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Wissen Forscher entdecken neuen Riesenwaran mit doppeltem Penis
Nachrichten Wissen Forscher entdecken neuen Riesenwaran mit doppeltem Penis
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08:08 07.04.2010
Die Männchen können ihre beiden Geschlechtsorgane  abwechselnd nutzen.
Die Männchen können ihre beiden Geschlechtsorgane abwechselnd nutzen. Quelle: afp
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Auf den Philippinen ist eine neue Art von Riesenwaranen entdeckt worden. Die Echsen mit dem wissenschaftlichen Namen Varanus bitatawa werden bis zu zwei Meter lang, die Männchen sind mit einem doppelten Penis ausgestattet, wie die britische Royal Society am Mittwoch im Fachblatt „Biology Letters“ mitteilte. Es handelt sich demnach um enge Verwandte der Komodo-Warane, die in Indonesien beheimatet sind. Allerdings ernährt sich der Varanus bitatawa im Gegensatz zum Komodo-Waran nicht von Fleisch und Aas, sondern ausschließlich von Pflanzen.

Entdeckt wurde die neue Waranart bereits im vergangenen Juni in einem Flussbett im Norden der Insel Luzon. Die Forscher nutzten die vergangenen Monate, um die Eigenheiten der neuen Reptilienart zu studieren. Sie gehen davon aus, dass der Varanus bitatawa vom Aussterben bedroht ist. Die Schuppen an Körper und Beinen der Echsen sind überwiegend blau-schwarz gefärbt und weisen grün-gelbe Tupfer auf. Die Männchen können ihre beiden Geschlechtsorgane abwechselnd nutzen.

Die Entdeckung großer Tierarten gelingt nur noch sehr selten. So sprechen die Forscher nach dem Aufspüren des Riesenwarans von einer „beispiellosen Überraschung“. Ähnliche spektakuläre Entdeckungen wurden in den vergangenen Jahrzehnten etwa aus Tansania bekannt, wo eine bis dahin unbekannte Affenart (Kipunji-Affen) entdeckt wurde, außerdem aus dem Grenzgebiet von Laos und Vietnam, wo eine zuvor nicht bekannte Art von Waldrindern (Saola) auftauchte.

Der Bitatawa-Waran werde dazu beitragen, dass die Philippinen als ein wichtiges Land für die Biodiversität anerkannt würden, sagten die Forscher voraus. Der Waran könne als Werbemittel für die Bemühungen um die Erhaltung der Artenvielfalt und um den Schutz der Waldgebiete im Norden der Insel Luzon eingesetzt werden.

afp