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Amateurfußball Peine Superman oder Bauch-Bombe: Jahn setzt auf Internet-Training
Amateurfußball Peine Superman oder Bauch-Bombe: Jahn setzt auf Internet-Training
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17:15 06.04.2020
So kann man sogar im Wohnzimmer trainieren. Hier zeigt Rabea Glienke die sogenannte Dips-Übung mit der der Trizeps-Muskel gestärkt wird. Dazu einfach die Hände neben den Körper an den Stuhl-Rand aufstellen. Den Oberkörper nah am Stuhl nach unten absenken und wieder anheben. „Je weiter die Füße nach vorne gesetzt werden, desto schwieriger ist die Übung“, sagt die Jahn-Trainerin.
So kann man sogar im Wohnzimmer trainieren. Hier zeigt Rabea Glienke die sogenannte Dips-Übung mit der der Trizeps-Muskel gestärkt wird. Dazu einfach die Hände neben den Körper an den Stuhl-Rand aufstellen. Den Oberkörper nah am Stuhl nach unten absenken und wieder anheben. „Je weiter die Füße nach vorne gesetzt werden, desto schwieriger ist die Übung“, sagt die Jahn-Trainerin. Quelle: Fotos: privat
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Peine

Rabea Glienke sorgt derzeit dafür, dass die Mitglieder des MTV Vater Jahn Peine sogar in ihren Wohnzimmern klettern wie ein Bergsteiger oder auf dem Teppich schwimmen. Die Jugendwartin und Trainerin des Vereins hat das Programm „Fit durch die Corona-Zeit“ für die Jahner ins Leben gerufen. Da die Hallen gesperrt sind, gibt es alle zwei Tage im Internet Tipps für Übungen, die ganz einfach zu Hause absolviert werden können.

„Vielen fehlt vielleicht die Idee für Training zu Hause. Man geht ja auch in den Sportverein, um angeleitet zu werden“, sagt Rabea Glienke. Sie leitet bei Vater Jahn Peine die Cross-Training-Gruppe und das Jump-Up-Fitness-Training auf Mini-Trampolinen. Die Corona-Krise bremste zwar die gemeinsamen Übungsabende mit ihren Gruppen, das Engagement der Trainerin aber nicht. Sie stellte mehrere Mini-Ganz-Körper-Trainingsprogramme zusammen, die sie alle zwei Tage zusammen mit Bildern und Erläuterungen auf der Internet-Seite des Vereins sowie auf sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Unter den vier Übungen zum Auftakt war auch der Mountainclimber, der Bergkletterer. Dazu müssen die Teilnehmer in die Liegestützhaltung gehen, das Gesäß tief halten und abwechselnd die Knie nach vorne ziehen. Das stärkt Arme und Beine und bringt Herz und Kreislauf in Schwung. Andere Übungen heißen Superman oder Bauchbombe. „Wichtig ist es, sich recht einfache Übungen herauszusuchen, wo man nicht viel falsch machen kann, denn Korrekturhilfen kann ich ja nicht geben“, sagt Rabea Glienke. Ihre Übungen kommen gut an. „Vielen Dank“, „Das war super“, „Das hat Spaß gemacht“, schrieben ihr die Mitglieder schon per Handy.

Um möglichst viel Abwechslung zu schaffen, startete die Jugendwartin einen Aufruf an andere Übungsleiter, mit der Bitte, sich doch an der Aktion zu beteiligen. Oliver Schlüter-Kalkstein nahm das gerne an. Er trainiert bei Vater Jahn Kinder und Jugendliche in der Trendsport-Art Parkour. Er bat die Jahner unter anderem schon zum Animal-Walk, dem Gehen auf allen Vieren. „Die Übung ist eigentlich eine Parkour-Aufwärmübung, kann aber auf Dauer ganz schön anstrengend werden“, erklärte er. Eine Kraftübung machte er den Jahnern auch noch schmackhaft: Er zeigte drei Positionen, die man mindestens fünf Sekunden halten sollte. „Hund“, „Brett“ und „Frosch“ heißen sie.

Tierisch viel Spaß hatte Rabea Glienke jüngst auch noch bei einer anderen Premiere: Mit Hilfe der Handy-App Zoom gestaltete sie erstmals eine Online-Cross-Training-Sportstunde, in der alle sechs Teilnehmer via Internet zugeschaltet waren. Die nächsten Runden sollen folgen. So viel Spaß das aber auch macht, die Übungsabende in der Halle des Ratsgymnasiums könne das nicht ersetzen. „Der Austausch und persönliche Kontakt fehlen mir schon sehr“, sagt Rabea Glienke. In ihrer Cross-Training-Gruppe gebe es Mitglieder im Alter von 15 bis 65 Jahren. „Da unterhalten sich Leute zusammen, die das im normalen Alltag sonst nicht tun würden. Das finde ich total nett.“

Auch deshalb hofft die Jugendwartin, dass die Corona-Krise schnell vorbei ist. Sollte es aber doch noch länger dauern, gehen ihr die Vorschläge für Übungen vorerst nicht aus: „Ein paar Wochen schaffe ich noch.“

Wer die Übungen nachmachen will, findet sie im Internet unter www.vater-jahn-peine. de/fit-trotz-corona/

Zwei Übungstipps zum Nachmachen

Zum Nachmachen! Für die Leser der „Peiner Allgemeinen Zeitung“ hat Jahn-Trainerin Rabea Glienke noch zwei weitere Übungen herausgesucht, die sich perfekt in der eigenen Wohnung absolvieren lassen:

Superman: Ein Übung für den Rücken. Ausgangsposition ist die Bauchlage, Arme und Beine sind ausgestreckt. Bauch einziehen und anspannen. Gleichzeitig Arme und Beine anheben und dabei Rücken- und Gesäßmuskulatur anspannen. Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule halten, Blick geht Richtung Boden. Beine komplett anheben und nicht nur in den Knien anwinkeln. Spannung kurz halten und wieder absetzen.

Die Superman-Übung stärkt den Rücken. Quelle: privat

Bauchbombe: Eine effektive Übung für den Bauch. Ausgangsposition ist die Rückenlage, Arme und Beine sind wie ein Stern vom Körper weggestreckt. Bauch einziehen und Rücken stabil ablegen, Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule und Blick zur Decke. Oberkörper aufrichten und Arme und Beine zusammenführen bis die Knie umarmt werden können. Kurz halten und wieder öffnen. Wenn möglich Arme und Beine nicht ablegen, sondern kurz über dem Boden halten und dann wieder zusammenführen.

Die Bauchbombe: Aus der sternförmigen Rückenlage wird der Oberkörper aufgerichtet. Quelle: privat

Von Christian Meyer