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15:00 15.01.2019
Geschenk mit Symbolkraft: Wenn zwei zusammen etwas anpflanzen, wollen sie zeigen, dass ihre Ehe langlebig und stabil wie ein Baum sein soll. Quelle: Getty Images/iStockphoto
Hannover

Ein Eheversprechen gehört zu den besonderen Momenten im Leben. Das wird gefeiert, und das Ereignis wird mit Bildern, Videos und Urkunden dokumentiert und bezeugt. Und vielleicht auch mit einem Baum. Den pflanzen manche Gäste, aber auch die Paare selbst als Zeichen für die geschlossene Ehe, die genauso langlebig und stabil wie eben ein Baum sein soll. Der Hochzeitsbaum steht für die bestenfalls tiefe Verbundenheit der Ehepartner. „Zugleich ist der Apfel natürlich eine besondere Symbolik, die von Brautpaaren häufig gewählt wird“, sagt der Baumschulmeister Gerhard Baumgartner aus Dietersburg bei Passau. Die Frucht steht für Gesundheit, ewige Jugend und Unsterblichkeit.

Hochzeitsbaum war früher Pflicht

Die Geschichte des Menschen ist mit den Bäumen seit alters her eng verbunden. Sie waren oftmals Treffpunkt für die Gemeinschaften – auf dem Dorfplatz etwa, unter der alten Ulme oder der großen Eiche. Und die Wälder waren heimlicher Treffpunkt der Verliebten, die ihre Initialen ins Holz schnitzten. Aber Bäume geben noch mehr her: Ihr Holz ist ein Wert, der wächst und der gerade in früheren Zeiten ein wichtiges Element war, um die eigene Existenz zu sichern – als Bauholz für das Haus, zum Schreinern von Möbeln oder als Tauschmittel.

In manchen Regionen war ein Hochzeitsbaum daher früher sogar Pflicht: In Norddeutschland mussten bis zum Jahr 1848 junge heiratswillige Männer eine bestimmte Anzahl von Bäumen gepflanzt haben, erläutert Lorena Dreher-Mester, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung Hambergen (Niedersachsen). Erst mit diesem Nachweis konnten sie damit rechnen, dass die Eheschließung auch erlaubt wurde.

Wald für mehrere Generationen

Zahlreiche Städte und Gemeinden haben auf den Trend, dass Partner zur Eheschließung einen Baum anpflanzen, reagiert, und sogenannte Hochzeitswälder eingerichtet. Oftmals werden die Flächen dafür sogar erweitert, weil das Interesse so groß ist. Manche Städte geben allerdings vor, was angepflanzt werden kann – aufgrund der Bodenbeschaffenheit eignen sich manchmal nur ausgewählte Bäume. In einigen Städten wie Essen hat sich aus solch einer Fläche mittlerweile ein Mehrgenerationenwald entwickelt: Viele Bürger wollen auch zu anderen Anlässen – etwa der Geburt eines Kindes oder Enkels – einen Baum setzen.

Blüten in unterschiedlichen Farben

Für Baumschulmeister Baumgartner sind Apfelbäume ideal für diesen Zweck. Dieser Baum steht durch seinen Wuchs für die Ehe, die aus zwei getrennten Leben hervorgeht: „Ein Mehrsortenbaum hat zwei Sorten auf einem Stamm, und die verschiedenen Triebe wachsen ineinander und blühen.“ Außerdem hat diese Züchtung einen ganz praktischen Vorteil: Während Apfelbäume eigentlich die Pollen anderer Apfelbäume zur Befruchtung brauchen, können sich die verwobenen Sorten eines Mehrsortenbaums gegenseitig befruchten. „Besonders schön ist es, wenn man bei einem Hochzeitsbaum darauf achtet, dass die Blüten tatsächlich unterschiedliche Farben haben“, findet der Baumschulmeister.

Unter den Apfelbäumen mit weißen Blüten empfiehlt er die Sorten Ontario, Teuringer Winterrambur oder Borowinka. Rosa erblühen die Sorten Zuccalmaglios Renette, Erwin Bauer, Ceres und Uhlhorns Augustkalvill. Der Blutapfel mit rotem Fruchtfleisch färbt seine Blüten ebenfalls rot.

Bernd Hallen, Vorsitzender im Verband der rheinischen Baumschulen, legt bei der Auswahl eines Hochzeitsbaums vor allem Wert darauf, dass die Gehölzart langlebig ist. Dafür steht vor allem ein Baum: die Eiche. „Die Eiche hat ein starkes Dickenwachstum“, erläutert der Gehölzexperte. Und ihre Pfahlwurzeln machen den Baum außerdem sehr standhaft. In der Symbolsprache wird die Eiche daher gerne für Eigenschaften wie Stärke und Besonnenheit verwendet.

Die Weide dagegen symbolisiert Tatendrang mit Leichtigkeit auf der einen und Flexibilität auf der anderen Seite. „Die Haselnuss steht für die Wahrheitsliebe“, sagt Hallen. Damit lassen sich Ehrlichkeit und Geradlinigkeit der Partner verdeutlichen.

Nicht jedes Paar hat einen Garten

Der Standort eines solchen Hochzeitsbaums ist oft schwierig. Ganz abgesehen von den individuellen Bedürfnissen der Arten und Sorten an Boden und Sonneneinstrahlung spielen auch Faktoren wie die Größe eines heranwachsenden langlebigen Baums eine Rolle. Nicht jeder hat schließlich Platz für eine Eiche auf dem Grundstück. Und darüber hinaus: Nicht jedes Paar hat schon ein eigenes Haus mit Garten – oder aber es bleibt dort nicht das ganze Leben lang.

Viele Gemeinden stellen daher inzwischen Paaren, die sich in dem Ort das Jawort geben, einen Platz zur Verfügung, an dem der Hochzeitsbaum gepflanzt werden kann. Die Gemeinde Hambergen beispielsweise hat einen eigenen Hochzeitswald. In der für Gehölze idealen Zeit im Herbst treffen sich alle Baumpaten und setzen ihre Bäume gemeinsam ein.

Das kann auch andernorts der Weg für Paare und die Schenkenden eines solchen Hochzeitsbaums sein: Manche Kommune freut sich vielleicht über die Spende des Baums für eine Allee oder den Gemeindewald – man sollte sie aber vorher fragen.

Von Dorothée Waechter /RND

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