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Wissen Sechstes „Massensterben“: Eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht
Nachrichten Wissen Sechstes „Massensterben“: Eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht
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11:55 06.05.2019
Aktivisten des Umweltverbands WWF demonstrieren in Paris für mehr Artenschutz. Quelle: imago images / IP3press
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Berlin

500.000 bis eine Million Arten stehen demnach vor der Ausrottung. Viele drohten bereits „in den kommenden Jahrzehnten“ zu verschwinden, heißt in dem Bericht zur weltweiten Artenvielfalt, den der Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen (IPBES) am Montagmittag in Paris veröffentlichen will. Schon zuvor warnte IPBES-Vorsitzender Robert Watson in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP vor einer „unmittelbar bevorstehenden extremen Beschleunigung“ des weltweiten Artensterbens.

Größtes „Massenaussterben“ seit Ende der Dinosaurier

Schon jetzt sei die Geschwindigkeit, in der Tier- und Pflanzenarten aussterben, zwischen zehn- und hundertmal höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre. Experten sprechen deshalb von einem „Massenaussterben“. Davon hat es innerhalb der vergangenen 500 Millionen Jahre erst fünf gegeben – zuletzt vor 66 Millionen Jahren, als ein Asteroideneinschlag den Dinosauriern den Garaus machte. Zwar entstanden Millionen neue Arten, aber da gab es auch noch nicht die Zerstörung durch den Menschen.

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Zu den Hauptgründen für das drohende Artensterben gehören dem Bericht zufolge Landwirtschaft, Abholzung, Bergbau, Fischerei und Jagd sowie Klimawandel und Umweltverschmutzung. Der Bericht beruht dabei teilweise auf Erkenntnissen zu gut erforschten Arten wie den Wirbeltieren, verweist aber auch auf „Ungewissheiten“ bei der Zahl weniger bekannter Arten, vor allem der Insekten.

„Klimawandel und Artensterben sind gleichgewichtig“

„Wir müssen anerkennen, dass der Klimawandel und die Zerstörung der Natur gleichgewichtig (als Auslöser des Artensterbens) sind“, sagte Watson gegenüber AFP. Beide Faktoren hätten nicht nur Einfluss auf die Umwelt, sondern auch auf Entwicklungs- und Wirtschaftsfragen. Ausdrücklich erwähnte Watson dabei die Gewinnung von Nahrungsmitteln und Energie. Nur „tiefgreifende Veränderungen“ könnten den Schaden für die Artenvielfalt noch begrenzen.

Der vorläufige Bericht des in Bonn ansässigen IPBES kommt zudem zu dem Schluss, dass die Hälfte aller Ökosysteme zu Lande und im Wasser durch den Eingriff des Menschen schwer beeinträchtigt worden sind. Subventionen für die Agrarindustrie, Viehzucht und Fischerei führten zu Ineffizienz und überhöhtem Konsum.

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Von RND/so

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