Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wissen Darum geht es bei der Artenschutzkonferenz in Genf
Nachrichten Wissen Darum geht es bei der Artenschutzkonferenz in Genf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:04 17.08.2019
Auf der Artenschutzkonferenz geht es auch um Giraffen als Jagdtrophäen. Quelle: Daniel Dal Zennaro/epa/dpa
Anzeige
Genf

Die Artenschutzkonferenz in Genf spielt eine enorme Rolle beim Schutz eines der bekanntesten Tiere der Welt - der Elefanten. Dementsprechend stehen Elefanten und ihr Elfenbein auch auf der aktuellen 18. Vertragsstaatenkonferenz im Fokus, ganze elf Punkte zu Elefanten stehen auf der Agenda. Besonders brisant: Mehrere Staaten im südlichen Afrika wollen das Verbot des Handels mit Jagdtrophäen und Elfenbein von Elefanten und Nashörner lockern.

Lockerung für Handel mit Elfenbein?

Die Tiere kämen dann von Anhang I des Abkommens, dass jeglichen Handel verbietet, in Anhang II, womit der Handel überwacht und unter Bedingungen erlaubt würde. Tatsächlich sei die Zahl der Elefanten im südlichen Afrika dank rigoroser Schutzmaßnahmen gestiegen, so die Weltnaturschutzunion (IUCN), in Botsuana etwa von rund 100.000 im Jahr 2002 auf 130.000 im Jahr 2015.

Anzeige

Dies sei aber nur ein kleiner Ausschnitt, heißt es von der Umweltorganisation WWF. Insgesamt sei der der illegale Elfenbeinhandel und damit die Elefanten-Wilderei in Afrika seit mehr als zehn Jahren dramatisch eskaliert, schreibt der WWF in einer Mitteilung zur Cites. Die Konferenz sollte ihre Bemühungen eher darauf konzentrieren, dass bestimmte Staaten ihre Rolle im illegalen Elfenbeinhandel minimierten. Dazu zähle etwa Vietnam, wo sich der Markt derzeit konzentriere, nachdem China seinen heimischen Elfenbeinmarkt geschlossen hatte.

Lesen Sie auch: Wird die Jagd auf Elefanten und Nashörner wieder legal?

Giraffen als Jagdtrophäe

Das Foto einer US-Jägerin mit einer erlegten Giraffe hat kürzlich Empörung ausgelöst, auch wenn die Tiere in Teilen des südlichen Afrikas legal gejagt werden dürfen. Einige Länder wollen Giraffen nun im Anhang II aufnehmen, wodurch der Handel überwacht und dadurch eingeschränkt würde. Der Deutsche Jagdverband ist dagegen. Die lokale Bevölkerung habe mehr Interesse am Schutz der Tiere, wenn diese einen ökonomischen Wert hätten, heißt es. Geld aus Abschusslizenzen könnte etwa in Bildungseinrichtungen oder die Sanitärversorgung der örtlichen Bevölkerung fließen, sagt Dietrich Jelden, Ex-Leiter der deutschen Cites-Vollzugsbehörde und Experte beim Internationalen Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC), im Bezug auf Elefanten.

Lesen Sie auch: Artenschutz-Konferenz fordert: Keine Jagd auf Giraffen

Das Problem der exotischen Haustieren

Ausgefallene Tiere stehen hoch im Kurs als Haustiere, aber der Handel mit teils in ihrer Heimat unter Schutz stehenden Tierarten ist kaum reguliert. Wenn etwa Ornament-Vogelspinnen aus Sri Lanka geschmuggelt werden, können sie frei verkauft werden. Union-Island-Geckos aus dem Karibikstaat St. Vincent und den Grenadinen würden für bis zu 600 Euro pro Tier gehandelt, wie Pro Wildlife berichtet. Mehrere Länder wollen etwa Glasfrösche sowie bestimmte Echsen, Schildkröten und Vogelspinnen in Anhang II listen.

Lesen Sie auch:

Instrumente aus geschützten Baumarten

Viele Musikinstrumenten enthalten Palisanderhölzer, die aber geschützt sind, was den Verkauf einschränkt. Kanada und die EU möchten, dass Instrumente und andere Artikel mit weniger als 500 Gramm der geschützten Arten ausgenommen werden.

Lesen Sie auch:

Das Geschäft mit den Elefanten: Singapur verbietet Elfenbeinhandel

Alarmierende Studie: In Wäldern leben nur noch halb so viele Tiere

USA lockern Schutzvorschriften für bedrohte Arten

So soll ein ausgestorbenes Nashorn wiederbelebt werden

Artensterben gefährdet die Menschheit – Sind wir noch zu retten?

„Historischer Erfolg“: Zahl der Tiger in Indien auf knapp 3000 gestiege

Überfischung und Jagd bedrohen Rochen und Affen

Vögel passen sich zu langsam an den Klimawandel an