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Wissen Richtig Abschminken: Tipps für reine Haut
Nachrichten Wissen Richtig Abschminken: Tipps für reine Haut
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16:30 09.04.2019
Wer sich nicht abschminkt, schadet der Haut. Quelle: weissdesign - stock.adobe.com
Hannover

Es ist ein Moment, der viele Frauen verbindet: Man kommt nach einer langen Partynacht nach Hause, würde sich am liebsten sofort hinlegen und tief und fest schlummern – wäre da nicht dieses tägliche, lästige Abschminken. Da kommt die Frage auf: „Wie schlimm kann es schon sein, eine Nacht geschminkt zu schlafen?“ Marion Moers-Carpi ist Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen und weiß, welche Folgen es für die Haut haben kann, sich nicht gründlich abzuschminken und welche Methoden am besten helfen.

Make-Up-Rückstände schaden der Haut

Ausfallende Wimpern, Pickel und Falten: Sich nicht abzuschminken kann viele, unschöne Konsequenzen haben. Mascara-Partikel zum Beispiel können Augen reizen. In Verbindung mit Bakterien kann das zu Schwellungen führen. „Es ist wichtig, dass man die Augen reinigt, weil es sonst zu einer Augenentzündung kommen kann“, so Moers-Carpi. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass die Wimpern durch Mascara brechen können.

Bei Make-Up, das direkt auf der Gesichtshaut aufgetragen wird, um das Hautbild ebenmäßig erscheinen zu lassen, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Im Laufe des Tages setzen sich Talg, Schweiß, Hautschuppen und Staub auf der Haut fest. Die Rückstände verstopfen die Poren und erschweren der Haut das Atmen. Das Ergebnis: Rötungen, Pickel und Juckreiz.

Dennoch gibt die Expertin Entwarnung: „Wer sich ein Mal nicht abschminkt, dem drohen Folgen dieser Art selbstverständlich nicht sofort. Ein Mal ist kein Mal.“

Unregelmäßiges Abschminken: Haut altert schneller

„Wer sein Gesicht vor dem Schlafengehen nicht regelmäßig gründlich reinigt, begünstigt einen Pre-Aging-Prozess der Haut“, erklärt Dermatologin Moers-Carpi. Die Haut altert dementsprechend wesentlich schneller, wenn sie zu lange Zeit Schadstoffen ausgesetzt ist. Ein weiteres Problem einer nicht ausreichenden Reinigung: Die Cremes, die man zur Pflege verwendet, dringen nicht wirklich bis zur Haut durch. „Der Schmutz wirkt wie eine Barriere. Es setzen sich Make-Up Reste ab und die Poren werden größer und größer“, so die Expertin.

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Abschminktücher: Ein No-Go?

Ob für empfindliche Haut, günstig, teuer oder besonders feucht – Abschminktücher gibt es in allen möglichen Variationen. Sie gelten als entspannte Lösung für die tägliche Abendroutine. „Gerade bei Tüchern ist aber Vorsicht geboten: Es sollte unbedingt mit Wasser nachgespült werden“, so Moers-Carpi. „Sonst bleiben Schmutz, Parabene und andere Konservierungsstoffe über Nacht.“ Die Rückstände trocknen die Haut aus und lassen sie alt aussehen. Außerdem problematisch sei die Reibung bei der Nutzung von Abschminktüchern. „Das gibt oft kleine Wunden, die wiederum zu Irritationen führen“, meint Moers-Carpi. Die Tücher seien oftmals sogar rauer als herkömmliche dünne Tücher oder Watte.

Richtige Abschminkmethode für Hauttyp finden

Um die Haut ideal reinigen zu können, ist es wichtig, die Bedürfnisse des eigenen Hauttyps zu kennen. Trockene und empfindliche Haut beispielsweise leidet oft unter Talgmangel und benötigt daher eine besonders sanfte und nährende Pflege. „Dazu ist Mizellenwasser gut geeignet. Es wirkt wie ein Magnet und zieht den Schmutz und das Make-Up von der Haut“, erklärt die Expertin. Auch eine cremige, mit hydratisierenden Aktivstoffen angereicherte Reinigungsmilch ist empfehlenswert. Das Abschminken mit Seife hingegen kann bei einer sensiblen Haut gefährlich werden und zu Irritationen führen.

Bei fettiger- oder Mischhaut ist eine tiefenwirkende Reinigung ratsam, um sich von dem Fettfilm zu befreien. „Die abgestorbenen Hautzellen könnten sonst Talg bilden, der die Poren verstopft. Generell empfiehlt sich, doppelt gründlich zu waschen“, so Moers-Carpi. Besonders dafür geeignet: Pflegeprodukte, die klärende Öle enthalten. „Außerdem macht es bei fettiger Haut Sinn, das Gesicht mit kaltem Wasser zu waschen. Das wirkt anregend und die Poren ziehen sich zusammen.“

Make-Up Schritt für Schritt entfernen

Ein Großteil der Frauen schminkt sich in einem Durchgang ab. Es ist jedoch empfehlenswert, zuerst das Lippen- und Augen-Make-Up und dann die Foundation zu entfernen. So wird verhindert, dass auf der bereits abgeschminkten Haut Mascara- oder Lippenstiftreste verteilt werden.

Wichtig: Den Hals nicht auslassen

Unabhängig davon, ob der Hals mitgeschminkt wird oder nicht: Er sollte in jedem Fall in die Abendroutine einbezogen werden. Dazu rät auch Dermatologin Moers-Carpi: „Der Hals wird oft vergessen – dabei kriegt er, gerade bei freizügiger Kleidung im Sommer viel Schmutz ab. Im Winter strapazieren wir die Haut beispielsweise mit Parfüm.“

Abschminken bei Akne

Menschen mit Akne sollten versuchen, auf Produkte, die auf Ölbasis hergestellt wurden, zu verzichten – denn dann verstopfen die Poren und es kommt zu Unreinheiten. Auch besonders reichhaltige Cremes sind nicht empfehlenswert, weil sie Mitesser begünstigen. Außerdem sollte man Wert auf eine gründliche Reinigung legen, damit kein Schmutz auf der Haut bleibt – der kann sonst im Zweifelsfall dafür sorgen, dass das Auftragen einer Creme unwirksam wird, weil das Gesicht blockiert ist.

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Von RND / Jessica Orlowicz

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