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Nachrichten Wirtschaft htp macht jetzt auch in TV
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22:23 26.05.2014
Von Lars Ruzic
Die htp-Zentrale auf dem hannoverschen Expo-Gelände.
Die htp-Zentrale auf dem hannoverschen Expo-Gelände. Quelle: htp
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Hannover

Man habe bereits erste Verträge mit dem Spar- und Bauverein sowie dem Familienunternehmen Gundlach geschlossen, berichtete htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann am Montag bei der Bilanzvorlage in Hannover. Bis 2016 wird htp damit gut 860 Häuser mit 7350 Wohnungen über Glasfaser versorgen.

Das TV-Kabelgeschäft befindet sich derzeit im Umbruch. Zum einen stoßen sich gerade Großabnehmer aus der Wohnungswirtschaft am Quasimonopol von Kabel Deutschland – was Konkurrenten auf den Markt lockt. In Hannover ist das neben htp die Garbsener Firma Antec, die mit der Deutschen Telekom zusammenarbeitet.

Zum Zweiten verschmelzen in immer mehr Haushalten Festnetz, Internet, Mobilfunk und Fernsehempfang – weshalb die Netzanbieter hier lukrative Koppelgeschäfte machen können. Auch htp versucht, seinen neuen TV-Kunden gleich noch andere Anschlüsse zu verkaufen. Das Zusammenwachsen der Technologien gilt als ein Treiber für die milliardenschwere Übernahme von Kabel Deutschland durch den Mobilfunkkonzern Vodafone.

Solche Gewichte kann htp mit seinen 90.000 Kunden und 58 Millionen Euro Umsatz freilich nicht stemmen. „Wir können die ganze Klaviatur mitspielen –  die Frage ist nur, auf welchen Hochzeiten“, umschrieb es Heitmanns Kollege Karsten Schmidt. Der Anschluss lohne sich bei großen Wohnhäusern, die dicht beieinanderstünden oder bei Neubaugebieten, wo die Kabel gleich mit den anderen Anschlüssen verlegt werden könnten. Letzteres plant htp derzeit etwa in Altwarmbüchen, Mellendorf und Ronnenberg.

VDSL auf dem Vormarsch 

Bei den Anschlüssen in der Stadt Hannover setzt man darauf, weitere Wohnungsbauunternehmen oder Eigentümergemeinschaften zu gewinnen. Die Hannoveraner werben dafür, dass sie mehr Leistung für einen niedrigeren Preis bieten als der Platzhirsch.

Parallel läuft der Ausbau des Netzes für schnelles Internet – das sogenannte VDSL. Im Juni schließt htp die Vernetzung des kompletten Landkreises Wolfenbüttel ab. Damit verdoppelt sich auf einen Schlag die Zahl der potenziell anschließbaren Haushalte auf gut 70.000. Heitmann hofft, dass htp am Ende in Wolfenbüttel gut ein Drittel der Angeschlossenen auch als Kunde gewinnen kann. Die gemeinsame Tochter der Stadtwerke Hannover und des Oldenburger Energieversorgers EWE hat inzwischen mehr als 200 Orte zwischen Barsinghausen und Schöppenstedt sowie zwischen Neustadt und Alfeld an das schnelle Internet angeschlossen.

Eine weitere Vergrößerung könne man sich gut vorstellen, so Heitmann. Gespräche gebe es etwa mit den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Goslar und Northeim. Doch auch hier will sich htp nicht überheben. Mit 10 Millionen Euro hatte das 200-Mann-Unternehmen mit Sitz am Expo-Gelände schon 2013 ein für seine Verhältnisse besonders großes Investitionspaket geschnürt. 

Entsprechend schrumpfte der Gewinn um ein Drittel auf 3 Millionen Euro.

26.05.2014
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