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Wirtschaft VW schmilzt der Gewinn weg
Nachrichten Wirtschaft VW schmilzt der Gewinn weg
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22:43 29.10.2009
Von Stefan Winter
Mit neuen Modellen wie dem Scirocco sichert VW seinen Vorsprung.
Mit neuen Modellen wie dem Scirocco sichert VW seinen Vorsprung. Quelle: ddp
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Mit 161 Millionen Euro nach Steuern war das dritte Quartal das bisher schwächste in diesem Jahr, und die Prognose für 2010 ist betont vorsichtig: „2010 wird definitiv kein leichteres Jahr“, erklärte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch gestern in einer Telefonkonferenz. In wichtigen Märkten würden die Bedingungen im nächsten Jahr noch schwieriger.

Bis Ende September verkaufte der Konzern weltweit 4,8 Millionen Autos, genau soviel wie ein Jahr zuvor. Dabei brachte das dritte Quartal sogar ein deutliches Wachstum und glich so den Rückstand vom Jahresbeginn aus. Die vergleichsweise gute Bilanz verdankt VW seiner starken Position in den derzeit einzigen Wachstumsmärkten Deutschland, China und Brasilien. Weil China als Beteiligungsgesellschaft nicht in den Konzernumsatz eingerechnet wird, schlagen hier die Probleme im Rest der Welt durch: In den ersten neun Monaten lag der Umsatz mit 77,2 Milliarden Euro 10 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Wichtigste Ertragsquelle bleibt Audi. Die Ingolstädter seien im Premiumsegment jetzt Marktführer in Westeuropa, sagte Vertriebschef Detlef Wittig. Auch die Marke VW baute ihre Position aus, musste beim Gewinn aber einige Federn lassen. VW Nutzfahrzeuge weist dank des Verkaufs der Lkw-Sparte einen Gewinn aus, hätte ohne diesen Einmaleffekt aber auch im dritten Quartal einen zweistelligen Millionenverlust geschrieben. Allerdings habe VWN im Markt eine „sehr stabile“ position und sogar leicht Anteile gewonnen, sagte Wittig.

Immer prekärer wird die Lage für die spanische Konzerntochter Seat, die mittlerweile 228 Millionen Euro Verlust angesammelt hat. Audi werde mit dem geplanten Geländewagen Q 3 helfen, das Werk Martorell auszulasten, sagte Pötsch. „Zur Zeit“ gebe es keinen Anlass, weiter reichende Entscheidungen zu treffen. Während sich bei Seat der Zusammenbruch des spanischen Marktes niederschlägt, dürften es bei Bentley gekürzte Boni im Banksektor sein: Der Verkauf hat sich halbiert, 148 Millionen Euro Verlust sind aufgelaufen.

Mit deutlich gestiegener Liquidität und Marktanteilsgewinnen in fast allen Regionen sieht sich VW dennoch plangemäß auf dem Weg an die Weltspitze. „Der Volkswagen-Konzern behauptet sich trotz aller Widrigkeiten ausgesprochen gut“, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn. Die Integration von Porsche laufe planmäßig, sagte Pötsch. Allerdings habe der Konzern damit alle Hände voll zu tun und halte sich deshalb bei den „vielen Gelegenheiten“ zum Kauf von Unternehmen zurück. Gemeint waren Suzuki und MAN. Bei den Japanern wird auf eine Beteiligung spekuliert, bei MAN auf eine Mehrheitsübernahme.

Lars Ruzic 29.10.2009
29.10.2009