Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wissen Zahl insektenfressender Vögel ist deutlich zurückgegangen
Nachrichten Wissen Zahl insektenfressender Vögel ist deutlich zurückgegangen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:43 31.03.2019
Junge Rauchschwalben (Hirundo rustica) sitzen in ihrem Nest. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Frankfurt

Der Frühling ist da, aber längst nicht alle Vögel wie man es aus der Vergangenheit gewohnt ist. Ob Bachstelze, Wiesenpieper oder Rauchschwalbe – die Zahl der von Insekten lebenden Vögel ist in den vergangenen 25 Jahren europaweit deutlich zurückgegangen. Durchschnittlich um 13 Prozent sank die Zahl dieser Vögel laut einer im Fachjournal „Conservation Biology“ veröffentlichten Studie.

Die Wissenschaftler des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung führen diese Entwicklung nicht allein auf das Insektensterben, sondern insbesondere auch auf Veränderungen der Agrarlandschaften zurück. Denn auf Äckern, Wiesen und Weiden hätten sich die Bestände der dort lebenden Vögel besonders verringert.

Feldvögel um 56 Prozent zurückgegangen

Noch erschreckendere Zahlen hatte vor zwei Monaten die Naturschutzorganisation Nabu unter Verweis auf eine Zählung des European Bird Census Council genannt. Danach waren die Feldvögel in den Jahren 1980 bis 2017 europaweit um 56 Prozent zurückgegangen. Allerdings unterschieden sich die Zeiträume der beiden Zählungen. Zudem wurden in der älteren Studie nicht nur Insektenfresser, sondern auch Körnerfresser erfasst.

„Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus vielem: Verlust von Insekten und damit Nahrungsmangel, Verlust von Hecken und damit Brutplätzen, Flächenversiegelung“, sagte Senckenberg-Forscherin Katrin Böhning-Gaese zu den möglichen Ursachen des Schwunds und der Rolle der modernen Landwirtschaft. Bei den insektenfressenden Ackerland-Vögeln sei der Rückgang sehr viel stärker als bei den insektenfressenden Waldvögeln.

Vögel finden weniger Nahrung und Brutplätze

Neben dem starken Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gingen mit dem Trend zu großflächig angebauten Monokulturen immer mehr Hecken, Ackerränder und Brachen verloren; viele Wiesen und Weiden würden in Ackerland umgewandelt. Dadurch würde es für die Insektenfresser schwerer, Nahrung sowie Brutplätze zu finden. Kälteliebende Arten gerieten zusätzlich durch den Klimawandel unter Druck.

Vogelschwund auf industrielle Landwirtschaft zurückzuführen

Vögel seien hier Indikatoren für eine „industrielle“ Landwirtschaft mit ihren negativen Effekten auf die Biodiversität, sagte Böhning-Gaese, die auch Direktorin des Biodiversität und Klima Forschungszentrums ist. Gegensteuern ließe sich auf vielen Ebenen: „Das fängt mit der Agrarpolitik in Brüssel an, geht über Planungsentscheidungen der Kommunen bis zur Förderung des Ökolandbaus, der lokalen Vermarktung biodiversitätfreundlich erzeugter Lebensmittel und der Bereitschaft der Konsumenten, mehr für solche Lebensmittel zu bezahlen.“

Rund die Hälfte aller Vogelarten in Europa ernährt sich von Insekten. Der Bestand hat sich seit 1982 um bis zu 80 Prozent reduziert, wie das Bundesumweltministerium schon vor zwei Jahren warnte. Allerdings geht es den Insektenfressern der Studie zufolge nicht überall gleich schlecht: In den meisten Lebensräumen gingen nur vereinzelte Arten zurück, hieß es.

Vor allem gut bekannte „Allerweltsvogelarten“ bedroht

Die Naturschutzorganisation Nabu forderte unterdessen effektive Managementpläne für Vogelschutzgebiete und die konsequente Verfolgung der Jagd auf Singvögel im Mittelmeerraum. Obwohl die Europäische Vogelschutzrichtlinie, die am 2. April 40 Jahre alt wird, eines der weltweit erfolgreichsten und fortschrittlichsten Naturschutzgesetze sei, sei sie auch nach 40 Jahren noch nicht vollständig umgesetzt, sagte der Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Großer Schwachpunkt sei die fehlende Wirksamkeit in der Fläche, hieß es mit Blick auf die europaweite Vogelzählung: Während sich viele seltene Arten dank der Schutzmaßnahmen mittlerweile gut entwickelten, sei bei den Beständen weit verbreiteter „Allerweltsvogelarten“ ein Einbruch zu verzeichnen.

Lesen Sie auch:
Windräder töten Milliarden Insekten – aber macht das einen Unterschied?

Von RND/dpa

Als Zeichen für den Klimaschutz sind bei der „Earth Hour“ am Samstagabend überall auf der Welt die Lichter ausgegangen. In Deutschland beteiligten sich 384 Städte an der WWF-Aktion. Es gibt aber auch Kritik.

31.03.2019

Fit und schlank dank Eiweiß? Der Nährstoff soll beim Abnehmen helfen und nach dem Sport für schnelle Erholung sorgen. Doch nicht alles, was sich Low-Carb-Anhänger und Sportler über den Wunderstoff erzählen, ist richtig.

31.03.2019

In der Nacht zum 31. März wurden die Uhren wieder von Winterzeit auf Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt. Trotz kontroverser Diskussionen in der EU über eine Abschaffung wird es vorerst nicht die letzte Zeitumstellung bleiben. Alles, was Sie darüber wissen müssen, lesen Sie hier.

31.03.2019