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Wirtschaft VW lässt die Börsianer staunen
Nachrichten Wirtschaft VW lässt die Börsianer staunen
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19:32 26.04.2012
Von Stefan Winter
Quelle: dpa
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Hannover

Auch nach dem Rekordjahr 2011 kann VW die Anleger noch überraschen. Am Donnerstag ließen die Ergebnisse des ersten Quartals 2012 den Aktienkurs um fast 9Prozent nach oben schnellen. Vor allem dank des Wachstums in China verdiente der Konzern in den ersten drei Monaten erheblich mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch sprach von einem „guten Start in einem schwierigen Umfeld“. In Westeuropa kann sich auch der Marktführer den Problemen nicht mehr entziehen, hielt sich mit einem Absatzminus von 1,5 Prozent aber besser als der Branchendurchschnitt.

Wieder einmal dreht sich bei VW fast alles um China. Der wichtigste Markt steuerte beinahe die Hälfte des Absatzzuwachses von 11 Prozent auf 2,2Millionen Autos bei. Gleichzeitig steuerten die chinesischen Gemeinschaftsunternehmen knapp 850 Millionen Euro zum Gewinn bei. Insgesamt verdiente der Konzern nach Steuern 3,2 Milliarden Euro, 86 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Darin steckt allerdings gut eine halbe Milliarde Buchgewinn als Folge des Scheiterns der Porsche-Fusion. Ohne diesen Effekt und ohne China stieg der operative Gewinn um 10 Prozent. Der Umsatz kletterte um ein Viertel auf 47,23 Milliarden Euro, wobei allerdings MAN neu hinzukam - auch ohne diesen Effekt wären es immerhin 16 Prozent Wachstum gewesen, erklärte Pötsch.

Der Konzern habe in allen großen Regionen Marktanteile gewonnen, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler, weltweit sei er von 11,9 auf 12,2 Prozent gestiegen. Mit seinen Prognosen bleibt Klingler allerdings vorsichtig. Der Weltmarkt werde zwar wachsen, aber mit abgeschwächtem Tempo. So erwartet der Konzern für China Zuwächse von rund 8Prozent, auch Russland und Nordamerika versprechen bessere Geschäfte. In Westeuropa schrumpft dagegen der Markt. Die massiven Probleme in Spanien, Italien und auch Frankreich können durch eine stabile Entwicklung in Deutschland nicht ausgeglichen werden. Klingler warnte vor „erheblichen Risiken“ durch die Folgen der Schuldenkrise und die Entwicklung der Ölpreise.

Audi stärkte im ersten Quartal seine Position als wichtigste Gewinnquelle des Konzerns. Die Ingolstädter steigerten den operativen Gewinn von 1,1 auf 1,4 Milliarden Euro. Die Marke VW Pkw blieb mit 1,1 Milliarden Euro fast unverändert. Die hannoversche Konzerntochter VW Nutzfahrzeuge verdiente 124 Millionen Euro, ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Absatz stieg von 108000 auf 119000 Fahrzeuge, vor allem dank besserer Verkäufe in Deutschland und Russland.

Keine Verbesserung ist bisher bei Seat in Sicht. Die spanische Marke steigerte ihre Verkäufe zwar trotz der Schwäche im heimischen Markt leicht auf 99000 Autos, verbuchte dabei aber 29 Millionen Euro Verlust - mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Dieses und vor allem das nächste Jahr sind entscheidend für die Marke, die seit Jahren in den roten Zahlen steckt.

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