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Kolumnen Warten auf die Eiszeit
Sonntag Kolumnen Warten auf die Eiszeit
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20:07 04.05.2018
Möglicherweise stehen wir vor einer sogenannten kleinen Eiszeit. So ab 2030, genau wollen sich amerikanische Astrophysiker da nicht festlegen. Quelle: E+
Hannover

Vielleicht ist Breaking News der falsche Begriff. Aber ein bisschen überraschend kommt die Nachricht schon: Möglicherweise stehen wir vor einer sogenannten kleinen Eiszeit. So ab 2030, genau wollen sich amerikanische Astrophysiker da nicht festlegen.

Grund: Die Sonne schwächelt, zeigt wenig Aktivität, eine Art Burnout, und niemand traut sich ran. Forscher nennen das großes Minimum, ein schönes Oxymoron, so wie “nicht doch“ oder “alter Knabe“, “kluger Trump“ oder der Name Maximinian.

Und weil uns das alte Mädchen Sonne im Stich lässt, gehen wir klimaerwärmten Erdlinge nun also einer Eiszeit entgegen. Immerhin nur einer kleinen Eiszeit, aber es klingt schon nach ein wenig mehr als der alten Winterjacke mit herausnehmbarem Steppfutter.

Schritt 1: Sich selbst retten

Was also tun? Vorbeugen? Natürlich! Bis 2030 ist zwar noch ein bisschen hin, aber spätestens 2028 steht man vorm Survivalshop in der Schlange, und dann ist man froh, wenn man schon den Turbogaskocher und 80 Kilo Nudelsuppe im Standbeutel eingekellert hat und einem monatelangen Stromausfall mit Gelassenheit entgegensehen kann.

Also gehen Sie raus, sorgen Sie vor! Haben Sie keine Scheu, im Outdoorshop das Thema Eiszeit offen anzusprechen. Fragen Sie nach dem Himalaya-Experten der Bergsportabteilung, fragen Sie nach einem Yeti, die großen Ketten sind auf Eiszeiten aller Art vorbereitet, das Verkaufspersonal ist informiert und geschult.

Falls dem nicht so ist, falls kein Yeti eingestellt ist und überhaupt das Thema Eiszeit 2030 in den strategischen Überlegungen Ihres Outdoorshops noch keine dominierende Rolle spielt, lassen Sie sich nicht beirren. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Situation souverän zu meistern, falls das Beratungsgespräch in einer Sackgasse steckt.

Schritt 2: Unwissende warnen

1. Falls die Bergwanderer und Surfboys hinter Ihnen in der Schlange unruhig werden, kaufen Sie was Kleines, eine Mütze oder so, und verlassen Sie unauffällig den Laden. 2. Dramatisieren Sie die Situation! Klären Sie die Wartenden auf! Öffnen Sie ihnen die Augen! Zwölf Jahre, in Eiszeitzyklen ist das übermorgen!

Und der Outdoorshop verkauft Fliegenfischerausrüstungen statt Eisangeln, er verkauft Strandmuscheln statt Expeditionszelte. Ist das verantwortungsvoll? Nein! Ist das geschäftstüchtig? Nein! Eine Frechheit ist das! Großes Minimum! Dieser Laden wird 2030 keine Sonne sehen! So oder so.

Von Uwe Janssen

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