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Amateurfußball Peine Kurios: Equord verlängert mit Trainer ohne Spiel
Amateurfußball Peine Kurios: Equord verlängert mit Trainer ohne Spiel
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17:30 08.04.2020
Herta Equords Klubchef Kevin Hilbig (von links) und Obmann Benjamin Küster freuen sich darüber, dass Trainer Stephan Klemke seinen Vertrag verlängert hat.
Herta Equords Klubchef Kevin Hilbig (von links) und Obmann Benjamin Küster freuen sich darüber, dass Trainer Stephan Klemke seinen Vertrag verlängert hat. Quelle: privat
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„Wir haben schon geflachst, dass wir mit einem punktlosen Trainer verlängert haben. Andere sagen dagegen, Stephan ist noch ungeschlagen“, sagt Herta-Fußball-Obmann Benjamin Küster schmunzelnd.

Für die Mission Klassenerhalt mit seinem Heimatverein war Stephan Klemke in der Winterpause aus seiner Trainer-Pause zurückgekehrt. Der 38-Jährige hatte zehn Jahre die 2. Herren der Equorder erfolgreich trainiert und sollte in der restlichen Rückserie die Lücke füllen, die Spielertrainer René Görke mit seinem überraschenden Rücktritt hinterlassen hatte. Wegen der Corona-Zwangspause konnte Klemke mit seinem Team zwar in Punktspielen bisher nicht punkten, mit seinem Training dagegen schon. „Die Vorbereitung lief super. Die Trainingsbeteiligung war hervorragend, das hatten wir im Verein schon lange nicht mehr“, schwärmt Küster von einer deutlich zu spürenden Aufbruchstimmung, die nicht nur die 1. Herren sondern den ganzen Verein erfasst habe. Sogar Alt-Herren-Spieler trainierten plötzlich mit.

Ursprünglich wollte Klemke die Mannschaft nur eine Halbserie lang betreuen und dem Verein Zeit für die Planung für die kommende Spielzeit geben. Doch die entfachte Euphorie und die Trainingsbeteiligung ließen bei den Herta-Verantwortlichen den Entschluss reifen: „Wir fragen Stephan, ob er sich das nicht auch länger vorstellen könnte. Zum Glück hat er ja gesagt“, betont Obmann Küster.

Er sei jedoch nicht der einzige gewesen, der zugesagt habe, betont Trainer Stephan Klemke schmunzelnd. „Zuerst hat Benny meine Frau gefragt – die hat aber auch ,Ja’ gesagt.“ Aufgrund des Trainingseifers der Spieler habe er seinen Vertrag „sehr gerne“ verlängert. „Die Jungs haben halt gut mitgezogen, das kenne ich aus unserem Verein auch anders“, merkt Klemke an. Rund 15 Trainingseinheiten hatte er mit den Spielern des abstiegsgefährdeten Kreisliga-13. absolviert, bevor die Corona-Zwangspause Team und Trainer ausbremste. „Das ist total doof, weil ich natürlich gerne in Punktspielen gesehen hätte, wie die Vorbereitung auf die Mannschaft gewirkt hat. So weiß keiner, wo wir stehen“, sagt der 38-Jährige.

Auch wenn die Equorder derzeit keinen Abstiegsplatz belegen, hofft der Trainer nicht darauf, dass die Saison annulliert oder der derzeitige Tabellenstand gewertet wird. So will die Herta die Klasse nicht halten. „Das wäre unfair vielen anderen Vereinen gegenüber“, sagt Klemke, der heiß darauf ist, dass der 9:1-Testspiel-Erfolg gegen Viktoria Ölsburg in der Winterpause nicht sein einziger Sieg in dieser Saison bleibt. Es werde zwar langsam eng, aber wenn im Mai wieder gestartet werden könne, lasse sich die Spielzeit mit Wochentagsspielen noch zu Ende bringen. „Die Hoffnung habe ich noch.“

Die Vertragsverlängerung mit dem Trainer teilten die Equorder der Mannschaft übrigens per Handy mit drei Bildern mit Foto-Nachrichten mit, wie man sie aus Corona-Zeiten derzeit kennt. Die Entscheidung kam gut an. „Innerhalb der ersten fünf Minuten gab es schon 15 Nachrichten mit einem Daumen nach oben“, verrät Küster.

Von Christian Meyer