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Wirtschaft Zukunft von Opel bleibt unsicher
Nachrichten Wirtschaft Zukunft von Opel bleibt unsicher
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16:54 28.05.2009
Quelle: Michael Kappeler/ddp
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Die Gespräche scheiterten, da die Opel-Mutter General Motors zusätzlichen Finanzbedarf von 300 Millionen Euro angekündigt hatte.

Die Bundesregierung weigere sich, die nun aufgetauchten 300 Millionen Euro zu übernehmen, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) nach dem fast zwölfstündigen Spitzentreffen. GM habe den neuen Finanzbedarf erst am Mittwochabend angemeldet, kritisierte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Zudem habe die US-Regierung nicht ausreichend garantiert, dass Opel auch nach einer Überbrückungsfinanzierung durch den deutschen Staat eine Zukunft hat.

Bis zur Fortsetzung der Gespräche am Freitag muss nun die US-Seite nach dem Willen der Bundesregierung die notwendigen Sicherheiten bieten. Ansonsten drohe Opel weiterhin die Insolvenz, sagte Guttenberg. Mit der geplanten Zwischenfinanzierung will der deutsche Staat die Zeit zwischen der bevorstehenden GM-Insolvenz und der Übernahme durch einen Investor überbrücken.

Im Rennen um Opel sind nach dem Krisentreffen nur noch der italienische Autokonzern Fiat und der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna. Die beiden Unternehmen können nun bis Freitag ein überarbeitetes Konzept für eine Übernahme vorlegen. Der US-Finanzinvestor Ripplewood und ein chinesischer Bieter sind nicht mehr im Rennen. Fiat-Chef Sergio Marchionne flog nach den Verhandlungen in Berlin in die USA zu Gesprächen über einen Einstieg bei dem ebenfalls bankrotten US-Autobauer Chrysler.

Magna-Chef Frank Stronach sagte, sein Konzern sei bei einer Bürgschaft des Bundes bereit, die fehlenden 300 Millionen Euro vorzufinanzieren. Die Bundesregierung begrüßte das Angebot als mögliche Lösung. Der Verband der europäischen Opel-Händler (EURODA) erneuerte sein Angebot, sich mit 500 Millionen Euro an der Rettung des Unternehmens zu beteiligen.

Das ergebnislose Treffen sei „ein herber Rückschlag“ für die Belegschaft und löse „große Betroffenheit“ aus, kritisierte der Opel-Betriebsrat. Schuld für diese Entwicklung trage GM. Das Unternehmen habe die Opel-Belegschaft „zum Spielball im Poker um ihre eigene Insolvenz gemacht“.

Auch die Bundesregierung kritisierte das Verhalten der US-Seite. Manchmal habe man sich über deren Verhandlungsführung „gewundert“, sagte Guttenberg. Das US-Finanzministerium habe sich außerdem „mehr Mühe geben können bei der Auswahl ihrer Vertreter“, fügte er hinzu. Offenbar hatte das Ministerium nur einen sehr rangniedrigen Abgesandten nach Berlin geschickt.

Die Gespräche zwischen der Bundesregierung und dem US-Finanzministerium seien „nicht dicht genug“ gewesen, kritisierte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Er kündigte ein Gespräch mit seiner US-Kollegin Hillary Clinton an, um für „Aufmerksamkeit“ für Opel in den USA sorgen.

Die EU-Kommission forderte Deutschland auf, bei den Verhandlungen um die Zukunft von Opel nicht die deutschen Standorte zu bevorzugen. Am Freitag will die EU-Kommission in Brüssel mit den EU-Wirtschafts- und Industrieministern ebenfalls ein Opel-Krisentreffen abhalten.

afp