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Wirtschaft Wachsende Sorge um Arbeitsplätze bei Schaeffler
Nachrichten Wirtschaft Wachsende Sorge um Arbeitsplätze bei Schaeffler
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17:41 07.05.2009
Der Hauptsitz der Schaeffler KG in Herzogenaurach.
Der Hauptsitz der Schaeffler KG in Herzogenaurach. Quelle: Timm Schamberger/ddp
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Über die konkreten Pläne will das Unternehmen nächste Woche berichten. Das „Handelsblatt“ hatte zuvor unter Berufung auf Branchenkreise geschrieben, vom Stellenabbau betroffen seien voraussichtlich mehrere Tausend Arbeitsplätze. Am Dienstag solle es Gespräche mit den Arbeitnehmern im konzerneigenen Wirtschaftsausschuss geben.

Die Zeitung zitierte Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger mit den Worten: „Wie alle Unternehmen in der Branche trifft uns die Krise, und wir müssen reagieren.“ Die Abwrackprämie habe zwar eine gewisse Stabilisierung gebracht. Man müsse aber eingestehen, dass die Märkte so schnell nicht mehr wieder auf das Niveau zurückkämen, auf dem sie vor der Krise waren. Mit der Continental-Übernahme hätten die Einschnitte nichts zu tun.

Lenhard kritisierte die Informationspolitik des Unternehmens. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates betonte zugleich: „Die Betriebsräte werden mit aller Macht gegen betriebsbedingte Kündigungen kämpfen.“ Er verwies unter anderem auf eine Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung. Außerdem habe der Gesamtbetriebsrat kürzlich gemeinsam mit der IG Metall weitergehende Vorschläge zur Vermeidung von Entlassungen eingebracht.

Lenhard fügte hinzu, die Mitarbeitervertretung wisse noch nichts von Plänen zum Stellenabbau. Aber angesichts der bereits angewandten Kurzarbeit könne „sich jeder ausrechnen, dass Arbeitsplätze in der Schaeffler Gruppe akut gefährdet sind“.

Ein Unternehmens-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur ddp in Herzogenaurach, die Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern habe höchste Priorität. Er fügte hinzu: „Erst wenn die erfolgt ist, werden wir uns zu Details möglicher Personalmaßnahmen öffentlich äußern.“

Schaeffler war durch die schuldenfinanzierte Übernahme des Hannoveraner Automobilzulieferers Continental und den Einbruch der weltweiten Autonachfrage in Schwierigkeiten geraten. Nach eigenen Angaben benötigen die Franken, die seit Jahresbeginn mit knapp der Hälfte der Anteile größter Conti-Aktionär sind, bis zu sechs Milliarden Euro. Anfang April hatte sich Schaeffler einen Kredit über eine Milliarde Euro gesichert. Zudem sitzen beide Unternehmen auf insgesamt 20 Milliarden Euro Schulden.

ddp