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Wissen Augen auf beim Daunen-Kauf: Was taugen die Öko-Siegel?
Nachrichten Wissen Augen auf beim Daunen-Kauf: Was taugen die Öko-Siegel?
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07:42 29.10.2019
Öko-Siegel wie der “Responsible Down Standard” kennzeichnen Daunenprodukte, die ohne Tierleid gewonnen wurden. Quelle: Bruno Glätsch/Pixabay

Im Winter kann man kaum auf sie verzichten: Daunenjacken halten schön warm, sind super leicht und schützen uns sogar gegen den kältesten Nordwind. Dank ihrer dünnen und leichten Eigenschaften lässt sich die Daunenjacke auch in jedem Handgepäckstück oder Wanderrucksack verstauen.

Weil in der Vergangenheit Berichte über den grausamen Vorgang des Gänse-Rupfens bekannt geworden sind, interessieren sich heute immer mehr Konsumenten für die Herkunft der Daunen. Die gängigen Kennzeichnungen RDS und TDS dienen dabei als Orientierung und Gütesiegel.

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Herkunft schwer nachvollziehbar

Daunen sind das Untergefieder von Gänsen oder Enten: die flauschigen Federn wachsen im Brustbereich unter dem äußersten Schutzgefieder der Tiere. Weil Daunen aus den unterschiedlichsten Regionen eingesammelt und weltweit gehandelt werden, ist ihre Herkunft oft nur schwer nachvollziehbar.

In Europa ist der sogenannte Lebendrupf zwar schon seit 20 Jahren verboten, doch einige Betriebe nutzen offenbar eine Lücke dieser Regelung: Während der Mauser dürfen die Federn abgestrichen werden. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Daunen aus Osteuropa und Ostasien importiert wird. Dort gelten die europäischen Tierschutzbestimmungen nicht.

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Was bedeuten die Siegel?

Auf den Etiketten der Produkte finden Verbraucher jedoch kaum Informationen zur Herkunft der Daunen. Es ist meistens weder ersichtlich, aus welchem Land die Federn stammen, noch unter welchen Bedingungen diese gewonnen wurden. Um entlang der Lieferketten mehr Transparenz zu gewährleisten, werden fair gewonnene und gehandelte Daunen mit Tierwohl-Labels gekennzeichnet.

Den vom Outdoor-Spezialisten The North Face initiierten "Responsible Down Standard" (RDS) findet man im Mode-Einzelhandel am häufigsten. Daunen mit dieser Kennzeichnung stammen ausschließlich von bereits toten Tieren, dem sogenannten Schlachtrupf. Außerdem dürfen die Tiere nicht zwangsgefüttert werden und müssen so gehalten werden, dass sie nicht leiden. Die Tierhaltung wird dabei immer wieder kontrolliert, auch unangekündigt. Welche Marken RDS-zertifizierte Daunen verwenden, erfährt man über die Website.

Noch strenger ist das Label "Global Traceable Down Standard" (Global TDS). Einst von der Outdoor-Marke Patagonia ins Leben gerufen, hat sich das Siegel zum globalen Daunen-Standard gemausert. Anders als das RDS-Siegel setzt Global TDS bereits bei der Haltung der Elterntiere an. Damit ist der Global Traceable Down Standard die derzeit strengste Zertifizierung für nachhaltige Daunen-Produkte.

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Bettdecken im Test

Die Stiftung Warentest nahm 2013 bereits einige Anbieter von Daunen-Decken unter die Lupe, mit ernüchternden Ergebnissen. "Kein einziger Anbieter hat belegt, von welchen Höfen seine Daunen kommen – nicht einmal jene, die dem Verbraucher mit Brief und Siegel garantieren, dass die verwendeten Daunen und Federn nicht von lebenden Tieren stammen", heißt es auf der Internetseite der Stiftung.

Viele Anbieter wüssten nicht einmal, von welchen Schlachthöfen ihre Daunen stammen und könnten deshalb auch nicht garantieren, dass die Federn nicht aus Lebendrupf gewonnen werden.

Wer als Verbraucher bei der Anschaffung von Bettdecken, Schlafsäcken und Jacken auf Nummer sicher gehen will, sollte deshalb nicht auf Werbeversprechen hören, sondern auf die zertifizierten RDS- und TDS-Siegel achten.

Michèle Förster/RND

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