Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wissen Hände weg vom Handy? Eltern haben da kaum eine Chance
Nachrichten Wissen Hände weg vom Handy? Eltern haben da kaum eine Chance
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:56 30.10.2019
Experten sind sich uneins: Ab wann ist das richtige Alter für das erste Smartphone. Quelle: Unsplash/Gaelle Marcel

Immer wieder warnen Kinder- und Jugendärzte vor den Folgen der Mediennutzung durch Kinder. Handys, Computer und Spielkonsolen sollten nach Meinung vieler Experten erst so spät wie möglich in das Kinderzimmer einziehen. Allerdings würden schon die Jüngsten auf permanente Reizüberflutung konditioniert, sagte Fischbach. In der Folge litten Kinder immer häufiger an Konzentrationsschwäche. „Medialen Dauerbeschuss macht das beste Hirn nicht mit“, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, jetzt der „Neuen Osnabrücker Zeitung0147.

Sicherlich haben die Forscher recht

Sicherlich haben die Forscher recht. Erst vor wenigen Wochen ergab eine Studie des Hamburger Leibniz-Instituts für Medienforschung im Rahmen des internationalen Forschungsnetzwerks EU Kids Online, dass 9 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen im vergangenen Jahr online etwas erlebt haben, das für sie schlimm war oder sie sogar verstört hat.

Die Realität im Lebensalltag deutscher Familien, egal welchen Bildungsstand sie auch haben mögen, ist allerdings längst eine andere geworden. Die Kinder von heute sind Digital Natives, sie wachsen auf in einer Welt voller Geräte, die unseren Alltag leichter machen sollen und ihn bisweilen sogar bestimmen. Schon Kleinkinder entdecken sich selbst und ihre Welt in den Fotoalben ihrer Eltern auf dem Smartphone wieder. Schulkinder trainieren mit Apps für den Grundschulunterricht. Spätestens ab der sechsten Klasse nutzen Schüler Whatsapp-Gruppen für die Schulklasse, manchmal gar zum Austausch in Lerngruppen. Diese Schüler fühlen sich aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, sobald sie daran nicht teilnehmen dürfen.

Die Lebenswirklichkeit in deutschen Familien ist eine andere

Noch dazu ist das Smartphone der ständige Begleiter von Eltern, die über Whatsapp Termine mit Freunden, Babysittern und der Kita vereinbaren, Nachrichten lesen, in sozialen Netzwerken unterwegs sind. Wenn die Eltern zwischendurch einmal den Kopf heben, machen sie vielleicht mit dem Smartphone noch ein Foto von ihren Kindern.

Hand aufs Herz – welche Eltern haben nicht schon einmal von ihren Kindern gehört, dass sie das Handy einmal aus der Hand legen sollen? Das Smartphone nämlich, so spannend und magisch anziehend es für Kinder auch sein mag, ist aus Sicht des Nachwuchses immer auch eine Objekt, mit dem sie um die Aufmerksamkeit der Eltern konkurrieren – oder das sie schließlich selbst nutzen wollen, weil sie es sich bei den Erwachsenen so abgeguckt haben.

Die Kernfrage ist nicht die nach dem Einstiegsalter, sondern die nach dem Nutzungsverhalten.

Deshalb ist die Kernfrage in dieser Diskussion eigentlich nicht, ab welchem Alter Kinder ein Handy besitzen sollten. Denn die tatsächliche Nutzung fängt oft schon im Kleinkindalter an. Vielmehr sollten sich Eltern klarmachen, welche Angebote in welchem Alter für ihre Kinder angemessen sind, damit diese langsam und angemessen in das digitale Zeitalter hineinwachsen können.

Eltern haben Vorbildfunktion, also Kopf hoch!

Eltern haben Vorbildfunktion, also Kopf hoch! Wer seine Kinder von einem rücksichtsvollen Umgang mit neuen Medien und letztlich auch dem Smartphone überzeugen möchte, sollte zunächst einmal sein eigenes Nutzungsverhalten überdenken und mit den Kindern gemeinsam erste Schritte tun. In der verlockenden, magischen und zweifellos sehr spannenden digitalen Welt gibt es viel zu entdecken. Mit einer entsprechenden Begleitung können Kinder einen angemessenen Umgang lernen. Und zwar in jedem Alter. Eine Grundsatzdebatte aber nützt in diesem Fall nichts.

Von Dany Schrader/RND

Eine neue Studie legt nahe, dass der klimawandelbedingte Anstieg des Meeresspiegels mehr Küsten betreffen wird, als zuvor angenommen. In Deutschland sind unter anderem Ostfriesland, Bremen und Hamburg gefährdet. Weltweit könnten nach Einschätzung der Forscher 2100 bis zu 630 Millionen Menschen bedroht sein.

31.10.2019

Ein trauriger Höchstwert der vergangenen zehn Jahre: China hat über 25 Prozent mehr Müll in seinen Küstengewässern versenkt. Doch das Land weist die Verantwortung für die weltweite Verschmutzung der Meere von sich.

30.10.2019

In diesem Herbst sprießen die Waldpilze nur so aus den Böden. Förster sprechen von nie da gewesenen Mengen und Sammler freuen sich über ihre Ausbeute. Doch Experten warnen, sich nicht ausschließlich auf Apps zu verlassen.

30.10.2019