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Wirtschaft VW will 1000 Jobs in Hannover sichern
Nachrichten Wirtschaft VW will 1000 Jobs in Hannover sichern
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20:37 14.03.2017
Quelle: dpa
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Hannover

Noch sind die betroffenen Mitarbeiter bei externen Dienstleistern beschäftigt. Die mögliche Übernahme kam bei einer Betriebsversammlung am Dienstag ins Gespräch. Ein Unternehmen und Arbeitnehmervertreter bestätigten die Angaben.

Bei VWN brummt derzeit das Geschäft. Mit 477 000 Fahrzeugen im vergangenen Jahr hat die Konzerntochter einen Produktionsrekord erreicht – ein Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An den Standorten Hannover und Posen liefen knapp 200 000 Transporter vom Band, knapp 173 000 davon in Hannover – eine Steigerung von insgesamt knapp 12 Prozent. Beim nur in Polen produzierten Caddy verzeichnete man einen Zuwachs von 5,5 Prozent auf knapp 159 000 Fahrzeuge. Beim Pick-up Amarok fielen die Verkaufzahlen zwar um 7,5 Prozent auf knapp 17 000 Stück – dank verbesserter Ausstattung habe die Nachfrage deutlich angezogen, hieß es.

5,4 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern hat der VW-Konzern im Jahr 2016 gemacht – vor allem dank der Marken Porsche und Seat und trotz des Diesel-Skandals. Das Ergebnis der Kernmarke VW schrumpfte um gut 11 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Mit rund 14 000 Beschäftigten zählt VWN zu den größten Arbeitgebern in der Region Hannover, seit 2014 hat das Unternehmen in mehreren Wellen zusätzlich noch Leiharbeiter verpflichtet. Die befristeten Verträge wären in den kommenden Monaten nach und nach ausgelaufen – die ersten Ende März. Dem Vernehmen nach werden nun im ersten Schritt alle Zeitverträge auf 36 Monate verlängert. Anschließend werde geprüft, ob die Leiharbeiter einen zunächst auf zwei Jahre befristeten Vertrag von VWN bekommen.

An anderer Stelle muss hingegen auch VWN Personal abbauen. Wie die anderen deutschen VW-Standorte soll auch das Werk in Stöcken seine Produktivität in den nächsten fünf Jahren um 25 Prozent steigern. Stellen will VWN in Hannover aber vor allem in der Verwaltung streichen. Hier sollen 950 von insgesamt 6900 Jobs wegfallen. Im „indirekten Bereich“ sei man in den vergangenen Jahren stark gewachsen – auch aufgrund großer Investitionsprojekte wie beispielsweise des neuen Werks für den Großtransporter Crafter in Polen, hieß es. Das werde man wieder abschmelzen. In der Fertigung trifft der Umbau mittelfristig lediglich 550 Jobs. Kündigungen sind wie beim „Zukunftspakt“ für die anderen deutschen Standorte bis 2025 ausgeschlossen. Der Umbau werde über Altersteilzeit organisiert, hieß es.

Mit seinem Effizienzprogramm will sich der Konzern fit machen für den Wandel hin zu Elektromobilität und digital vernetzten Fahrzeugen. Der Standort Stöcken soll zum elektrischen Leitwerk der Marke VWN ausgebaut werden – als Spezialist für leichte E-Nutzfahrzeuge.

14.03.2017
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