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15:56 20.06.2019
Ohrringe mit Nickelgehalt trotz Allergie tragen: Es kann helfen, den Schmuck mit Klarlack zu überziehen. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Wer unter einer Nickelallergie leidet, geht erst einmal davon aus, keinen Modeschmuck mehr tragen zu können. Dass Nickel nicht nur in günstigem Modeschmuck enthalten ist, sondern sogar die Legierung von Weißgold einen Anteil von 20 Prozent Nickel aufweisen kann, macht diese Unverträglichkeit nicht leichter. Die Nickelallergie gilt als die häufigste Kontaktallergie überhaupt. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. informiert, dass zwei von zehn Menschen auf das Metall allergisch reagieren.

Nickelallergie: Tritt öfter bei Frauen auf

Die Unverträglichkeit gegen Nickel hat ihre Anfänge in den 1930er-Jahren, in denen Nickel vor allem in Strumpfhaltern und Stricknadeln enthalten war, bestätigt die Gemeinnützige Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF). Bis heute kommt die Allergie viel öfter bei Frauen als bei Männern vor: Jede zweite Frau unter 30 Jahren soll laut Deutscher Haut- und Allergiehilfe auf Nickel reagieren. Die Gründe dafür liegen schlicht daran, dass Frauen prozentual mit mehr Nickel – zum Beispiel in Modeschmuck – in Kontakt kommen.

Nickelallergie: Woran man sie erkennt

Eine Nickelallergie kann verschiedene Gesichter haben: Die ersten Anzeichen sind meistens Hautrötungen und Juckreiz oder Brennen an den Stellen der Haut, die mit Nickel in Kontakt gekommen sind. Wenn das Nickel nicht gemieden wird, kann es zu Ekzemen, Krusten und sogar nässenden Bläschen kommen. Ein Hautarzt kann helfen und die Allergie mit einem sogenannten Epikutantest bestätigen.

Therapie: Nickel am besten komplett meiden

Wenn die Nickelallergie einmal ausgebrochen ist, kann sie so schlimm werden, dass sogar der Kontakt zu Münzen einen Allergieschub auslöst. Dann besteht die Therapie in erster Linie daraus, nickelhaltige Stoffe zu vermeiden, erklärt ECARF. Handschuhe oder Schutzkleidung können helfen, längeren Hautkontakt zu umgehen.

Wenn die Unverträglichkeit besonders stark ist, sollten Allergiker sogar auf ihre Ernährung achten. Eine nickelarme Diät kann die Beschwerden reduzieren. Da in vielen Lebensmitteln Nickel enthalten ist, sollte dieser Schritt mit einem Arzt abgeklärt werden.

Nickelallergie: Selbst Lebensmittel können kritisch sein

Wenn eine oral auslösbare Nickelallergie besteht, sollten Lebensmittel mit einem Nickelgehalt von 100 Mikrogramm pro 100 Gramm nicht in großen Mengen verzehrt werden, informiert der Verband für unabhängige Gesundheitsberatung e.V. (UGB). Nickel in Lebensmitteln ganz zu vermeiden, ist praktisch unmöglich, da das Metall in vielen Lebensmitteln vorkommt – zum Beispiel in allen Getreidesorten, in Vollkornprodukten, in Schokolade und sogar in Bier und Wein. Der Nickelgehalt kann auch von den Anbaubedingungen der einzelnen Lebensmittel abhängen. Um die Nickelaufnahme bei Lebensmitteln zu verringern, kann es bei Obst und Gemüse übrigens schon reichen, die Schale zu entfernen, da diese den meisten Nickelgehalt aufweist, rät die Apotheken Umschau.

Unverträglichkeit meist im Sommer ausgelöst

Viele Menschen erkennen eine Nickelallergie erst im Sommer. Beim Kontakt mit nickelhaltigen Materialen kann der Hautschweiß Nickelionen aus dem Metall lösen. Die dringen dann durch die erste Schicht der Haut, der Hornschicht. Das Immunsystem erkennt das Metall dann als Fremdstoff und fängt an, sich dagegen zu wehren – so entsteht die Nickelallergie.

Sogenannte T-Helferzellen hängen sich an den Fremdkörper und aktivieren andere Zellen des Immunsystems, damit diese den Fremdkörper – das Nickel – vernichten, informiert die Gemeinnützige Europäische Stiftung für Allergieforschung. Um bei erneutem Kontakt schneller reagieren zu können, bilden sich sogenannte T-Gedächniszellen – diese Zellen merken sich, welche Stoffe unerwünscht sind. Wenn die Haut danach erneut mit dem Nickel in Kontakt kommt, wandern die Helferzellen in die oberen Hautschichten und lösen dort die Reaktion aus.

Modeschmuck tragen trotz Allergie

Wer einmal unter einem Hautausschlag – verursacht durch eine Nickelallergie – gelitten hat, weiß, dass es das beste ist, den Verursacher einfach zu meiden. Doch oft wird die Allergie auch vom Jeansknopf an der Hose ausgelöst und manchen Schmuck möchte man trotz Allergie tragen.

Ein Trick: Schmuck oder Jeansknopf einfach mit klarem Nagellack überziehen. Auf den Teil des Metalles, der mit der Haut in Kontakt kommt, Klarlack auftragen und am besten einen Tag trocknen lassen – optional eine zweite Schicht auftragen.

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Von RND/hb

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