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Amateurfußball Peine Torsten Falk: „Vormittags spielte ich A-Jugend, nachmittags bei den Herren“
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Torsten Falk: „Vormittags spielte ich A-Jugend, nachmittags Herren“

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17:39 17.03.2021
„Ich will immer gewinnen“, sagt Broistedts Trainer Torsten Falk. Verbissen ist er dabei aber nicht.
„Ich will immer gewinnen“, sagt Broistedts Trainer Torsten Falk. Verbissen ist er dabei aber nicht. Quelle: Isabell Massel
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Broistedt

Fünf Treffer in fünf Punktspielen haben die Kicker von Pfeil Broistedt II in dieser Saison erzielt. Für ihren Trainer Torsten Falk ist das ungewohnt wenig Torspektakel. „Ich habe mal in der D-Jugend in einer Saison 79 Tore geschossen“, erinnert er sich. Das war beim FC 45 Salzgitter.

Mit sechs Jahren war der heute 52-Jährige dort eingetreten und hatte die Jugend hindurch beim FC gekickt – und das erfolgreich. „In der D- und C-Jugend spielte ich in der Niedersachsen-Auswahl.“ Im B-Jugendalter wurde ihm die Freundin wichtiger als der fußballerische Erfolg. Als er zum älteren A-Jugend-Jahrgang gehörte, verbrachte er aber schon wieder ganze Tage auf dem Fußballplatz. „Vormittags spielte ich A-Jugend, nachmittags habe ich bei den Herren ausgeholfen. Bei ihnen habe ich auch mittrainiert.“

Der FC 45 spielte damals auf Bezirksebene, und Torsten Falk war nicht mehr Stürmer, sondern spielte seine Stärken nun in der Defensive aus. „In der B-Jugend war ich schon von vorn ins Mittelfeld gerückt, in der A-Jugend habe ich Vorstopper oder letzter Mann gespielt.“ Das waren Positionen, die es im modernen Fußball nicht mehr gibt.

„Bei den Herren bin ich häufig rechts auf der Sechs eingesetzt worden, und zum Ende meiner aktiven Laufbahn dann mehr hinten in der Zentrale.“ Dort spielte Falk einen sachlichen Part. „Ich bin immer ein Teamplayer gewesen“, sagt er. „Ich habe lieber abgespielt, als den Ball zu verfummeln.“ Das war positiv für den Blutdruck der Trainer, und nicht seine einzige Stärke. Denn noch wichtiger war: „Ich habe immer alles gegeben!“

Genau deshalb würde Falk sich heute selbst aufstellen – wäre er zwei, drei Jahrzehnte jünger. „Ich bin nie lustlos ins Spiel gegangen. Ich wollte immer gewinnen!“ Das sei eine Einstellung, die er bei einigen Kickern heute in dieser Konsequenz manchmal vermisse.

Nach den vielen Jahren beim FC 45 wechselte er zu Borussia Salzgitter. „Ich wollte mit etwa 30 Jahren mal etwas anderes sehen.“ Dort kickte er noch zwei Jahre bei den Herren und übernahm auch Vereinsarbeit. „17 Jahre war ich im geschäftsführenden Vorstand.“ Begleitend betreute er die Erste Herrenmannschaft und machte seinen Trainerschein. Von Borussia wechselte er später als Trainer zum FC Pfeil Broistedt, wo er mittlerweile zwei Jahre im Amt ist.

Die Umstellung im taktischen Bereich von Libero, Manndeckung und relativ starren Positionen auf dem Feld zu Ketten und Raumdeckung hatte er noch als Spieler miterlebt. „Deshalb konnte ich es als Trainer auch meinen Spielern leicht erklären.“ Gern erinnert er sich an sein erstes Spiel mit der Pfeil-Zweiten bei Arminia Vechelde II Anfang April 2019, das 2:2 endete. „Die waren haushoher Favorit, haben sich aber an uns die Zähne ausgebissen. Dabei hatte ich vorher erst einmal mit der Mannschaft trainieren können. Die hat die Taktik sehr schnell umgesetzt und die Vechelder zur Verzweiflung gebracht.“

Beruflich ist Falk Job- und Integrationscoach für Menschen mit Behinderung in einer kirchlichen Einrichtung, und engagiert sich dort auch im Betriebsrat. Was er dort braucht, kommt ihm auch im Fußball zugute: „Ich konnte schon immer Leute motivieren.“

Warum „Donald“?

Wer im Raum Salzgitter nach dem Namen Torsten Falk fragt, könnte ein Schulterzucken als Antwort bekommen. Auch mit 52 Jahren ist Falk den meisten nur unter seinem Spitznamen „Donald“ bekannt. Mit dem gleichnamigen amerikanischen Ex-Präsidenten hat das nichts zu tun, und auch der Comicfigur ähnelt Torsten Falk überhaupt nicht. Die Erklärung: „In der Schule sollten wir beim Klassenwechsel Namensschilder aufstellen. Das war mir irgendwie zu blöd und ich habe ’Donald’ darauf geschrieben“, sagt Torsten Falk. „Und das ist dann irgendwie an mir hängen geblieben.“

Von Matthias Press