen und kriegt richtig auf die Socken. Das ist ihm schon häufiger passiert. Er muss begreifen, dass er den Ball rechtzeitig abspielen muss – das ist für ihn besser und auch für die Mannschaft. Auch im Abschluss hat das Team noch Luft nach oben, obwohl wir uns da schon gesteigert haben.

Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein?

Vor allem Groß Ilsede ist gut und war in der vergangenen Saison schon stark – die Truppe wird auch in dieser Serie oben mitmischen. Ohnehin ist unsere Staffel stärker als die beiden anderen. Es ist auch anders als zu meiner Zeit bei der PSG. Damals war bei einigen Spielen schon vorher klar, dass wir gewinnen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, da die Qualität enorm zugenommen hat, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Ich jedenfalls spiele wesentlich lieber gegen fußballerisch gute Teams, als gegen Mannschaften, die sich nur hinten reinstellen.

Viktoria Ölsburg hat vor etlichen Jahren in der Landesliga gespielt. Ist die Vergangenheit noch ein Thema?

(lacht) Auf jeden Fall, insbesondere bei unserem Vorsitzenden Henning Hoffmann. Er schwärmt noch oft von den alten Zeiten und hat ein echtes Problem mit der Klasse, in der wir aktuell spielen. Deshalb tut er auch alles dafür, dass es wieder hoch geht, so dass wir die volle Unterstützung vom Verein haben.

Der Aufstieg in die 1. Kreisklasse soll also nur ein Zwischenschritt sein.

Mittelfristig wäre es schon fein, wenn wir in die Kreisliga zurückkehren. Denn das ist für mich die attraktivste und interessanteste Liga in Peine – und da gehört Ölsburg als Traditionsverein eigentlich auch hin. Alles was darüber hinaus geht, ist derzeit überhaupt kein Thema, weil man für den Bezirk Geld in die Hand nehmen muss. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass das nach hinten losgeht.

Gibt es Druck aus dem Umfeld?

Nein, überhaupt nicht. Klar, unser Vorsitzender möchte gerne hoch, trotzdem fordert er nicht Platz eins von uns. Allerdings bin ich sehr ehrgeizig und habe ebenfalls ein Problem mit der 2. Kreisklasse – deshalb möchte ich auch in dieser Saison aufsteigen.

Der Kader des TSV Viktoria Ölsburg

Zugänge: Gil Cakaloglu, Marlon Brandes, Louis Lübbe (alle Fortuna Oberg, A-Jugend), Benedikt Geske (SG Adenstedt, A-Jugend).

Abgänge: David Oppermann (Adler Handorf II), Luca Mongiovi (Viktoria Woltwiesche).

Tor: Simon Oellien.

Abwehr: Oscar Achilles, Marvin Woitun, Philipp Lemcke, Benedikt Geske, Enrico Fritz, Tobias Martini, Justin Bauer.

Mittelfeld: Marlon Brandes, Nubar Issa, Marco Kalbusch, Arthur Kirchkessner, Kai Kirchkessner, Dustin Wolff, Maximilian Liedtke, Louis Lübbe, Alexander Sokolowsky.

Angriff: Gil Cakaloglu, Patrick Lemcke.

Trainer: Klaus Reinecke.

Saisonziel: Aufstieg und spielerisch verbessern.

Favorit: VTU Groß Ilsede.

Von Peter Konrad