Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wissen Worauf Senioren bei der Partnersuche achten müssen
Nachrichten Wissen Worauf Senioren bei der Partnersuche achten müssen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 26.04.2019
Frisch verliebt im Ruhestand: Grund für eine neue Partnersuche im Alter ist oft eine Trennung. Quelle: Uwe Umstätter/Westend61/dpa
Kempen

„Mit 66 ist noch lange nicht Schluss“, sang einst Udo Jürgens. Das gilt noch immer: Viele Menschen jenseits der 60 suchen noch einmal einen Partner. Grund dafür ist nicht nur der Tod des Ehepartners, sondern auch und vor allem eine Trennung, sagt Dorothee Döring aus Kempen am Niederrhein. Die Referentin ist selbst Jahrgang 1949 und Autorin eines Buches über Partnersuche im Alter. „Meist sind es diejenigen, die verlassen worden sind und auch für sich das Trauma des Verlassenwerdens heilen wollen.“

Die Suche mit 70 sieht dabei anders aus als mit Mitte 20. „Wenn ich jung bin, suche ich einen Partner, mit dem ich auch eine Familie gründen kann“, erklärt Döring. Fällt dieser Aspekt weg, könne es einfacher sein, jemand Passendes zu finden.

Denn wer eine Familie gründet, ist über die Kinder ein Leben lang verbunden – auch wenn die Beziehung scheitert. „Im vorgerückten Alter sagt man: „Manches hat gepasst, manches nicht so gut, aber für die Zeit, die wir zusammen waren, war es okay““, sagt Döhring. „Da ist eine Lockerheit drin, wenn nicht mehr so viel davon abhängt.“

Freiheiten und Sex spielen eine Rolle

Gerade ältere Frauen geben ihre Freiheiten für einen neuen Partner nur ungern auf. So ist eine gemeinsame Wohnung für sie nicht selbstverständlich. „Die Männer wollen oft ganz gern eine Frau, die immer da ist und für alles sorgt. Frauen möchten genau das nicht, das haben sie schon hinter sich“, erklärt Döring. „Sie wollen sich mit ihren Freundinnen verabreden und, wenn sie Lust haben, mit dem Partner etwas unternehmen.“

Das heißt aber nicht, dass es im Alter nur um gemeinsame Freizeitgestaltung geht. Sexualität ist durchaus ein Thema, sagt Alexander Wild. Er ist Gründer und Geschäftsführer von Feierabend.de, einer Online-Community für die Generation 60 plus. „Bei einer Umfrage von uns haben fast 40 Prozent gesagt, ab 60 Jahren hätten sie den besten Sex ihres Lebens gehabt.“

Mehr lesen:
Warum sollten wir uns aufs Alter freuen, Eckart von Hirschhausen?

Bei Männern spiele Sex auf jeden Fall eine Rolle, sagt Döring. „Bei den Frauen sind manche noch sehr aktiv, andere sagen: „Mir reicht es, einen netten Menschen zu haben, mit dem ich über alles reden kann und der sich für die gleichen Dinge interessiert.““

Den idealen Partner gibt es nicht

Die Vorstellungen von einer neuen Partnerschaft im Alter können also ganz unterschiedlich sein. Senioren sollten sich deshalb klar darüber sein, was sie suchen. Und wissen: Den idealen Partner gibt es nicht. „Wenn man illusionär unterwegs ist, kann man nur enttäuscht werden“, warnt Döring. „Man kann höchstens gucken: Was macht mich aus, wo würde ich Kompromisse eingehen, und was ist für mich überhaupt nicht verhandelbar.“

Mehr lesen: Wenn Paare Koalitionen eingehen

Außerdem sollte man ehrlich zu sich selbst sein: Suche ich nur einen Partner, weil ich nicht allein sein kann? „Dann erfüllt der mögliche Partner eine Funktion – und damit überfordere ich ihn.“ Döring empfiehlt Senioren, auch allein auszugehen oder zu verreisen. „Das ist erstmal eine Mutprobe, aber sonst bleibe ich immer abhängig von anderen.“

Bei der Suche nach einem Partner sollten Senioren zweigleisig fahren, rät Wild. „Ich glaube, es ist nach wie vor sehr wichtig, dass man unter Menschen geht. Im richtigen Leben ist es wahrscheinlich immer noch am einfachsten, jemanden kennenzulernen.“

Onlinepartnerbörsen für die Generation 50 plus

Gleichzeitig biete das Internet viele Möglichkeiten. „Das ist natürlich eine effiziente Art, schon mal ein Vorscreening zu machen oder überhaupt Kontakt herzustellen.“ Ein Tochterunternehmen von Feierabend.de ist Platinnetz, eine Senioren-Partnerbörse. Auch andere Onlinebörsen haben die reifere Generation als Zielgruppe entdeckt – zum Beispiel 50plus-Treff, Lebensfreude50 oder SilberSingles.

Allerdings gibt es dort ein Problem - die Ehrlichkeit. Das weiß Döhring aus ihren Seminaren: „Die Frauen sagen: „Wenn ich mein wahres Alter angebe und das über 50 ist, dann werde ich weggeklickt.““ Denn die gleichaltrigen Männer suchten oft eine 15 Jahre jüngere Frau. „Natürlich führt das zu Schwindel.“

Der fliegt allerdings spätestens bei der persönlichen Begegnung auf. Döring rät deshalb, dann lieber bei Senioren-Aktivitäten die Augen aufzuhalten, etwa beim gemeinsamen Wandern oder Grillen. „Da fragt dann kein Mensch: „Wie alt bist du?“ Entweder gefällt man einander oder nicht.“

Sobald es ums Geld geht, sofort den Kontakt abbrechen

Wild rät beim Online-Dating zu einem Profil mit aktuellen Fotos – und ansonsten zu möglichst wenig konkreten Infos. „Eigentlich müssen für die erste Sichtung das Foto und der Wohnort reichen.“ Auch wenn es zum gegenseitigen Like komme, sollte man nicht sofort die Telefonnummer herausgeben – sondern erst, wenn man gechattet und Vertrauen gefasst hat.

Für die Vorsicht gibt es einen Grund: das sogenannte Love Scamming. „Ältere Menschen werden ganz bewusst angegangen, wohl wissend, dass sie einsam sind. Da wird ihnen die große Liebe vorgegaukelt, und irgendwann kommt derjenige mit Geschichten, dass er jetzt ganz dringend Geld braucht“, erklärt Wild. Viele seien auf diese Weise um Tausende Euro betrogen worden. „Sobald es irgendwie ums Geld geht, sofort den Kontakt abbrechen.“

Mehr zum Thema:
Love Scam – Liebesbetrug im Internet

Dass solche Betrügereien zunehmen, sagt auch Julia Rehberg, Juristin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. „Es gibt eine große Dunkelziffer, weil die Leute sich schämen und niemandem anvertrauen.“ Sie rät, sich baldmöglichst mit Online-Kontakten zu treffen – und zwar an einem öffentlichen Ort. „Dann kann man sehen, ob es den anderen so wirklich gibt.“

Mehr zum Thema Partnersuche:
Was tun, wenn Dating immer wieder im Chaos endet?

Von RND/dpa

Elon Musks Unternehmen „Neuralink“ arbeitet an einem Interface, das das Hirn leistungsfähiger machen soll. Doch Musk ist nicht der einzige, der sich für Hirn-Computer-Schnittstellen interessiert. Wissenschaftler wollen gelähmten Patienten so das Sprechen ermöglichen.

26.04.2019

Alte Rechnungen, Belege und Verträge schlummern in vielen Aktenordnern. Die wenigsten Unterlagen müssen Verbraucher über Jahre aufbewahren. Welche Dokumente können getrost entsorgt werden – und welche nicht?

26.04.2019

Seit dem Urknall dehnt sich das Universum weiter aus. Neue Beobachtungen deuten darauf hin, dass das Tempo der Expansion zugenommen hat. Der Grund dafür liegt buchstäblich im Dunkeln.

26.04.2019