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Nachrichten Wissen Blasenentzündung: So behandeln und vermeiden Sie eine Zystitis
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09:53 29.07.2019
Wer nach dem Schwimmen zu lange in nassen Badesachsen herumläuft, riskiert eine Blasenentzündung. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
München

Eine Abkühlung im Pool oder im Meer hilft dabei, die schweißtreibende Hitze zu ertragen. Doch besonders Frauen sollten nach dem Sprung ins Wasser aufpassen: Die Gefahr, sich eine Blasenentzündung einzufangen, ist nach dem Planschen groß. „Nach dem Schwimmen sollte man nicht zu lange in nasser Badekleidung herumlaufen“, rät Uwe Heemann, Nephrologe des Klinikums Rechts der Isar der TU München. Ist es schon zu spät und machen sich die Anzeichen einer Blasenentzündung bemerkbar, sollte man besser zum Arzt.

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Was sind die Ursachen und Symptome einer Blasenentzündung?

Ausgelöst wird eine Zystitis häufig durch E.Coli-Bakterien, die in der menschlichen Darmflora sitzen. „Sie können beispielsweise in die Harnröhre und von dort in die Blase gelangen, wenn man sich nach dem Stuhlgang von hinten nach vorne säubert, sagt Heemann“. Eine Blasenentzündung kann aber auch durch andere Erreger wie Streptokokken-Bakterien, Pilze oder auch selten durch Viren verursacht werden. Keime oder eine Nebenwirkung bestimmter Medikament können auch Ursache sein.

Die primären Anzeichen sind ein Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen in der Blase. Bei einer schwereren Blasenentzündung können aber auch andere Symptome auftreten: „Bei einer hämorrhagischen Zystitis kann es zu größeren Mengen an Blut im Urin kommen. Zudem kann diese Art der Infektion bis in die Nieren aufsteigen, so Heemann. Manche Blasenentzündungen werden auch durch Keime einer Geschlechtserkrankung hervorgerufen. „Die sind teilweise sehr schwer nachweisbar“, warnt Heemann.

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Eine Blasenentzündung sollte man nie unbehandelt lassen. „Wenn eine Infektion nicht ausreichend behandelt wurde, können Bakterien in der Blasenwand verbleiben. Eine Folge können chronische Blasenentzündungen sein“, sagt der Nephrologe. Im schlimmsten Fall kann eine unbehandelte Blasenentzündung zu einer Sepsis führen, die wiederum unbehandelt tödlich sein kann.

Können nur Frauen eine Blasenentzündung bekommen?

„Eine Blasenentzündung tritt vor allem bei Frauen auf, da Erreger einen kurzen Weg über die Harnröhre haben“, sagt Heemann. Von dort gelangen sie in die Blase. Hinzu kommt, dass sich der Harnröhrenausgang in der Nähe des Afters befindet – so finden E.Coli-Bakterien leicht einen Weg in sie hinein.

Aufgrund ihrer längeren Harnröhre fangen sich Männerseltener eine Blasenentzündung ein – jedoch können auch Männer an einer Zystitis erkranken. „Am häufigsten entsteht eine Blasenentzündung bei Männern durch Geschlechtsverkehr“, weiß Heemann.

Was führt zu einer Blasenentzündung?

„Eine schlechte Abwehrlage begünstigt eine Blasenentzündung. Wenn also der natürliche Schutz der Haut durch häufiges und intensives Reinigen mit Seifen angegriffen wird, bekommt man relativ leicht eine Infektion“, betont Heemann. Bestimmte Intimseifen beinhalten aggressive Inhaltsstoffe wie beispielsweise Laugen.

Nach dem Schwimmen oder beim Sitzen auf kalten Flächen besteht zudem die Gefahr einer Unterkühlung. „Auch bei einigen Autoimmunerkrankungen oder Krebs besteht eine höhere Anfälligkeit für Blasenentzündungen“, sagt Heemann. Nach der Menopause ist das Risiko für Frauen zudem höher, sich eine Zystitis einzufangen.

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Wie wird eine Blasenentzündung behandelt?

„Üblicherweise wird eine Blasenentzündung mit Antibiotika behandelt“, sagt Heemann. Vorher sollte man sich aber sicher sein, dass es sich tatsächlich um eine Zystitis handelt. „Nicht jedes Brennen in der Harnblase ist gleich eine Blasenentzündung – es könnte auch darauf zurückführen sein, dass man zu wenig getrunken hat“, sagt der Nephrologe.

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Wie kann lässt sich eine Blasenentzündung vorbeugen?

„Ganz wichtig ist viel Wasser zu trinken. Außerdem ist viel Obst empfehlenswert, da man so das Vitamin-C aufnimmt, dass mit dem Urin ausgeschieden wird“, erklärt Heemann. Nach dem Aufenthalt im Wasser heißt es zudem: Schnell abtrocknen. So ist man nicht mehr der Gefahr einer Unterkühlung ausgesetzt.

Da E.Coli-Bakterien häufige Auslöser von Blasenentzündungen sind, sollte man beim Säubern nach dem Stuhlgang möglichst von vorne nach hinten wischen. Eine Intimhygiene ist zwar wichtig, allerdings sollte man auch nicht übertreiben: Denn zu viel Seife beim Waschen schädigt den Schutzmantel der Haut. Wer zu Blasenentzündungen neigt, sollte lieber Kondome und Cremes mit Spermiziden vermeiden, da diese das Infektionsrisiko erhöhen.

Von Ben Kendal/RND

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