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Wissen Studie: Schizophrenie lässt sich in den Augen nachweisen
Nachrichten Wissen Studie: Schizophrenie lässt sich in den Augen nachweisen
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15:00 13.06.2019
Die Augen werden in der Medizin auch „Fenster zum Gehirn“ genannt. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen: Die Anzeichen psychischer Krankheiten, zum Beispiel von Depressionen oder Schizophrenie, ähneln sich oft. Selbst für erfahrene Experten ist es deshalb oft schwer, eine Diagnose zu stellen. Das könnte sich in Zukunft ändern – denn Erkenntnisse der Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Ulm weisen darauf hin, dass Schizophrenie an den Augen erkannt werden kann.

Was ist Schizophrenie?

Die Schizophrenie ist eine schwere psychische Störung, bei der Betroffene in Schüben unter massiven Veränderungen ihrer Gedanken, Gefühle und Wahrnehmung leiden. Dadurch ändert sich auch ihr Verhalten. Das bedeutet nicht, dass sie – wie bei einer Identitätsstörung – eine gespaltene Persönlichkeit haben, wie irrtümlicherweise oftmals angenommen. Die Erkrankung entsteht durch genetische, biologische und psychosoziale Faktoren und bricht ohne erkennbare körperliche Ursache oder einen Zusammenhang mit bestimmten Erlebnissen aus.

Die Augen: Fenster zum Gehirn

Neben den Hauptsymptomen, wie Reizbarkeit, Misstrauen gegenüber anderen Menschen und Trugwahrnehmungen, berichten viele Betroffene über Probleme beim Sehen: Sie sehen zunehmend unscharf und haben zum Beispiel Schwierigkeiten, Kontraste oder Bewegungen korrekt wahrzunehmen.

Dass es bei anderen Erkrankungen des zentralen Nervensystems, zum Beispiel der Multiplen Sklerose oder Morbus Parkinson, eine Augenbeteiligung gibt, ist schon lange bekannt – denn die Netzhaut und der optische Nerv entwickeln sich direkt aus dem Zwischenhirn heraus. In der Medizinforschung wird das Auge deshalb auch „Fenster zum Gehirn“ genannt.

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Kann man Schizophrenie im Auge nachweisen?

Ob und inwiefern sich Schizophrenie im Auge nachweisen lässt, haben Professor Carlos Schönfeldt-Lecuona und Professor Elmar Pinkhardt vom Universitätsklinikum Ulm untersucht. Dafür haben sie die Augen von 26 Ulmer Schizophrenie-Patienten und -Patientinnen untersucht. Das Ergebnis: Die Netzhäute der Betroffenen haben eine stark reduzierte Dicke und ein geringeres Volumen fast aller gemessener Schichten aufgezeigt, als die der gesunden Probanden.

Es ist daher denkbar, dass Schizophrenie künftig durch eine optische Kohärenztomographie, also einen dreidimensionalen Augenscan, nachgewiesen werden kann. „Das könnte in Zukunft helfen, die verschiedenen Unterformen der Schizophrenie schneller zu identifizieren und sogar die Therapie individueller zu gestalten“, so die Wissenschaftler. Dazu seien jedoch weiterreichende Untersuchungen nötig.

Wie Schizophrenie bislang diagnostiziert wurde

Ob jemand schizophren ist, haben Experten bisher vor allem an einem ausführlichen Gespräch und an Eigenschaften, die in klinischen Fragebögen festgelegt sind, erkannt. In dem sogenannten ICD-10-Katalog sind für die paranoide Schizophrenie folgende Kriterien festgelegt:

1. Die Gedanken werden laut, grenzen sich ein oder breiten sich aus

2. Kontroll- oder Beeinflussungswahn; Gefühl des Gemachten bezüglich Körperbewegungen, Gedanken, Tätigkeiten oder Empfindungen, Wahnwahrnehmungen

3. Kommentierende oder dialogische Stimmen

4. Anhaltender, kulturell unangemessener oder unrealistischer Wahn

5. Anhaltende Halluzinationen

6. Gedanken reißen ab oder es gibt Einschiebungen in den Gedankenfluss

7. Katatone Symptome wie Erregung, Haltungsstereotypen oder Negativismus

8. Negative Symptome wie auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachter oder inadäquater Affekt.

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Von RND/Jessica Orlowicz

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