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Wirtschaft Weitere Vorwürfe gegen Ex-Chef der BayernLB
Nachrichten Wirtschaft Weitere Vorwürfe gegen Ex-Chef der BayernLB
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13:30 17.10.2009
Quelle: ddp
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Im Durchsuchungsbeschluss für die Razzia in dieser Woche bei dem staatlichen Kreditinstitut werde Schmidt angelastet, dass er den für die österreichische Hypo Group Alpe Adria (HGAA) ausgehandelten Kaufpreis in Höhe von fast 1,7 Milliarden Euro nicht nachträglich gedrückt habe, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Sonnabendausgabe). Dadurch habe er der Landesbank schwer geschadet. Laut „Spiegel“ sahen die Verträge die Möglichkeit des Nachverhandelns aber nicht vor.

Wie die „Süddeutsche“ schreibt, hatte die BayernLB den Kaufpreis im Mai 2007 vereinbart, aber erst im Oktober 2007 bezahlt. In dem Durchsuchungsbeschluss heiße es, damals sei in der Zwischenzeit die Bankenkrise ausgebrochen. Dadurch sei die HGGA nicht mehr das wert gewesen, was ursprünglich ausgehandelt worden war. Infolge der Bankenkrise seien die Finanzmärkte im August 2007 praktisch vollständig zum Stillstand gekommen. Spätestens dieses Ereignis hätte Vorstandschef Schmidt veranlassen müssen, den für die HGGA ausgehandelten Kaufpreis in Frage zu stellen und einen Wegfall der Geschäftsgrundlage geltend zu machen. Darauf habe Schmidt aber bewusst verzichtet.

Im „Spiegel“ wies Schmidt eine Alleinverantwortung für die angeblich viel zu teure Übernahme der HGAA zurück. „Ich kann nur empfehlen, sich dazu die kompletten Vorstands- und Verwaltungsratsunterlagen anzusehen“, sagte Schmidt dem Nachrichtenmagazin laut Vorabbericht vom Sonnabend.

Nach „Spiegel“-Informationen war die HGAA bereits kurz vor dem Einstieg der BayernLB Ende 2006 in einer weitaus schwierigeren Lage als bislang bekannt. Dem Institut habe „sogar der Entzug der Banklizenz gedroht“, zitierte das Magazin einen Sprecher der Kärntner Landesholding, die ihre HGAA-Anteile damals abgab.

In seinem Bericht zitiert das Magazin zudem einen früheren Geschäftspartner Schmidts, der dem BayernLB-Chef damals maßgeblich zum Erwerb der HGAA-Mehrheit verholfen hatte. Der Finanzmanager Tilo Berlin hatte demnach für einen Investorenkreis ein Viertel der HGAA-Aktien erworben, die er mit Gewinn an die BayernLB weiterverkaufte. Vermutungen, Schmidt könnte selbst an Berlins Fonds beteiligt gewesen sein, weist der Deutsch-Österreicher als „absurde Unterstellung“ zurück. „Herr Schmidt hat nie zu dem Investorenkreis gehört“, erklärte er, „und es gibt auch keine Verbindung von ihm zu meiner Firma Berlin & Co.“

ddp