Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft VW Konzernchef rückt von Steuervorteilen für Diesel ab
Nachrichten Wirtschaft VW Konzernchef rückt von Steuervorteilen für Diesel ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:50 10.12.2017
Der Vorstandsvorsitzende der VW AG, Matthias Müller. Quelle: dpa
Wolfsburg/Düsseldorf

  VW-Konzernchef Matthias Müller zieht die bestehenden Steuervorteile für Dieselsprit in Zweifel. „Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass wir Sinn und Zweck der Dieselsubventionen hinterfragen sollten“, sagte der Manager dem „Handelsblatt“ (Montag). „Wenn der Umstieg auf umweltschonende E-Autos gelingen soll, kann der Verbrennungsmotor Diesel nicht auf alle Zeiten weiter wie bisher subventioniert werden.“ Fachleute und Umweltexperten hatten sich ebenfalls gegen dieses Diesel-Privileg gewandt.

 Konkret schlug Müller eine schrittweise Umschichtung der Steuererleichterungen vor. „Das Geld könnte sinnvoller in die Förderung umweltschonender Antriebstechniken investiert werden. Abstriche bei den Diesel-Subventionen, dafür Anreize für Elektroautos, wären das richtige Signal. Das würden wir aushalten, ohne gleich Existenzängste haben zu müssen.“

 Müller betonte zugleich aber auch, dass die bisherigen steuerlichen Subventionen den Absatz von Diesel-Fahrzeugen in Deutschland erheblich erleichterten und sich alle - ob private oder gewerbliche Kunden - an diese Steuernachlässe gewöhnt hätten. Gleichwohl solle „die Autoindustrie diese Diskussion proaktiv mit der Politik führen“, damit der Systemwechsel zur E-Mobilität gelinge.

 Der Diesel ist für die deutschen Hersteller extrem wichtig. 2016 hatten etwas mehr als die Hälfte aller in der Bundesrepublik neu zugelassenen Autos der Marke VW einen solchen Motor. Bei der Oberklasse-Tochter Audi waren es sogar zwei Drittel, BMW und die Daimler-Kernmarke Mercedes-Benz kamen auf ähnliche Werte. Ein Grund für den hohen Anteil ist die deutlich niedrigere Besteuerung von Dieselkraftstoff im Vergleich zu Benzin. Der Kauf von Dieselwagen ist daher für Firmen oder Privatleute mit hoher Fahrleistung attraktiv.

 

 

Da Dieselmotoren bei vergleichbarer Leistung aber oft mehr Stickoxide als Benziner ausstoßen und ihnen deshalb in Deutschland auch bald in einigen Städten Fahrverbote drohen, fordern Experten wie die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, ein Ende des Steuerprivilegs. „Dieselfahrer zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als bei Benzin – den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, gut dreieinhalb Milliarden davon für die Pkw-Nutzung“, hatte sie im Sommer gesagt. Selbst bei Abzug der höheren Kfz-Steuern für Dieselautos seien das rund eineinhalb Milliarden Euro vom Staat für die Selbstzünder pro Jahr.

Von dpa

Wirtschaft Nach Streit über Fälschungen - Birkenstock verlässt Amazon

Birkenstock stoppt den Verkauf seiner Produkte nun auch auf den europäischen Seiten des Online-Händlers Amazon. Nach Ansicht des Schuhherstellers geht Amazon nicht energisch genug gegen Produktfälschungen oder den Missbrauch des Birkenstock-Logos vor.

10.12.2017

Bekommt nun auch das Saubermann-Image von BMW im Diesel-Skandal Risse? Entwicklungschef Klaus Fröhlich wehrt sich dagegen. Eigene Tests sollen die Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe als Unterstellungen entlarven.

10.12.2017

DB-Chef Rüdiger Lutz hatte es vor Kurzem bereits angekündigt. Die Bahn wird ihr Pünktlichkeitsziel 2017 verfehlen. Nun hat am Freitag ausgerechnet das neue Prestigeobjekt des Konzerns mit Pannen debütiert. Auf der Fernstrecke zwischen Berlin und München erreichte ein ICE erst mit 130 Minuten Verspätung das Ziel.

09.12.2017