Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wissen Das Prinzip Milpa: Bohnen, Mais und Kürbis in einem Beet
Nachrichten Wissen Das Prinzip Milpa: Bohnen, Mais und Kürbis in einem Beet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 09.07.2019
Für ein Milpa-Beet wird nicht viel Platz im Garten benötigt und der Pflegeaufwand ist gering. Mit einer reichen Ernte darf man trotzdem rechnen. Quelle: Andreas Lauermann
Hannover

Ich habe ein Milpa-Beet angelegt. Vielleicht kennen Sie eher den Begriff „Die drei Schwestern”. Es ist eine alte Form der Mischkultur. Bohnen, Mais und Kürbis werden zusammen in einem Beet angepflanzt. Sie unterstützen sich gegenseitig im Wachstum und bei der Versorgung mit Nährstoffen. Der Mais dient als Rankhilfe für die Bohnen. Der Kürbis beschattet mit seinen großen Blättern den Boden, und die Bohnen versorgen beide mit Stickstoff über ihre knöllchenbildenden Wurzeln.

Was ist überhaupt ein Milpa-Beet?

Die Anbaumethode kommt ursprünglich aus Südamerika und hat sich dort über Jahrhunderte bewährt. Der Begriff Milpa stammt aus der alten Sprache Nahuatl. Es leitet sich aus Mil-li-pan her, was so viel bedeutet wie „wir werden auf dem Feld gesät“. Ursprünglich wurde damit ein Feld bezeichnet, das durch Brandrodung gewonnen wurde. Die Asche der Bäume erhöhte die Bodenfruchtbarkeit. Neben den drei Hauptkulturen sind noch viele andere Kräuter und Gemüse auf und um das Feld herum gewachsen. Nach ein paar Jahren wurde die Fläche aufgegeben und wieder dem Wald überlassen. Kein Problem, wenn genügend Fläche zur Verfügung steht.

Kompost: Wichtig für das Mischbeet

Um ein Milpa-Beet im Garten anzulegen, muss die Methode ein wenig angepasst werden. Die Asche durch Brandrodung fällt weg. Stattdessen wird das Beet mit reifem Kompost versorgt. Näher dran am Original wäre eine Versorgung des Bodens mit Terra Preta. Die kann man entweder selbst herstellen oder inzwischen auch kaufen. Die original Milpa-Beete waren mit zwei Hektar recht groß. Soviel Platz ist in meinem Garten nicht. Aber die drei Gemüsesorten wachsen auch auf einem kleineren Beet. Wichtig ist nur, dass auf dem Beet Platz für mehrere Reihen Mais ist. Mais wächst besser in Blöcken. Er bildet dann mehr Maiskolben aus. Das hat etwas mit der Selbstbestäubung der Maispflanzen zu tun.

Mein Milpa-Beet ist zwei Meter breit und fünf Meter lang. Vergangenes Jahr ist darauf eine Bienenweide gewachsen. Im Frühjahr habe ich es mit Pappe und Stroh abgedeckt, um den Wildwuchs in Schach zu halten. Das hat auch wunderbar funktioniert. Die Erde unter der Mulchdecke ist unkrautfrei und locker. Zum Pflanzen musste ich nur Löcher in die gut durchweichte Pappe machen und mit etwas reifem Kompost auffüllen.

Milpa-Beet: Das wächst besonders gut

Ich habe das Konzept ein wenig abgewandelt. Bei mir wachsen hinten zwei Reihen hohe Stangenbohnen (Bläuling, mit blauen Hülsen, die findet man besser in dem grünen Wirrwarr), ganz ohne Mais. Davor dürfen sich zwei Zucchini-Pflanzen ausbreiten. Direkt daran schließen sich vier Reihen mit jeweils sieben Maispflanzen an (Pflanzabstand 20 mal 50 Zentimeter). Den Mais habe ich auf der Fensterbank vorgezogen. So hat er einen guten Vorsprung vor den Bohnen und wird nicht überwuchert.

In Südamerika verwendet man spezielle Bohnen. Das sind Sorten, die nur mäßig stark ranken. Ich habe mich für eine alte rankende Buschbohne entschieden. Sie bildet circa 1,50 Meter lange Ranken. Das passt perfekt. An jede Maispflanze habe ich zwei Bohnensamen gelegt. Es wachsen übrigens drei verschiedene Sorten Mais auf dem Feld, alle mit bunten Körnern (Rainbow Inka, Mandan Mix und Golden Bantam). Nur leider weiß ich nicht mehr, welche ich wo gepflanzt habe. Egal, das wird eine schöne Überraschung bei der Ernte.

Am vorderen Beetende dürfen noch zwei Moschus-Kürbisse (Fuji Black) unter dem Mais herumranken. Die habe ich voriges Jahr schon angebaut – eine wirklich sehr leckere Sorte. Auf einem kleinen circa einen Meter breiten Streifen steht mittig noch eine Zucchinipflanze (ich sehe schon die Zucchinischwemme im Sommer kommen) umgeben von einer essbaren Blumenmischung. Das Auge gärtnert schließlich mit.

Mischkultur: Kleine Fläche – große Ernte

Auf dem Milpa-Beet ergänzen sich in Mischkultur die flach- und tiefwurzelnden Pflanzen ebenso wie die Stickstoffsammler (Bohnen) mit den Starkzehrern (Mais, Kürbis). Auf eine zusätzliche Stickstoffdüngung kann verzichtet werden. Außerdem wird durch die Kombination von senkrecht wachsenden (Mais, Bohnen) und bodendeckenden (Kürbis) Pflanzen das Beet auf allen Ebenen optimal genutzt. Auf verhältnismäßig kleiner Fläche ist so eine große Ernte möglich. Außerdem muss man wenig gießen und kein Unkraut jäten. Das hat in dem dichten Blätterdschungel keine Chance. Ein perfektes System – heute so aktuell wie vor hunderten Jahren. Mich faszinieren so alte und ausgeklügelte Anbautechniken, und ich bin gespannt wie sich das Milpa-Beet über den Sommer entwickelt.

Vorteil: Große Pflanzen bieten Windschutz

Milpa-Beete eignen sich nicht für alle Pflanzen und auch nicht unbedingt für sehr große, gewerbsmäßig genutzte Flächen. Ansonsten jedoch bietet diese traditionelle Anbautechnik einige Vorteile: So breiten sich Schädlingen schwerer aus als bei Monokulturen. Große Pflanzen wie Mais oder auch Sonnenblumen dienen zusätzlich als Windschutz. Vor allem bleibt der Boden durch den Schatten, den gerade Kürbisse werfen, feucht. Damit wird verhindert, dass er sich verhärtet. Außerdem entziehen unterschiedliche Pflanzen dem Boden unterschiedliche Nährstoffe. Er wird also nicht so schnell ausgelaugt.

Von Anja Klein/RND

Über kaum etwas kann man sich so herrlich streiten wie über die Sauberkeit im Haushalt. Was aber sagen eigentlich Experten dazu: Wie sauber sollte sauber sein?

09.07.2019

Seit mehr als zehn Jahren begeistert Kakadu Snowball seine Zuschauer auf Youtube. In Videos legt der Papagei coole Dancemoves hin. Jetzt sagen Forscher: Das Tier ist uns Menschen ziemlich ähnlich.

09.07.2019

Im hessischen Bad Nauheim regelt jetzt Elvis den Verkehr. Der „King of Rock’n’Roll“ ist jetzt statt des klassischen Ampelmännchens zu sehen. Auch andere Städte setzen auf originelle Ampelfiguren – vom Bergmann bis zu gleichgeschlechtlichen Paaren.

09.07.2019