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Wirtschaft VW will frisches Geld für Porsche-Übernahme
Nachrichten Wirtschaft VW will frisches Geld für Porsche-Übernahme
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18:48 16.10.2009
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Auf der Tagesordnung stehe unter anderem eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von Vorzugsaktien, teilte Volkswagen am Freitag mit. Derweil steigerte VW den weltweiten Absatz im September dank seiner Stärke vor allem in Deutschland und China deutlich.

Die Zahl der Auslieferungen stieg im September um 11,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 615 100 Fahrzeuge. Von Januar bis September sank der Konzernabsatz trotz der weltweiten Branchenkrise um lediglich 0,5 Prozent auf 4,76 Millionen Autos. „Wir steuern gut durch die Krise und entwickeln uns besser als der Wettbewerb“, sagte Konzernvertriebschef Detlef Wittig. Der weltweite Marktanteil sei von 10 auf 11,7 Prozent gestiegen. Das Jahr 2010 werde allerdings schwierig, vor allem in Westeuropa.

Volkswagen erwartet früheren Aussagen Wittigs zufolge im kommenden Jahr eine Stagnation beim weltweiten Absatz und rechnet wie in diesem Jahr mit einem Absatzvolumen von rund 6,2 Millionen Fahrzeugen. In Westeuropa werde es nach dem Auslaufen staatlicher Förderprogramme wie der Abwrackprämie in Deutschland zu einem starken Absatzrückgang in der Größenordnung von 10 bis 15 Prozent kommen.

Die Aktionäre sollen den Vorstand ermächtigen, bis Dezember 2014 insgesamt bis zu 135 Millionen neue, stimmrechtslose Vorzugsaktien auszugeben. VW will mindestens vier Milliarden Euro frisches kapital, rein rechnerisch wäre je nach Aktienkurs aber auch ein höherer Betrag möglich. Allen Aktionären soll ein Bezugsrecht eingeräumt werden.

Nach einem erbitterten Machtkampf will VW den Sportwagenbauer Porsche bis Mitte 2011 als zehnte Marke in den Konzern eingliedern. Die Kapitalerhöhung sei ein „Meilenstein auf dem Weg zum integrierten Automobilkonzern mit Porsche“, teilte VW mit. Sie soll den finanziellen Handlungsspielraum erhöhen und zugleich das gute Rating der Wolfsburger sichern, das für günstige Kreditkonditionen wichtig ist. Dabei setzt VW auf das Vorzugskapital, weil eine Ausgabe neuer Stammaktien auch den Anteil und damit die Stimmrechte des Landes Niedersachsen verwässern würde und das Land dann zukaufen müsste.

Der Einfluss des Landes bei VW steht ebenfalls auf der Tagesordnung der Hauptversammlung. Die Aktionäre sollen darüber entscheiden, ob dem Land in der VW-Satzung das Recht eingeräumt wird, zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Zudem soll dort die Sperrminorität von 20 Prozent festgeschrieben werden. Das Land hat mit seinem Anteil von gut 20 Prozent ein Vetorecht in der Hauptversammlung.

Der Aufsichtsrat schlägt ferner vor, Porsche-Miteigentümer Hans Michel Piëch und den Geschäftsführer der Porsche Design-Gesellschaft, Ferdinand Oliver Porsche, für eine volle Amtszeit zu Mitgliedern des Aufsichtsrates zu wählen. Sie waren im August gerichtlich als Nachfolger von Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und dessen Finanzchef Holger Härter bestellt worden. Die beiden waren zurückgetreten, nachdem sich der Sportwagenbauer bei der geplanten Übernahme von Europas größtem Autobauer massiv verhoben und einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft hatte.

lni