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Wissen Seelöwe im Maul von Buckelwal: Das ist die Geschichte dahinter
Nachrichten Wissen Seelöwe im Maul von Buckelwal: Das ist die Geschichte dahinter
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15:27 04.08.2019
Ein Buckelwal springt aus dem Wasser vor der Küste von Australien. Quelle: Dave Hunt/dpa
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Monterey Bay/Hannover

Das Bild geht um die Welt: Chase Dekker, Naturfotograf und Guide auf einem Walbeobachtungs-Boot, hat durch einen glücklichen Zufall das Bild seines Lebens geschossen.

Er befand sich gerade an Bord in der Monterey Bay in Kalifornien, als nur rund hundert Meter vor ihm im Wasser eine Gruppe von Seelöwen auftaucht. Sie hatten zuvor nach Sardellen getaucht und waren dann zum Luftholen an die Oberfläche gekommen. In dem Moment bricht ein Buckelwal aus dem Meer.

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Beute wiegt an die 200 Kilo

Wie der Fotograf gegenüber der „Washington Post“ sagte, bemerkte er sofort, dass etwas nicht stimmte und drückte auf den Auslöser. Im Fokus: Ein Seelöwe von etwa 180 bis 270 Kilogramm schwankte unsicher über dem klaffenden Maul des Wals. „Ich dachte mir nur: Oh mein Gott“, so der 27-Jährige.

Dekker, der die Tour leitete, fing in diesem Moment ein so ungewöhnliches Ereignis ein, dass vermutlich noch nie ein Mensch vor ihm beobachtet hat. Das Foto zeigt den irritiert aussehenden Seelöwen mit weit geöffnetem Maul, der nur einen Moment davon entfernt ist, von dem etwa 15 Meter langen Buckelwal verschlungen zu werden. Dabei fressen Buckelwale gar keine Seelöwen.

Forscher glaubt an Zufall

„Es war ein einmaliger Moment, in dem die Natur ein bisschen nach hinten losging“, sagte Ari Friedlaender, ein Ökologe an der Universität von Kalifornien in Santa Cruz, der das Futtersuchverhalten von Meeressäugern untersucht, gegenüber der „Washington Post“. „Es ist sehr ungewöhnlich, so etwas zu beobachten“, der unglückliche Seelöwe sei wahrscheinlich einfach „zur falschen Zeit am falschen Ort“ gewesen, vermutet Friedlaender.

Zwischen Frühling und Herbst werden hungrige Wale häufig zusammen mit anderen Raubtieren von der Masse an Fischschwärmen in die Bucht gezogen. Dekker verweist dabei auf eine Fressmethode, die von Buckelwalen und anderen Bartenwalen angewendet wird, bei der sie sich schnell auf ihre Beute zubewegen, den Mund offen halten und einen „Schluck“ Futter zu sich nehmen. Ihr Maul sei so ausgestattet, dass sie das Wasser herausfiltern könnten und kleine Fische und Krill oder Plankton zurückbleiben. Der Seelöwe habe sich vermutlich im Maul verfangen.

Foto-Story hat ein Happy End

Es ist es wohl nicht das erste Mal, dass andere Tiere als Fische und Krill das Pech hatten, versehentlich im Maul eines Buckelwals zu landen. Forscher haben Hinweise darauf gefunden, dass auch kleine Seevögel ab und an verschluckt werden. Dekker geht nicht davon aus, dass dies auch bei dem Seelöwen der Fall war.

Sein Schicksal sei nicht abschließend geklärt, aber Dekker sagte, er sei „zu fast 100 Prozent zuversichtlich“, dass das Tier unversehrt davongekommen ist. Die Speiseröhre eines Buckelwals sei nur ungefähr so groß wie eine große Grapefruit oder eine kleine Melone, erklärte der Guide. Dies bedeute, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Seelöwe von weit über 100 Kilos verschluckt und gefressen wird, sehr gering ist.

Dekker ergänzte, dass kein verletzter oder toter Seelöwe im Wasser entdeckt wurde und der Wal sich einige Minuten später normal zu benehmen schien – ohne Hinweis auf ein Säugetier im Maul. „Wahrscheinlich ist der Seelöwe einfach weggeschwommen“, sagte Dekker. Auch Friedlaender glaubt, dass der Seelöwe unversehrt blieb. „Ich vermute, dass Tier war wahrscheinlich ziemlich verängstigt, aber hoffentlich hatte es eine sanfte Landung.“

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Von RND/Laura Treffenfeld/so