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Wissen Motorradunfälle: Wie Biker gefährliche Fehler vermeiden
Nachrichten Wissen Motorradunfälle: Wie Biker gefährliche Fehler vermeiden
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10:11 30.04.2019
Auch Motorradfahrer können mithilfe bestimmter Verhaltensweisen Unfälle vermeiden. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Berlin

Wenn das Wetter schöner wird und die Temperaturen steigen, werden die Motorräder wieder aus der Garage geholt. Besonders zu Beginn der Saison ist die Unfallgefahr hoch. Biker und andere Verkehrsteilnehmer müssen sich oft erst wieder aneinander gewöhnen. Manchmal übersehen Auto- oder Lkw-Fahrer die Zweiräder. Doch: „Rund zwei Drittel der Motorradfahrer haben ihren Unfall selbst verursacht“, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Zwar ist bei Unfällen mit weiteren Beteiligten zu zwei Dritteln nicht der Motorradfahrer der Verursacher, aber es kommen sehr viele Alleinunfälle dazu.“ Laut Brockmann werden so rund 600 Motorradfahrer pro Jahr getötet. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, Fehler und Motorradunfälle zu vermeiden.

Fitness: Biker sollten nur trainiert aufs Motorrad steigen

Motorräder wiegen häufig mehr als 200 Kilogramm. Wer untrainiert auf das Bike steigt, riskiert seine Gesundheit. „Die körperliche Fitness ist Voraussetzung, Motorradfahren ist wie Sport“, sagt Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Man sollte die Muskulatur der Unterarme stärken, um richtig Gas- oder Bremsbefehle geben zu können. Michael Lenzen vom Bundesverband der Motorradfahrer ergänzt, dass auch das Gleichgewicht gehalten werden muss - das kostet Kraft.

Übung: Nach der Winterpause Automatismen trainieren

„Falsche Einschätzung von Gefahrenpotenzial und auch des eigenen Fahrverhaltens ist das Grundübel aller Unfälle“, erklärt Lenzen. Fahrer sollten auf einem Parkplatz Bremsen sowie Achten- oder Kurvenfahrten üben. Nach der Winterpause müssen Automatismen erst wieder trainiert werden. Zudem sollte man das Fahren bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen und auf verschiedenen Belägen trainieren. „Der beste Start in die Saison ist das Sicherheitstraining“, sagt Lenzen. Dabei erhält der Fahrer auch ein vernünftiges Feedback zu seiner Fahrweise. „Und kann daraufhin sein Fahrverhalten umstellen“, sagt Bente.

Stalleffekt: Aufmerksamkeit auch auf bekannten Straßen

Auf bekannten Straßen fühlen sich Motorradfahrer sicher, es entsteht eine Art Stalleffekt. „Dadurch sinkt die Aufmerksamkeit“, sagt Bente. Eine Gefahr, denn die Fahrbahn kann sich verändern - etwa nach dem Winter Schlaglöcher plötzlich haben. „Unbekannte Strecken geht man von vornherein vorsichtiger an.“

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Kurvenfahrt: Keine Angst vor Schräglage

Die richtige Einfahrt in die Kurve mit der richtigen Geschwindigkeit ist die beste Voraussetzung, auch wieder gesund aus der Kurve herauszufahren. „Würden alle Motorradfahrer 30 Prozent Schräglage ausnutzen können, gäbe es etwa 60 Prozent weniger Allein-Unfälle in Kurven“, gibt Bente zu bedenken.

Bremsen: Richtiges Verhalten in Kurven

In Kurven ist das richtige Bremsverhalten entscheidend. Sonst richtet sich die Maschine in der Kurve wieder auf und verfehlt den Rest der Kurve. Um rechtzeitig reagieren zu können, sollten Fahrer zudem ausreichend Abstand zum Vordermann einhalten.

Immerhin: Bei den Bremsvorgängen gibt es eine deutliche Verbesserung durch das ABS. Brockmann moniert aber, dass es immer noch viele ältere Motorräder ohne ABS gebe.

Geschwindigkeit: Trotz Schutzkleidung an das Tempolimit halten

Brockmann warnt: „Motorradfahrer überschätzen den Wert der Schutzkleidung.“ Bei Stürzen könne die Kleidung zwar das Aufschürfen der Haut verhindern. „Bei einem Aufprall auf ein Auto oder einen Baum schützen die Protektoren zumindest bei höheren Geschwindigkeiten nicht mehr“, sagt er. Vor allem der Bereich des Brustkorbs ist mehr oder weniger ungeschützt. Dort seien keine Protektoren angebracht.

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Von RND / dpa

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