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Wissen Kartoffeln unter Stroh: So funktioniert der Anbau
Nachrichten Wissen Kartoffeln unter Stroh: So funktioniert der Anbau
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13:41 20.06.2019
Kartoffeln können auch unter Stroh angebaut werden. Quelle: Anja Klein
Köln

Ich habe in Sachen Kartoffelanbau durchaus schon so einiges probiert. Dazu zählte, Kartoffeln in Säcken im sogenannten Kartoffelturm und auch ganz klassisch im Beet anzubauen. Doch alle Bemühungen brachten nur mäßigen Erfolg. Jetzt habe ich mir vorgenommen, es ein letztes Mal zu versuchen. Die Methode meiner Wahl diesmal ist der Kartoffelanbau unter Stroh.

Mein Garten ist zum Kartoffelanbau leider nicht so gut geeignet. Was fehlt, ist ein großes Beet, das den ganzen Tag von der Sonne beschienen wird. Kartoffeln mögen es sonnig. Sie gehören schließlich zur Solanum-Familie und sind mit den Tomaten verwandt. Die Sonnenplätze sind bei mir allerdings mit Hochbeeten besetzt, und die wiederum sind bestückt mit allem möglichen Gemüse. Platz für Kartoffeln ist da knapp. Trotzdem mache ich dieses Jahr noch einen Versuch und hoffe dabei auf eine ergiebige Ernte.

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Kartoffeln anbauen unter Stroh – wie kommt man auf so eine Idee?

Ich habe ein paar neue Hochbeete gebaut, und für das letzte Beet war nicht mehr genügend Erde da. Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, darin Kartoffeln unter Stroh anzubauen. Vor ein paar Jahren habe ich über diese Methode in einem Buch gelesen – und sie war wohl in einem Winkel meines Hirns gespeichert. Die Technik kommt aus der Permakultur-Ecke und wird normalerweise dazu verwendet, Wiesen schnell und ohne Umgraben in Ackerland zu verwandeln. Die Kartoffeln werden auf die Wiese gelegt und richtig dick mit Stroh bedeckt. Bis die Kartoffeln erntereif sind, hat sich die Grasnarbe zersetzt. Dabei versorgt das stickstoffreiche Gras die Kartoffeln mit Nährstoffen. Der Boden ist durch die Kartoffelwurzeln tiefgründig gelockert, und in der nächsten Saison kann an der Stelle anderes Gemüse in den offenen Boden gepflanzt werden.

Niederschlag ist gut für Kartoffeln

Viel Regen und niedrige Temperaturen – das Wetter im Frühling war bisher ideal für die Landwirtschaft. Doch die Bauern blicken nervös auf die kommenden Wochen. Der Dürresommer 2018 hat sich laut dem Rheinischen Landwirtschaftsverband bei vielen tief eingebrannt. Kartoffelbauern hätten bereits vielerorts ihre Bewässerungsanlagen in Stellung gebracht, allerdings bislang kaum benutzt. Der Regen war ergiebig. Doch reicht es letztlich nicht, wenn die oberen Schichten des Bodens gut durchfeuchtet sind. Die tieferen Profile sind oftmals gerade bei sandigen Strukturen eher lange trocken. Gerade die Kartoffelbauern sind daher auch weiterhin auf Niederschläge angewiesen.

Bekomme die Kartoffelpflanze zu wenig Wasser, stoße sie Knollen ab, sagt Franz Josef Dickopp von der Rheinischen Erzeugergemeinschaft Kartoffeln (Reka). Im vorigen Jahr bedeutete das laut Reka zwischen 10 und 50 Prozent weniger Ertrag. „Derzeit leben wir von der Hand in den Mund. Es gibt nur knappe Wasservorräte, der Unterboden ist nicht gesättigt“, so Dickopp.

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Wie funktioniert der Anbau von Kartoffeln unter Stroh im Hochbeet?

Die Technik des Kartoffelanbaus unter Stroh kommt aus der Permakultur. Quelle: Anja Klein

Charmante an der Idee ist ja, dass man durch die dicke Strohschicht jede Menge Erde einspart und das Hochbeet trotzdem voll bekommt. Das Ganze funktioniert in fünf Schritten:

1. Schritt: Ich habe das Hochbeet ganz normal zunächst mit groben Ästen und Strauchschnitt gefüllt. Eine Schicht feine Häcksel aus frischem Grün und etwas Rasenschnitt hatte ich auch noch. Damit war das Hochbeet etwa zur Hälfte gefüllt. Nachdem ich dann ordentlich darauf herumgesprungen bin, noch zu einem Drittel.

2. Schritt: Auf den gut verdichteten Strauchschnitt habe ich eine etwa zehn bis 20 Zentimeter hohe Schicht frischen Pferdemist geschaufelt. Riecht gut. Wirklich! Den Mist bekommt man meist umsonst oder für eine Handvoll Möhren auf einem Pony- oder Pferdehof.

3. Schritt: Auf den Mist kommt eine mindestens zehn Zentimeter hohe Schicht mit Gartenerde. So viel hatte ich gerade noch übrig. Direkt auf den frischen Mist sollten Sie die Kartoffeln besser nicht legen. Der wird ganz schön warm, deshalb braucht es eine isolierende Erdschicht dazwischen. Ich bestreue meine Kartoffeln darüber hinaus gern mit Urgesteinsmehl. Das wirkt vorbeugend gegen Krautfäule.

4. Schritt: Jetzt müssen die Kartoffeln nur noch mit Stroh bedeckt werden. 20 Zentimeter hoch darf die Strohschicht gern sein. Es sollte so dicht sein, dass kein Licht mehr auf die Knollen fallen kann. Ich habe zwischen den Kartoffeln noch vorgezogene Dicke Bohnen gepflanzt und hoffe, dass diese schnell genug wachsen, bevor die nächste Schicht Stroh auf die Kartoffeln kommt.

5. Schritt: Das Beet muss gründlich angegossen werden. Das Stroh sollte durch und durch nass sein. Das war’s dann aber auch schon mit der Arbeit. Bis die Kartoffeltriebe durch das Stroh zu sehen sind, ist nichts mehr zu tun. Sobald es so weit ist, kommt noch einmal eine etwa 20 Zentimeter dicke Schicht Stroh drauf.

Autorin Anja Klein liebt ihren Garten. Was dort passiert, beschreibt sie auf ihrem Blog „Der kleine Horrorgarten“. Quelle: RND Grafik

Von RND/Anja Klein

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