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19:34 01.04.2019
Unter den Amerikanern gibt es immer mehr Sexmuffel. Quelle: © Parque/Corbis
Washington

In den USA wächst offenbar eine Generation von Sexmuffeln heran. Einer Erhebung des Marktforschungsinstituts DSS Data Explorer zufolge hat der Anteil junger Menschen, die keinen Geschlechtsverkehr haben, 2018 einen neuen Höhepunkt erreicht. Das berichtet die „Washington Post“. Die Entwicklung betrifft vor allem die jüngere Generation: Von den 18- bis 29-Jährigen hätten 23 Prozent bei der Befragung angegeben, in den vergangenen zwölf Monaten keinen Sex gehabt zu haben. Im Jahr 2008 lag dieser Wert bei lediglich acht Prozent.

Als besonders abstinent entpuppten sich junge Männer, 28 Prozent der Befragten blickten auf eine mindestens einjährige Sex-Pause zurück – und damit drei Mal so viele wie im Jahr 2008. Bei den Frauen lag die Quote in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen dagegen bei 18 Prozent. Aktiver sind laut Umfrage die 30- bis 39-Jährigen: Nur sieben Prozent von ihnen gab an, ein ganzes Jahr lang keinen Sex gehabt zu haben. In der Altersgruppe 50 bis 59 Jahren waren dies 13 Prozent.

Junge Männer leben häufiger bei den Eltern

Experten sehen die Gründe für die Sex-Flaute zum einen in einem veränderten Bindungsverhalten. „In den Zwanzigern gibt es mehr Menschen, die keinen Partner haben – unter diesen Umständen kommt es auch zu weniger Sex“, sagte die Psychologin Jean Twenge von der Universität San Diego der „Washington Post“. Zudem lebten junge Männer auch häufiger noch bei ihren Eltern als junge Frauen – im Jahr 2014 hielt es beispielsweise 35 Prozent der Männer zwischen 18 und 34 Jahren im elterlichen Haushalt. Die Möglichkeit für ungestörten Sex sei demnach begrenzt, so Twenge.

Video-Streaming und Social Media lenken vom Sex ab

Eine wesentliche Rolle spiele auch das Internet, sagt Twenge, denn dies lenke von der Zweisamkeit im Bett ab. „Um zehn Uhr abends gibt es jetzt viel mehr zu tun als vor 20 Jahren: Video-Streaming, Social Media, Konsolenspiele und alles andere“, sagt die Psychologin.

Das mag ein Stückweit auch den Rückgang sexueller Aktivität derer erklären, die nicht enthaltsam leben. So liegt der Anteil der Amerikaner, die mindestens einmal wöchentlich Geschlechtsverkehr haben, heute bei 39 Prozent. Im Jahr 1996 waren dies noch mehr als die Hälfte.

Von RND/so

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