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Wirtschaft VW-Arbeitsplätze in Hannover sind gesichert
Nachrichten Wirtschaft VW-Arbeitsplätze in Hannover sind gesichert
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00:16 24.11.2014
Von Lars Ruzic
Gute Aussichten für den Volkswagen-Standort in Hannover.
Gute Aussichten für den Volkswagen-Standort in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

Das Werk im Stadtteil Stöcken werde künftig auch hochwertigere Varianten des Großtransporters Crafter und des Stadtlieferwagens Caddy produzieren, teilten Betriebsrat und Landesregierung Freitag im Anschluss an eine VW-Aufsichtsratssitzung mit. Management und Arbeitnehmerverter haben sich auf eine entsprechende Standortvereinbarung verständigt.

„Damit sind die Arbeitsplätze in Hannover deutlich über 2020 hinaus abgesichert“, sagte Betriebsratschef und Aufsichtsratsmitglied Thomas Zwiebler der HAZ. Zudem habe die Zentrale der Marke VW Nutzfahrzeuge (VWN) nun „eine klare Perspektive, die Zukunft am Standort mit den eigenen Fahrzeugen zu gestalten“. Mit der Vereinbarung avanciert das Werk Hannover zu einem Multimodell-Standort, denn bereits heute werden in Stöcken der Transporter in seinen unzähligen Varianten sowie der Pritschenwagen Amarok gebaut. Noch bis 2016 fertigen die Hannoveraner zudem lackierte Karossen des Porsche Panamera.

Weil dieser Auftrag wegfällt, drohte dem Standort ein Auslastungsproblem. 800 der gut 14.500 Beschäftigten in Stöcken hätten ohne Arbeit dagestanden. Im Frühjahr hatte der Konzern angeboten, Hannover könne die Langversion der kommenden Tiguan-Generation bauen. Diese Variante erwies sich allerdings als zu kostspielig.

Bis kurz vor der gestrigen Aufsichtsratssitzung, bei der das Gremium der Marke VWN 3,3 Milliarden Euro Investitionen für die nächsten fünf Jahre genehmigte, brüteten die Beteiligten über einem Plan B. Die nun gefundene Lösung sei „grandios“, freute sich Zwiebler. Sie beende eine lange Zeit des Hin und Her für die Belegschaft. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sprach von einer „überzeugenden Entscheidung für Stöcken“.

Sie sieht vor, dass die Hannoveraner von 2017 an hochwertigere Varianten des Crafter fertigen werden. Für den Großtransporter wird zwar gerade ein komplett neues Werk in Polen gebaut. Das übernimmt aber nur die einfachen Modelle mit viel Blech und viel Luft darin. Teurere Varianten wie zum Beispiel üppig ausgestattete Kleinbusse für Geschäftskunden oder Sondermodelle würden dann in Hannover produziert. Das sei auch an einem Hochlohnstandort profitabel, so Zwiebler. Außerdem werde sich der Crafter mit der übernächsten Transportergeneration einen Nutzfahrzeugbaukasten teilen, was die Produktion billiger mache. Ähnlich könnte später beim Caddy verfahren werden.

21.11.2014
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