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Nachrichten Wissen Vogelembryos kommunizieren schon im Ei miteinander
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10:21 23.07.2019
Die Forscher untersuchten eine Kolonie von Mittelmeermöwen auf der Atlantikinsel Salvora, die laut Forschern schon im Eir miteinander kommunizieren. Quelle: Jose C. Noguera
Vigo/Geelong

Von Ei zu Ei: Vogelküken kommunizieren offenbar schon vor dem Schlüpfen über einen bislang unbekannten Weg miteinander – durch Vibrationen. Das berichten spanische Forscher in der Zeitschrift „Nature Ecology and Evolution“ nach Experimenten mit Mittelmeermöwen. Darin beschallten sie ungeschlüpfte Küken mit Warnrufen, durch die erwachsene Möwen vor Feinden warnen. In einem „Nature“-Kommentar sprechen zwei Expertinnen von einer faszinierenden Studie, die den Blick auf Vogelembryos grundlegend verändere: von isolierten passiven Individuen zu Akteuren, die gut über ihre Umgebung informiert sind.

Forscher: Art der Kommunikation bislang unterschätzt

Dass Vogelembryos schon vor dem Schlüpfen Reize von außen wie etwa Rufe registrieren und auch selbst Rufe ausstoßen, war bereits bekannt. So können Küken durch Rufe und Bewegungen etwa den Zeitpunkt des Schlüpfens untereinander abstimmen. Die Studie von Jose Noguera und Alberto Velando von der spanischen Universität Vigo deutet nun aber darauf hin, dass Art und Ausmaß der pränatalen Kommunikation bislang stark unterschätzt wurden.

Die Forscher untersuchten eine Kolonie von Mittelmeermöwen (Larus michahellis) auf der Atlantikinsel Salvora vor der galizischen Küste, südwestlich von Santiago de Compostela. In solchen Kolonien stoßen erwachsene Möwen beim Sichten von Eindringlingen wie etwa Nerzen Warnrufe aus, woraufhin sich die Küken abducken und nicht mehr rühren.

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So reagierten Embryos auf Warnrufe:

Die Biologen prüften nun die Reaktionen ungeschlüpfter Küken auf solche Rufe. Dazu untersuchten sie im Labor Gelege mit jeweils drei Eiern. Zwei der drei Embryos wurden mehrmals täglich außerhalb des Geleges kurz mit typischen Warnrufen beschallt und kamen dann wieder ins Nest zu dem dritten Küken, wobei die drei Eier direkt aneinander lagen. In einer Kontrollgruppe wurde dagegen keine Embyros beschallt.

Nach dem Schlüpfen wurden dann alle drei Tiere aus den verschiedenen Nestern untersucht. Dabei fanden die Forscher – im Gegensatz zu den Vögeln der Kontrollgruppe – etliche Auffälligkeiten: Die Embryos

- waren später geschlüpft

- hatten höhere Werte des Stresshormons Cortisol

- hatten auffällige Veränderungen im Erbgut und

- wuchsen etwas langsamer.

Ergebnisse zeigten: Eier teilen Informationen

Auffällig war vor allem, dass das nicht nur für die beschallten zwei Eier eines Geleges galt, sondern auch für das dritte Küken, das nicht beschallt wurde. „Unsere Resultate zeigen, dass Möwenembryos nicht nur auf Warnhinweise von ausgewachsenen Tieren reagieren, sondern auch auf solche von anderen Embryos des Geleges, und dass sie ihre Entwicklung dann auf ähnliche Weise anpassen“, schreiben die Forscher. „Diese Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Embryos noch im Ei Informationen miteinander teilen.“

Solche Kommunikation galt als „unmöglich“

Die Forscher ermittelten auch die wahrscheinliche Quelle der Informationen: „Die den Alarmrufen ausgesetzten Eier vibrierten während der Inkubationszeit im Vergleich zur Kontrollgruppe öfter.“ Und je mehr sie vibrierten, desto ausgeprägter waren die späteren Veränderungen. Möglicherweise böten die – durch Bewegungen der Embryos verursachten – Vibrationen Hinweise auf die Umgebung des Geleges. Wahrscheinlich sei Kommunikation von Ei zu Ei auch bei anderen Tiergruppen weit verbreitet, schließt das Team.

In einem „Nature“-Kommentar schreiben Mylene Mariette und Katherine Buchanan von der australischen Deakin University in Geelong, die Studie deute auf ein Ausmaß an pränataler sozialer Kommunikation hin, „das bislang als unmöglich galt“. Sollten sich die Resultate bestätigen, könnten Vibrationssignale wesentlich komplexere Informationen übermitteln als nur das bevorstehende Schlüpfen. Insgesamt hätten die Ergebnisse beträchtliche Auswirkungen auf das Verständnis von pränataler Geschwister-Kommunikation, betonen die Forscherinnen.

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Von RND/dpa

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