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07:30 03.03.2016
Foto: Die Italienerin Samantha Cristoforetti flog Mitte Juni 2015 für das ESA-Projekt ins All. Eine deutsche Astronautin wird nun gesucht.
Italien macht es vor: Die Italienerin Samantha Cristoforetti flog Mitte Juni 2015 für das ESA-Projekt ins All. Noch vor 2020 soll nun eine deutsche Astronautin ebenfalls ins All fliegen. Quelle: ESA/NASA
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Berlin

Eine Privatinitiative will die erste deutsche Frau in den Weltraum bringen. Noch vor 2020 soll Deutschlands erste Astronautin zur Internationalen Raumstation ISS fliegen, wie der Personaldienstleister für Luft- und Raumfahrtspezialisten, HE Space, mitteilte. Bisher konnten elf deutsche Männer den Weltraum erkunden. "Der zwölfte deutsche Mensch sollte ein Frau sein", sagte die Geschäftsführerin von HE Space, Claudia Kessler. "Ich habe super ausgebildete promovierte Ingenieurinnen kennengelernt, die Astronautin werden wollen. Doch eine offizielle Ausschreibung ist nicht in Sicht", begründete sie den Start ihrer Initiative.

Bewerbungsschluss Ende April

Als letzter Deutscher im Weltraum war zuletzt der Geophysiker Alexander Gerst für die Europäische Weltraumorganisation (Esa) im Einsatz. Mädchen bräuchten aber auch ein weibliches Vorbild, um sie für die Naturwissenschaft zu begeistern, sagte Kessler.

Mehrere Organisationen, darunter das europäische Netzwerk "Women in Aerospace" (Frauen in der Raumfahrt) unterstützen ihre Initiative. Für die Mission kommen Frauen mit einem abgeschlossenen Studium der Naturwissenschaften oder Medizin infrage. Sie können sich bis zum 30. April bewerben und müssen Tests durchlaufen.

Teures Vorhaben

Im Oktober will das Unternehmen dann zwei Finalistinnen bekanntgeben, die sich zur Astronautin in einem russischen Trainingszentrum ausbilden lassen. Eine von ihnen soll bis 2020 den Flug zur ISS antreten. Die erste deutsche Frau ist ein teueres Vorhaben: Nach Kesslers Schätzungen würde die Aktion zwischen 30 und 40 Millionen Euro kosten. Die Finanzierung steht noch nicht fest. Das Geld soll durch Sponsoring und Crowdfunding zusammenkommen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützt das Vorhaben. Die Initiative könne nicht nur die Raumfahrt in Deutschland populärer machen, sondern gerade bei Mädchen die Wahl eines naturwissenschaftlichen Studiums befördern, teilte das DLR mit. 

dpa

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