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Wissen Ebola bricht auch in Uganda aus – bereits zwei Tote
Nachrichten Wissen Ebola bricht auch in Uganda aus – bereits zwei Tote
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20:00 13.06.2019
Medizinisches Personal misst die Körpertemperatur von Passanten am Grenzübergang Kasindi, um Uganda weitgehend vor Ebola zu schützen. Quelle: Al-Hadji Kudra Maliro/AP/dpa
Kinshasa/Kampala

Die bislang zweitschwerste bekannte Ebola-Epidemie im Kongo wird zum Alptraum der Seuchenbekämpfer. Selbst mehr als zehn Monate nach dem Ausbruch am 1. August 2018 ist die Ausbreitung des Virus längst nicht unter Kontrolle. Die Verbreitung des tödlichen Erregers beschleunigt sich sogar – und hat nun auch das Nachbarland Uganda erreicht. Das hämorrhagische Fieber endet für die meisten Infizierten mit dem Tod. Immer häufiger erliegen Infizierte der Krankheit, bevor das Virus überhaupt festgestellt wurde: Das sollte bei einer länger anhaltenden Epidemie eigentlich umgekehrt sein.

Im Ost-Kongo haben sich seit Beginn der Epidemie fast 2100 Menschen mit dem Virus angesteckt, mehr als 1400 davon starben. In Uganda sind die ersten zwei Erkrankten gestorben. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, dass nach einem Jungen dessen Oma (50) an dem Virus gestorben sei. Der Bruder des Toten sei auch infiziert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte seit Monaten vor einer Ausbreitung auf Nachbarländer gewarnt. Sie berief für Freitag den Notfallausschuss ein, der darüber berät, ob ein „internationaler Gesundheitsnotstand“ ausgerufen werden muss. Das würde unter anderem mehr Geld für die Bekämpfung frei machen.

Gewalt im Kongo verhindert medizinische Hilfe

Für die Probleme des medizinischen Großeinsatzes macht Marcus Bachmann (53), Vize-Koordinator von „Ärzte ohne Grenzen“ für den Ebola-Einsatz im Kongo, im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vor allem die Gewalt im Einsatzgebiet im Kongo verantwortlich.

Seit Jahrzehnten trieben Rebellentruppen ihr Unwesen, den Soldaten der Regierungsarmee vertraue die Bevölkerung nicht mehr. „Wir hören von unglaublich brutalen Angriffen ganz unterschiedlicher bewaffneter Gruppierungen, von Massakern und sexueller Gewalt als Mittel der Kriegsführung“, sagt Bachmann. Auch die Einrichtungen ausländischer Hilfskräfte werden zum Ziel von Überfällen. Gelegentlich gehe die Gewalt auch von Dorfbewohnern aus, die von dem mit der Seuche verbundenen Stress zu Kurzschlussreaktionen getrieben würden.

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Gefährlicher Aberglaube und Misstrauen

Viele Kongolesen vertrauten ihrer Regierung so wenig, dass sie die Existenz des Virus leugneten. Andere argwöhnten sogar, dass die Mächtigen in der Hauptstadt Kinshasa den Erreger absichtlich verbreiteten, um die in der Ebola-Region populäre Opposition zu schwächen. Gegen solches Misstrauen könnten die „Ärzte ohne Grenzen“ wenig ausrichten, sagt Bachmann: Allerdings könne die Hilfsorganisation etwas gegen die zusätzlich Furcht einflößenden Isolierstationen tun.

Bislang hätten die Seuchenbekämpfer ein „zweites System“ neben der herkömmlichen Gesundheitsversorgung in Krankenstationen aufgebaut: Doch „eine Integration der Ebola-Behandlung in bestehende Gesundheitszentren würde den Zugang für die Bevölkerung erleichtern und Vertrauen schaffen“, sagt Bachmann.

Einsatz der Seuchenbekämpfer ist kompliziert

Der derzeitige Einsatz ist der fünfte des Österreichers in einem Ebola-Gebiet – und der komplizierteste. Kommt es zu gewalttätigen Zwischenfällen, müssen die Seuchenbekämpfer ihre Mitarbeiter zurückziehen, berichtet Bachmann: Ihre Aufzeichnungen belegten, dass die Zahl der Neuinfizierten in diesen Gebieten später in die Höhe schnelle.

Auch von einem viel gepriesenen neuen Impfstoff könnten die Hilfskräfte keinen Durchbruch erwarten. Der habe sich zwar als „hochwirksam“ erwiesen, sei aber noch so teuer, dass man keine flächendeckenden Impfungen durchführen könne.

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Von Johannes Dieterich /Henry Wasswa/RND

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