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Wissen Wenn Fremde Kinder ansprechen: Ein Leitfaden für den Ernstfall
Nachrichten Wissen Wenn Fremde Kinder ansprechen: Ein Leitfaden für den Ernstfall
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16:00 18.01.2019
Damit sie nicht Opfer von Übergriffen werden, sollten Kinder auf drohende Gefahren behutsam hingewiesen werden. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Gerade in der dunklen Jahreszeit sind die meisten Mütter und Väter besorgt, wenn sich der Nachwuchs allein von A nach B bewegt. Wenn diese Sorge dann durch entsprechende Schlagzeilen genährt wird, spielen die Gefühle verrückt. So sind zuletzt im Kieler Stadtteil Hammer innerhalb von nur acht Tagen zwei Kinder von einem bisher unbekannten Mann auf dem Weg zur Grundschule gepackt und angegriffen worden.

Vielen Eltern stellt sich da die Frage: Was tun? Wie können Kinder lernen, sich vor Übergriffen zu schützen und sich zu verteidigen? Einen guten Leitfaden mit vielen nützlichen Ratschlägen bietet hierzu die Polizei.

Das Selbstbewusstsein des Kindes stärken

Wenn Kinder von einem Übergriff oder Vorfall erzählen, sollte das Kind gelobt werden, dass es sich anvertraut und davon berichtet. Das stärkt das Vertrauen, gibt dem Kind Selbstbewusstsein und nimmt auch die Angst vor Vorwürfen seitens der Eltern. Kinder, die von ihren Eltern viel Aufmerksamkeit, Anerkennung und Zärtlichkeit erfahren, sind deutlich weniger anfällig für dubiose Annäherungen durch fremde Menschen.

Wenn ein Kind also angesprochen wurde, gilt: aufmerksam zuhören und nachfragen. Dem Nachwuchs fällt es dann leichter von der bedrückenden Situation zu erzählen. Die Gefühle und die Wahrnehmung des Kindes sollten immer ernst genommen werden. Ein heikler Vorfall sollte sofort der Polizei gemeldet und in der Schule und in Elterngruppen kommuniziert werden.

Einfache Verhaltensregeln üben: „Nein, das will ich nicht!“

Ein weiterer Hinweis der Polizei lautet, mit den Kindern den Ausruf „Nein, das will ich nicht!“ zu üben. Bei Gefahr sollten Kinder laut, deutlich und selbstbewusst sprechen und sich trauen, andere Passanten um Hilfe zu bitten. Rita Salgmann von der Zentralstelle Gewalt, Eigentum, Prävention und Jugendsachen des Landeskriminalamts Niedersachsen rät Müttern, Vätern und Großeltern dazu, den Nachwuchs darauf vorzubereiten, dass sie auf dem Schulweg oder aus dem Auto heraus angesprochen werden könnten. Kindern sollte unbedingt klar sein, dass sie mit fremden Menschen nicht sprechen müssen. Grundsätzlich gilt auch, dass Eltern mit ihren Kindern üben sollten, Personen oder Fahrzeuge zu beschreiben. Auch die Notrufnummer 110 der Polizei sollte der Nachwuchs so früh wie möglich kennen.

Welpen, Kätzchen, Süßigkeit: Kinder auf heikle Situationen vorbereiten

Ein weiterer Ratschlag von Experten: Die Gefahr sollte den Kindern zwar bewusst gemacht und auch angemessene Verhaltensweisen aufgezeigt werden, diese sollten aber ohne Angst vom Nachwuchs verinnerlicht werden. Kinder, die auf die Tricks der „Kinderansprecher“ von Eltern vorbereitet werden, reagieren im Ernstfall selbstbewusster. Sie wissen durch das Üben und das Vorbereiten, dass sich keine kleinen Hunde und Katzen oder Süßigkeiten im fremden Auto befinden, sondern dass das nur eine Masche von den Tätern ist.

Trotzdem sollte der Nachwuchs immer wieder daran erinnert werden, dass er nicht zu Fremden in ein Auto steigen darf. Kinder sind vergesslich. Wichtig ist auch die Information, dass Eltern niemals einen Fremden schicken würden, um das Kind aus der Schule oder vom Sportverein abzuholen, sollten sie selbst verhindert sein.

Kindergruppen schützen: Nur in der Gruppe in die Schule

Der Weg in die Schule, zur Sport- oder Musikstunde sollte vom Kind nur zusammen mit anderen Kindern gemacht werden. Die Gruppe schützt! Kinder sollten außerdem bekannte Wege gehen. Der kürzeste Weg ist dabei nicht unbedingt der sicherste. Auf belebten Wegen fühlen sich Kinder oft besser. Darüber hinaus sollten Eltern ihrem Nachwuchs auf dem Schulweg und in der näheren Umgebung verlässliche Ansprechstellen und Orte zeigen, zum Beispiel Apotheken oder Geschäfte, wo im Zweifel Hilfe geholt werden kann.

Ein weiterer Hinweis von der Polizei: Das T-Shirt oder der Rucksack sollte nicht mit dem Namen des Kindes bedruckt sein. Wenn Fremde das Kind mit dem Namen ansprechen, wirkt das zu vertrauenswürdig. Auch eine Adresse auf dem Schulranzen sollte vermieden werden.

Zusammenfassung: Verhaltensregeln, die Kinder kennen sollten

– Mit Kindern über brenzlige Situationen sprechen, um sie darauf vorzubereiten.

– Die Vertrauensbasis zu Kindern stärken, damit sie von heiklen Ereignissen zu Hause berichten.

– Kinder müssen immer wieder daran erinnert werden, dass sie – ohne elterliche Erlaubnis – nicht mit Fremden mitgehen oder in ein fremdes Auto steigen dürfen.

– Kinder müssen wissen, dass sie gegenüber Erwachsenen immer laut und deutlich „NEIN-SAGEN“ können und das auch dürfen.

– Kindern muss klar gemacht werden, dass sie nicht aus Höflichkeit mit den Fremden sprechen müssen und auch keine Auskünfte geben brauchen.

– Kinder möglichst nur in Gruppen zur Schule oder zum Spielen gehen lassen.

Von Jessica Schantin

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